Nach dem 2‑tägigen gemeinsamen Meeting der ICANN-Direktoren und der Regierungsvertreter bei ICANN in Brüssel haben wir die Zeitplanung für die Einführung neue Endungen nach dem Schema dotMARKE, dotFIRMA und dotBRAND aktualisiert. Bei dem Treffen, bei dem wir offiziell als Beobachter zugelassen waren, ging es um die Klärung verschiedener noch offener Punkte bei der Einführung der neuen Domain-Endungen. Die Regierungsvertreter des Governmental Advisory Committee, kurz GAC, haben zu dem Meeting eine umfassende Dokumentation ihrer Interessen im so genannten „GAC indicative scorecard on new gTLD outstanding issues listed in the GAC Cartagena Communiqué” zusammengefasst.
Für dotMarke wird es einfacher und günstiger
Am 12. November 2010 hat ICANN das so genannte “Proposed Final gTLD Applicant Guidebook“, kurz AGB, veröffentlicht. Es ist die vorläufige Endfassung des Bewerberhandbuchs für neue generische Top Level Domains, also dotMarke, dotBrand, geoTLD und gTLD. Grundlegende Änderungen sind nach Meinung der ICANN nicht mehr zu erwarten, da die beiden letzten großen Themen (Vertical Integration sowie Morality & Public Order) durch Beschlüsse des ICANN-Direktoriums Eingang in das vorliegende 305-Seiten starke Werk gefunden haben.
Auf dem kommenden ICANN-Meeting im kolumbianischen Cartagena de Indias vom 5.–10. Dezember 2010 ist die endgültige Verabschiedung für den 10. Dezember 2010 vorgesehen. Ins AGB eingefügt werden dann noch letzte Details wie die weiteren Daten, z.B. des Bewerbungsfensters und URLs. Am 10. Januar 2011 soll die finale Fassung erscheinen. Nach einer viermonatigen globalen Informationskampagne von ICANN ist die Öffnung des Bewerbungsfensters für voraussichtlich den 30. Mai 2011 geplant.
Für Bewerber um dotMarke ergeben sich vorteilhafte neue Regelungen. Sofern sie eine ausschließlich eigene Nutzung der Domains vorgesehen haben und Domains nicht externen Dritten zur Verfügung stellen wollen. So kann nunmehr nur noch ein einziger “Registry Services” Dienstleister die Funktion von Registry- Service-Provider und Registrar ausfüllen. Diese Regelung vermindert insbesondere die technischen Kosten für eine einfache bzw. defensive Top-Level-Domain.
Weiterhin gilt aber, dass eine Bewerbung um den eigenen Unternehmensnamen eine so genannte “community-based” Bewerbung sein wird, da .unternehmen nicht, wie .com, für jedermann frei registrierbar sein soll. Vorteil der Community-Bewerbung ist zudem, dass sie Bewerbungen um gleichnamige Standard-Bewerbungen überlegen ist. So würde eine Unternehmens-TLD wie .man von der MAN AG eine .man, die allgemein von Männern registrierbar sein soll, ausstechen.
Für weitere Fragen zum Bewerbungsverfahren und für die Durchführung Ihrer dotMarke Bewerbung stehen wir natürlich gerne zur Verfügung.
Es wird ernst: Startschuss für dotbrand am 30. Mai 2011?
Auf dem letzten Meeting der ICANN-Direktoren am vergangenen Donnerstag haben diese einen Arbeitsplan beschlossen und an die ICANN-Mitarbeiter zur Ausführung weitergegeben. Gemäß des Plans soll das Bewerbungsfenster für neuen generische Top-Level-Domains (gTLDs) am 30. Mai 2011 öffnen. Die finale Version des Bewerberhandbuchs (Applicant Guide Book) soll bereits am 10. Januar 2011 veröffentlicht werden. Eine Vorabversion (Proposed Applicant Guidebook, AGB) soll schon in wenigen Tagen, am 09. November 2010, erscheinen. Damit ist der Startschuss für dotBrand, aber auch alle andere gTLDs, in greifbare Nähe gerückt.
Nachdem ICANN seit Juni 2009 keine Zeitplanung mehr veröffentlicht hatte, sind wir zuversichtlich, dass die Anweisung des ICANN-Direktoriums nun endlich den Abschluss der Bewerbungsvorbereitungen einläutet.
Offen ist hingegen weiterhin die Frage, ob Bewerber für eine kleine (mit wenigen Domains) oder defensive dotbrand Top-Level-Domain eine gesonderte Behandlung im Bewerbungsverfahren erfahren sollen, die insbesondere mit einer Vereinfachung des technischen Betriebs einhergehen könnte. Im Gespräch ist hier das so genannte SRSU (Single Registrant, Single User) Modell, bei dem kein externer Registrar mehr involviert sein müsste.
Spätestens am 10. Januar 2011 sollte aber auch diese Frage geklärt sein.
81% sehen die dotbrand als Masterbrand
Eine aktuelle, weltweite Studie des World Trademark Review Magazin (www.worldtrademarkreview.com) befasste sich mit den neue gTLDs. Sie hat hausinterne Anwälte großer Unternehmen, bei mit den neuen gTLDs beschäftigten Anwälten und Marketingexperten befragt. Die Studie hat ergeben, dass 54% der Befragten mit Ja / Wahrscheinlich / Vielleicht auf die Frage geantwortet haben, ob sie sich für eine eigene dotBrand bewerben werden. Von diesen bestätigten 81%, wie z.B. Canon, dass die jeweilige dotbrand dann auch der Masterbrand werden würde. Die vollständige Studie soll in der Ausgabe im Januar 2011 publiziert werden.
Wer will eine dotMarke registrieren?
In der Kommentierungsphase zum 4. Entwurf des Bewerberhandbuchs bei ICANN hat sich DOTZON erneut für die Interessen von deutschen Unternehmen eingesetzt. Unternehmen, die eine dotmarke registrieren wollen, bauen dabei auf unsere Expertise. Wir haben dabei insbesondere die Zeitplanung, die letzten offenen Fragen zum Markenschutz und die Verlässlichkeit des Bewerbungsprozesses aufgegriffen.
Zahlreiche Unternehmen und Organisationen haben ebenfalls Kommentare eingereicht, u.a. Adobe, AT&T, Coca Cola, HSBC, IBM, Microsoft, News Corp., Lego, Nestle, Philip Morris, Red Bull, Time Warner, Vestas und Verizon. Offenbar warten einige dieser Unternehmen darauf, ihre dotMarke registrieren zu können.
Neben Canon hat sich seit neustem auch Unicef bekannt, sich für eine .unicef Top-Level-Domain bewerben zu wollen. Es ist aber davon auszugehen, dass eine Reihe weiterer Unternehmen, auch ein Teil der oben genannten Unternehmen, sich für ihre .marke bewerben werden. Dotzon berät Unternehmen gerne dabei, sich mit dem Optionen einer dotMarke vertraut zu machen.
dotMarke wird dot.de und dot.com ersetzen
Dirk Krischenowski, Partner beim Berliner Top-Level-Domain Beratungsunternehmen DOTZON GmbH sagt anlässlich des ICANN-Meetings in Brüssel:
“Eigene .marke Top-Level-Domains (auch dotmarke oder dotbrand TLDs genannt) werden .de- und .com-Domains in der Kommunikation und als Firmenadresse kurzfristig ergänzen und langfristig ersetzen. Nicht nur weil sie intuitiver sind, sondern weil Suchmaschinen sie gebührend honorieren.”
Er nahm zusammen mit dem Dotzon-Managementteam am ICANN-Meeting teil. Im Fokus stand für Dotzon, an den Debatten rudn um die gTLDs teilzunehmen. Dotzon hat sich mit potentiellen Dienstleistern ausgetauscht, und die Details für die Bewerbugn um geoTLDs, dotMarke udn gTLDs verfeinert.
dotbrand-Strategie – Abwarten hilft nicht
Eine für Markeninhaber wichtigte Sitzung auf dem 38. ICANN-Meeting in Brüssel hatte den Titel „Brand Management in the Age of New gTLDs”. Das Panel mit dem Fokus auf die dotbrand-Strategie wurde von dem Londoner Markenrechtsexperten Nick Wood moderiert.
Diskussion über Chancen und Risiken einer dotBrand
Unter Beteiligung zahlreicher Vertreter global agierender Großunternehmen, darunter der BBC, British Telecom, Google, HSBC, Nestle, Nokia, Orange, RedCross, Verizon und Yahoo sowie einiger großer auf IP-Rechte spezialisierter Kanzleien wurde kontrovers über die richtige dotBrand-Strategie und die Chancen und Risiken von dotbrand TLDs diskutiert.
Die richtige dotBrand-Strategie festlegen
Gemeinsamer Nenner der Podiumsteilnehmer und der Publikumsbeiträge war, dass es für ein Unternehmen die schlechteste Alternative ist, bei der Evaluation neuer Top-Level-Domains einfach abzuwarten. Vielmehr sollten Unternehmen aktiv und fundiert entscheiden, ob die Chancen, die beispielsweise eine .bayer, .aspirin oder .pharma bieten können, die Risiken überwiegen oder nicht. So prüft das Internationale ROte Kreuz den Antrag einer .redcross TLD derzeit intensiv. Aus Sicht von Orange wird es in Bezug auf SEO und SEM sicher eine Übergangszeit von Brand.com zu dotbrand geben. Langfristig sieht Orange, dass Unternehmen die Kommunikation mithilfe der geeigneten dotbrand-Strategie umstellen.
Eine dotBrand-Strategie benötigt Zeit
Derzeit besteht bei zahlreichen Unternehmen allerdings noch die Auffassung, dass der Aufwand für die Beantragung einer TLD mit dem einer Markenanmeldung vergleichbar sei und man kurzfristig entscheiden könne. Laut Panelisten sollte man aber eher den Vergleich mit einer komplexen Jahressteuererklärung ziehen, für die man zahlreiche Mitarbeiter und viele Wochen Zeit benötigt.
Die Diskussion bestätigt unseren Ansatz: Als erfahrenes Beratungsunternehmen führen wir mit Unternehmen zunächst einen Workshop unter Beteiligung der relevanten Fachabteilungen durch. Die Workshop-Ergebnisse dienen als Basis für eine fundierten Entscheidungsvorlage für eine Go- oder No-Go Entscheidung.
Neue Domain-Endungen Topthema bei INTA 2010
Inhaber von Markenrechten müssen neue Strategien für die Herausforderungen des Internet entwickeln. Daran bestand auf der Jahrestagung des Weltmarkenverbandes INTA in Boston kein Zweifel unter den Teilnehmern und Referenten. Insbesondere weil mit der Einführung der neuen Domain-Endungen im kommenden Jahr eine einschneidende Entwicklung für die Marke im Internet ansteht.
In dem hochkarätig besetzen “How to protect your .assets” Workshop sprach auch ICANN-VP Doug Brent. Die Idee hinter den neuen gTLDs sei, zu Kreativität zu ermutigen und diese mit neuen Endungen zu fördern. Sie sollen ab voraussichtlich dem ersten Quartal 2011 beantragt werden können.
Die Referenten von u.a. Morgan Stanley, Time Warner und Yahoo waren der Meinung, dass es endlich Zeit wird sich auf die neuen TLDs einzustellen. Anstatt in einer Angststarre zu verharren mit der Hoffnung, man könne ICANN noch in letzter Minute mit Klagen an der Einführung der neuen gTLDs hindern. Große Unternehmen sollten sogar darüber nachdenken, dem Thema Domains und IP-Rechten im Internet vielleicht eine eigene Abteilung zu geben, denn die Bedeutung werde eher zu- als abnehmen. Auch Markenrechtsanwälte und Agenturen sollten sich endlich mit der Thematik beschäftigen, gerade diese beiden Berufsgruppen seinen dabei die kommende Entwicklung zu verschlafen.
Neben den neuen Top-Level-Domains zählen heute zu den Aufgaben des Markenmanagements auch der Umgang mit Vanity-URLs bei Twitter, Facebook und anderen Plattformen.
dotmarke kommt
Die Verwendung von dotmarke TLDs in der Kommunikation ist für Unternehmen keine Frage des ob, sondern nur noch eine Frage des wann.
sagt DOTZON Partner Dirk Krischenowski anlässlich des ICANN-Meetings in Nairobi im März 2010.
DOTZON setzt sich gegen dotmarke-Vorregistrierungsphase ein
Als einziger Vertreter der Interessen von deutschen Markenunternehmen, haben wir nachfolgenden Kommentar zum Vorschlag von ICANN für eine dotMarke-Vorregistrierungsphase eingereicht. Es gilt dabei zu verhindern, dass Spekulanten, z.B. eine .orange Top-Level-Domain in einer verpflichtenden öffentlichen Vorregistrierungsphase anmelden um damit gleichnamige Unternehmen oder Gebietskörperschaften zum Herauskaufen des Vorregistrierungsplatzes zu zwingen. Wir haben uns dazu mit u.a. dem europäischen Markenverband AIM sowie dem Weltmarkenverband abgestimmt. Lesen Sie unseren Kommentar unter http://forum.icann.org/lists/draft-eoi-model/msg00206.html:
Dotzon-Kommentar zum EOI
The EOI was initiated to provide ICANN staff with more planning reliability by providing data on key open issues. This refers to how many applications will there be in the first round, and what kind of strings will be filed. In the meantime it looks like the EOI replaces the perennial, bottom-up consensus based gTLD process in parts with a pre-registration process that favors insiders and encourages speculators. It even supports new business models just filing an EOI for speculative reasons, and after publication of the string approaching the TLD applicants with good faith to get a “golden handshake” from them for drawing back the application.
Please find below our comments based on the feedback of our clients (German brand owners):
- The EOI must be voluntary, since some of the overarching issues have not been solved yet. To start the application process or so-called pre-registration process without a clear definition of requirements is against ICANNs practice and not acceptable. Incentives for the EOI
- applicants could include regular applicant-only briefings, one-on-ones with ICANN staff and other services. The EOI deposit should be a reasonable amount, and depend on the category of the application. If the regular application window doesn’t open within 6 month after filing the EOI, the amount shall be refunded.
- The EOI communications’ campaign should substitute any further communication campaigns.
- The specific set of information gathered should be limited to as few information as necessary relating to the initial goal of the EOI – numbers and kinds of applications. With regards to the publication of this information we oppose the suggested public availablility. German companies don’t want to publish their application for strategic issues – so publication of the EOI applications should be anonymized by categories and without the entities’ name.
In summary, we urge ICANN to reconsider the scope and effectiveness of the EOI with regards to the initial goals of the EOI. We would like to encourage ICANN to complete the gTLD process as soon as possible to keep faith in ICANN, and foster competition and choice for consumers through new gTLDs. The EOI procedure must not delay ICANNs task of resolving the few remaining overarching issues.
Katrin Ohlmer, CEO, Dotzon GmbH



