17.01.2018
Prognosen für 2018

1.    Weitreichende Auswirkung der Datenschutzgrundverordnung

Der Umgang mit Daten wird im Jahr 2018 die digitale Politik dominieren. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO, englisch GDPR), die am 25. Mai in Kraft tritt, verändert die Art und Weise, wie in der Domain-Industrie Daten erhoben, verarbeitet und gespeichert werden, grundsätzlich. Aufgrund der technischen Implikationen, der Auswirkungen auf zahlreiche vertragliche Regelungen - auch im Zusammenspiel mit ICANN -  und der noch nicht vorhandenen Rechtsprechung, wird uns das Thema sicherlich im ganzen Jahr begleiten. Darüber hinaus wird die DSGVO erheblichen Einfluss auf bestehende Geschäftsmodelle der Internet-Branche haben, sie bietet aber auch die Möglichkeit, Internetnutzern mehr Sicherheit im Umgang mit ihren Daten zu geben.

2.    Mehr Marken und Unternehmen nutzen ihre .marke aktiv

Über 40 große deutsche Unternehmen sind Inhaber von Top-Level-Domains, die identisch ihrem Namen, Marken oder Produkten sind. Auch wenn noch nicht alle Unternehmen ihre .marke-Endungen für Marketing- und Kommunikationszwecke nutzen, sind im Jahr 2017 eine Reihe bekannter .marke-Top-Level-Domains, u.a. von Audi, Edeka, Deutsche Vermögensverwaltung, Fox und Barclays aktiv geworden.

Die Unternehmen nutzen ihre Endung, beispielsweise um mit Service-Domains ihren Endkunden die Navigation zu erleichtern, die Identifikation ihrer Vertriebspartner mit der Marke zu steigern und intuitiv auf Kampagnen und Firmenevents hinzuweisen. Wir erwarten, dass die guten Beispiele zahlreiche weitere Marken in 2018 dazu veranlassen, selbst mit eigenen Kampagnen, Migrationsprojekten und neuen Seiten auf sich aufmerksam machen.

3.    Registrierungen unter den neuen Top-Level-Domains bleibt stabil

Nach einem Höchststand von 29,4 Millionen Registrierungen unter allen neuen Top-Level-Domains im April 2017 betrug der Jahresendstand laut nTLDstats.com ca. 23,8 Millionen Domains. Die Registrierungen kommen aus 1.224 neuen Top-Level-Domains zustande, von denen zum Jahresende 2017 die TLDs .loan, .xyz, .top, .club und .win zu den TOP 5 gehörten. Etwa 43% der registrierten Domains sind in Nutzung. Wir erwarten für 2018 eine Konsolidierung der Registrierungen aus Promotions, und damit eine Stabilisierung der registrierten Domains bei über 20 Millionen.

4.    Verlangsamtes Wachstum bei Länder-Endungen und generischen Endungen

Der Verisign Domain Name Industry Brief vom 3. Quartal 2017 macht deutlich, dass die älteren Top-Level-Domains wie .com, .net, .org, .info sowie die Länderendungen seit Einführung der neuen generischen Endungen langsamer wachsen. So weist .com und .net eine Gesamtzahl von ca. 145,8 Millionen Domain-Namen auf, was einen jährlichen Zuwachs von 1,2 Prozent gegenüber 2016 darstellt (Wachstum von 2015 auf 2016: 7,3%). Denn im Vorjahr waren ca. 144,1 Millionen .com und .net Domains registriert.

Ähnlich sieht es bei den Länder-Endungen aus: Die Domain-Registrierungen unter allen Länder-Endungen (ccTLD) betrugen rund 144,7 Millionen und ein Anstieg von 3,2 Prozent im Jahresvergleich zu 2016 (von 2015 auf 2016 lag das Wachstum noch bei 5,2%). Wir erwarten, dass sich dieser Trend auch in 2018 weiter fortsetzt, da gerade unter den neuen Top-Level-Domains viele intuitive Adressen noch frei sind, und nicht teuer auf dem Sekundärmarkt erworben werden müssen.

5.    Missbrauchsfälle überwiegend unter .com, .net, .org und .info

Die Anzahl von Missbrauchsfällen bei Markenrechten ist laut WIPO nahezu unverändert geblieben, die 3.036 WIPO-Fälle im Jahr 2016 haben sich in 2017 unwesentlich erhöht auf 3.073 Fälle. Nach wie vor werden in zwei Drittel aller Fälle .com-Domains verwendet, an zweiter Stelle steht .net gefolgt von .org- Domains und .info-Domains. Während in 2016 mehrere hundert Domains unter neuen Top-Level-Domains wie beispielsweise .xyz missbräuchlich verwendet wurden, ist dieser Anteil in 2017 deutlich gesunken, Spitzenreiter ist in 2017 .store mit 98 Fällen. Wir erwarten, dass die Anzahl der Klagen stabil bleibt, und überwiegende Domain-Missbrauch weiterhin unter den bestehenden Top-Level-Domains .com etc. stattfindet.

6.    Konsolidierung in der Branche wird weitergehen

In 2017 fanden zahlreiche Übernahmen statt, u.a.: Die Übernahme von MarkMonitor durch Clarivate Analytics, das Invest von Vespa Capital in Com Laude und Valideus, Donuts Übernahme von Rightside, NCC Group hat Open Registry an KeyDrive verkauft, GoDaddy verkaufte das PlusServer-Geschäft an BC Partners, Key-Systems hat seinen Reseller European Domain Centre erworben. Wir erwarten, dass sich diese Dynamik in 2018 weiter fortsetzt und gehen daher von weiteren Konsolidierungen in diesem Jahr aus.

7.    ICANN – Zwischen Datenschutz und neuer Bewerbungsrunde

Das Jahr 2017 stand bei ICANN ganz im Zeichen der bevorstehenden Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die ab Mai 2018 durchgesetzt wird. Im Fokus stand dabei die Frage, wie die Vertragsparteien von ICANN, Registries und Registrare, ihren Vertrag mit ICANN einhalten können und gleichzeitig die Anforderungen der DSGVO umsetzen können. Als Lösung hat ICANN ein Verfahren aufgesetzt, mit dem Ausnahmegenehmigungen zum ICANN-Vertrag beantragt werden können, damit der Betrieb von Registries und Registrare den nationalen Gesetzen entsprechen.

Die Richtlinien-Entwicklung bei ICANN war 2018 zudem geprägt von Debatten rund um die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen der nächsten Bewerbungsrunde und endete damit, dass eine weitere Arbeitsgruppe mit Fokus auf geographische Namen aufgesetzt wurde. Wir sind aktive Mitglieder dieser Debatten und erwarten, dass beide Themen auch 2018 im Fokus von ICANN stehen.

8.    Intensivere globale Auseinandersetzung mit Internet Governance

Bereits in 2017 haben wir auf politischer und wirtschaftlicher Ebene mehr Diskussionen rund um die Ausgestaltung der Internet Governance erlebt, in Deutschland u.a. mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz und den Diskussionen rund um die Datenschutzgrundverordnung. Daher erwarten wir, dass nicht zuletzt durch internationale Akteure diese Themen auch im Jahr 2018 zu Kontroversen führen werden. Die Vorbereitungen Deutschland als Gastgeber des globale Internet Governance Forums im Herbst 2019 in Berlin ist eine gute Gelegenheit, unser demokratisches und liberales Verständnis von Internet Governance in die Gestaltung des Programms einfließen zu lassen.

9. Multistakeholder-Konzept kommt in der breiteren Internet-Community an

Das Multistakeholder-Konzept ist zumindest in Deutschland, in der Politik angekommen und wird genutzt, um Informationen auszutauschen und Entscheidungen informierter und besser vorzubereiten. In vielen anderen Ländern ist das Konzept allerdings noch nicht etabliert oder wenn, dann eher als „Lippenbekenntnis“ oder als multilateraler Ansatz mit wenigen, ausgewählten Interessengruppen. Sobald konkrete Vorschläge der Nicht-Regierungsvertreter auf dem Tisch liegen, wird das Multistakeholder-Modell dann schnell zugunsten einer Top-Down-Entscheidung aufgegeben.

Dennoch erwarten wir, dass das Multistakeholder-Konzept jedenfalls in Europa zunehmen wird, um in Regierungsgremien das Wissen, die Ressourcen und das Engagement nicht-stattlicher Akteure einzubringen und somit Entscheidungen auf eine breitere Basis zu stellen. Nicht zuletzt trägt die weltweite Vernetzung der Akteure und die daraus entstehende Dynamik zur Stabilität und Verlässlichkeit des Internet-Governance-Ökosystems bei.

10.    Netzneutralität ist in Gefahr

Die Entscheidung der US-Regierung im Dezember 2017, die Gleichbehandlung von Datenströmen im Internet aufzugeben, hat eine globale Welle der Empörung nach sich gezogen. Das ursprüngliche Konzept der Netzneutralität, bei dem das Internet einen freien und gleichberechtigten Zugang für Jedermann bietet, ist damit perdu. Die Entscheidung ist ein weiterer Schritt in die Richtung , dass alleine ökonomische Interessen der Netzwerkprovider über den Zugang zum Internet und dessen Nutzungsmöglichkeiten entscheidet. Zudem besteht die Möglichkeit, dass andere Länder nachziehen. Wir hoffen sehr, dass die Neutralität als Grundprinzip des Internets erhalten bleibt.

 

 

14.12.2017
DOTZON Geschenke der Hoffnung

Ein weiteres ereignis- und inhaltsreiches Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Bei DOTZON blicken wir auf spannende Projekte und viele Begegnungen mit tollen Kunden zurück. Wir freuen uns sehr, dass nun alle Kunden mit ihrer eigenen Top-Level-Domain online sind und damit das Internet vielfältiger machen. Wir bedanken uns sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit bei unseren Kunden, Partnern und dem gesamten Team!

Statt Geschenke zu versenden, haben wir uns auch in diesem Jahr entschieden, Kinder zu unterstützen, denen es nicht so gut geht. Daher haben wir bereits im November zwanzig Schuhkartons für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ gespendet.

Mit der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ erhalten Kinder aus bedürftigen Familien, deren Eltern kein Geld für Weihnachtsgeschenke haben, einen festlich geschmückten Schuhkarton voller kleiner und großer Überraschungen. Das Paket haben wir gefüllt mit Nützlichem, hübschen Kleinigkeiten und süßen Freudemachern, wie zum Beispiel einem Pulli, StarWars-Aufklebern, Schreibutensilien, Mütze, Süßigkeiten, Zahnbürste, einer selbstgebastelten Karte und vielem mehr. So hoffen wir, auch dieses Jahr wieder ein paar Kinder glücklich zu machen und zu einem fröhlichen Weihnachtsfest beizutragen.

In diesem Sinne wünschen wir eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

11.12.2017
Weltkarte geoTLDs

Die digitale Kommunikationsinfrastruktur für digitale Bürgerdienste basiert heute wie auch in der absehbaren Zukunft auf Internetadressen und IP-Adressen. Ohne Internetadressen wie www.hannover.de oder www.land.nrw funktioniert keine elektronische Kommunikation per E-Mail und Webseiten gäbe es erst gar nicht.

Die maßgeblich von der Privatwirtschaft betriebenen Internetadressen sind damit Bestandteil der kritischen Infrastruktur für jede Behördenkommunikation, so wie Strom oder Glasfaserkabel. Das den Internetadressen zugrundeliegende, so genannte DNS (Domänen-Namen-System) hat sich seit über 30 Jahren als äußerst robust herausgestellt und ist durch ständige Weiterentwicklung der weltweiten Internet-Community überaus zukunftsfähig.

Berlin ist Vorreiter bei der Internet-Adressierung

Bestandteil dieser Weiterentwicklung ist die Erweiterung der Internetadressen über Länderendungen wie .de hinaus, hin zu lokal verorteten Endungen mit den Namen von Städten, Bundesländern und Regionen. Weltweit war .berlin die erste Internet-Endung für die Bürger, Unternehmen und Verwaltung einer Stadt und stieß damit eine Entwicklung an, der bislang über 40 Metropolen und rund 20 Regionen und Bundesländer folgten. Viele weitere Gebietskörperschaften werden nach Einschätzung der Internet-Verwaltungsorganisation ICANN folgen.

Deutschland ist weltweiter Marktführer

In dieser nachhaltigen Entwicklung ist Deutschland bislang Marktführer. Kein Land der Welt hat heute mehr lokale, sogenannte Top-Level-Domains. Mit .berlin, .hamburg sowie .koeln und .cologne gibt es vier städtische Endungen. In Bayern, NRW und dem Saarland werden gleichnamige Endungen für das jeweilige Bundesland betrieben und .ruhr ist eine regionale Endung für einen Metropolenraum. Von Verwaltungen werden diese Endungen allerdings noch nicht genügend angenommen.

Bürger wollen kurze, verständliche Internetadressen

Der Raum an verfügbaren Internetadressen innerhalb einer Stadt ist begrenzt. In der Regel betreibt eine Stadt eine zentrale Adresse wie hamburg.de. Unter dieser drängeln sich teilweise mittlerweile Millionen Dokumente, deren Adressierung Internetadressen nach sich zieht, die über zwei Zeilen Text laufen und so lang sind, dass sie von der Browserzeile gar nicht mehr komplett angezeigt werden können. Solche Internetadressen sind von Bürgern weder intuitiv verständlich noch gewünscht, wie eine repräsentative Studie des deutschen Internetverbandes eco e.V. zeigt. So bevorzugen 43 Prozent der befragten Internetnutzer eine kurze und beschreibende Adresse wie www.fundbüro.hannover. Die tatsächlich von der Verwaltung kommunizierte Adresse –  www.hannover.de/de/aemter/bereiche/buerger/fundbuero  ̶  stieß bei nur 1,4 Prozent der Befragten auf Zustimmung.

Dass die Adressierung von e-Government-Angeboten und die damit einhergehende Auffindbarkeit durch Suchmaschinen einer der wichtigsten Punkte bei der Akzeptanz von digitalen Bürgerdiensten ist, zeigt die jüngst veröffentlichte Studie der Initiative D21.Ein ganzes Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema „Zugang zu den Verwaltungsangeboten“ und lässt die Internetauftritte deutscher Verwaltungen in keinem guten Licht erscheinen:

Inzwischen sind die Internetseiten der Verwaltung in Deutschland und der Schweiz fast das häufigste Informationsmedium zu Online-Behördendiensten, in Österreich sind sie deutlich weniger relevant. Auch Suchmaschinen, wie beispielsweise Google, sind eine weitere wichtige Informationsquelle für digitale Verwaltungsangebote. Nicht zu finden, was man sucht, ist eine der größten Nutzungsbarrieren. Daher sind intelligente Suchmechanismen und ein verständliches Vokabular jenseits der Amtssprache unerlässlich, damit vorhandene Online-Bürgerdienste auch gefunden werden können.

  • Die Internetseiten der Verwaltung werden in Deutschland bereits genauso oft als Ausgangspunkt der Online-Suche genutzt wie die gängigen Suchmaschinen.
  • Jüngere beginnen ihre Suche nach digitalen Verwaltungsangeboten häufig bei Suchmaschinen, Ältere bevorzugen die Internetseiten der Verwaltung.

Daher sind intelligente Suchmechanismen und ein verständliches Vokabular jenseits der Amtssprache unerlässlich, damit vorhandene Online-Bürgerdienste auch gefunden werden können.

Die Experten des Onlinemediums E-Government-Computing formulieren das Ergebnis der Studie mit den Worten „eGovernment kommt nicht in der Bevölkerung an“. Die Zufriedenheit mit den Diensten nimmt demnach deutlich ab. Besorgniserregend ist zudem, dass die Nutzung des E-Government in Deutschland gegenüber Österreich und der Schweiz immer weiter zurückfällt.

Die Studie E-Government Monitor 2017 wurde vom Marktforschungsunternehmen Kantar TNS durchgeführt und liefert seit 2012 jährlich einen umfassenden Überblick zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Bürgerdienste in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Intuitive Internetadressen wären ein guter Startpunkt

Aus der D21-Studie lässt sich eindeutig ableiten, wie wichtig die Adressierung von digitalen Verwaltungsangeboten ist, um den Bürgern eine Suche danach so einfach wie möglich zu machen. Wenn Bürger sich die Internetadressen von Verwaltungsangeboten sogar intuitiv merken könnten –beispielsweise www.gewerbeanmeldung.kiel, www.perso.stuttgart oder www.umzug.dresden – dann wäre schon viel gewonnen und die Nutzung sicher deutlich erhöht. Die am häufigsten angefragten Verwaltungsdienstleistungen sind übrigens:

  • KFZ-Zulassung
  • Müllabfuhrkalender
  • Fundbüro
  • Eheschließung
  • Hundesteuer
  • Elterngeld
  • Anmeldung und Ummeldung
  • Personalausweis

Zudem listet Google Internetadressen mit lokalen Endungen von Städten, Bundesländern und Regionen besser als gleichnamige mit einer .de- oder-.com Endung, wie eine Studie der Suchmaschinenexperten von Searchmetrics zeigt. Das ist sicherlich ein sehr starkes Argument, denn die D21-Studie zeigt, dass mehr als die Hälfte aller Suchen nach Verwaltungsangeboten in Suchmaschinen starten.

29.11.2017
Key-Performance-Indikatoren

Mit .berlin, .hamburg und .koeln fing es 2014 an – die neuen City-Top-Level-Domains (kurz cityTLDs) gingen online. Mittlerweile wurden 44 Domain-Endungen für Städte von der Internet-Verwaltungsorganisation ICANN zugelassen und geben den zugehörigen Stadtverwaltungen, Unternehmen und Bewohnern die Möglichkeit, im Netz Flagge zu zeigen. Neben cityTLDs gibt es regionale Endungen (kurz regionTLDs); zusammen bezeichnet man sie auch als geographische Top-Level-Domains (www.geotlds.group).

Immer wieder wird jedoch gefragt, inwiefern cityTLDs nützlich sind und wie der Erfolg solcher Domain-Endungen gemessen und bewertet werden kann.  Oft sehen Laien und Presse lediglich die Anzahl der Registrierungen als Maßstab für den Erfolg einer cityTLD und bewerten ihn negativ, weil die Registrierungszahlen weit hinter denen der Domain-Endung .de zurückbleiben. Allerdings hinkt dieser Vergleich: Die Endung .de gibt es seit 1986, hat also fast 30 Jahre Vorsprung, und richtet sich im Gegensatz zu cityTLDs an sämtliche Internetnutzer in Deutschland – und nicht nur an ein lokales Publikum.

Um verlässlichere Aussagen treffen zu können, hat Dirk Krischenowski im Rahmen seiner Tätigkeit als stellvertretender Vorstand des geoTLD-Verbandes Kennzahlen zur Erfolgsmessung von cityTLDs entwickelt. Diese sogenannten Key-Performance-Indikatoren (kurz KPIs) sollen den Erfolg von cityTLDs objektiv messbar machen. Sie wurden danach ausgesucht, ob sie der SMART-Formel entsprechend spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und zeitlich sind. Außerdem wurden sowohl quantitative als auch qualitative KPIs einbezogen.

Folgende KPIs bestimmen den Erfolg einer cityTLD:

  1. Umsatz: Da jede cityTLD profitabel wirtschaften muss, ist der Umsatz einer der wichtigsten KPIs. Er setzt sich aus der Anzahl registrierter Domains und dem durchschnittlichen Verkaufspreis an den Großhandel (hier Registrare) zusammen. Je größer der Umsatz, desto erfolgreicher ist eine cityTLD.
  2. Anzahl aktiver Domains: Je mehr Domains tatsächlich aktiv von den Inhabern für Webseiten genutzt werden, also im Internet und in Suchmaschinen sichtbar sind, desto erfolgreicher ist eine cityTLD. Hier ist der Kehrwert der bei www.ntldstats.com angegeben „Parked Domains” die Messgröße. So zählte .nagoya Ende des Jahres 2016 rund 68 Prozent aktive Domains, während bei .melbourne nur 28 Prozent der Domains aktiv betrieben wurden.
  3. Domains pro Einwohner: Je mehr Domains pro Einwohner registriert sind, desto beliebter ist die cityTLD in der jeweiligen Stadt. Hier schwankten die Werte Ende 2016 zwischen einer und 45 Domains pro Einwohner.
  4. Webseiten pro Domain:  Mit einer einfachen Suche bei Google lässt sich feststellen, wie viele Webseiten pro registrierter Domain bei Google gelistet sind. Unter .koeln waren lediglich drei Webseiten pro Domain gelistet, während es bei .brussels über 200 Webseiten waren. Das lässt sich damit erklären, dass unter .brussel große Unternehmen und Institutionen (z. B. Stadtverwaltung und  Universitäten) Domains betreiben.
  5. Verlängerungsrate: Domains sind i. d. R., wie auch Zeitschriften, ein Abo-Modell. Eine cityTLD ist damit umso erfolgreicher, je höher die Verlängerungsrate ist.
  6. Gelistete Domains unter den Top 1 Million Webseiten (www.alexa.com): Je mehr Webseiten im Index der weltweit meistbesuchten Webseiten gelistet sind, desto aktiver ist eine cityTLD bzw. die Inhaber von Domains unter der cityTLD. Spitzenreiter war hier .nyc mit 31 gelisteten Domains.
  7. Länderendung versus Stadtendung: Als KPI interessant ist auch, wie stark sich die cityTLD gegenüber der Länderendung durchsetzen konnte. Während die cityTLD .london nur 4% des Marktes der Länderendung .uk erreichte, waren es für .istanbul ganze 384% gegenüber .tr.
  8. Bruttosozialprodukt pro Domain: Die Attraktivität von cityTLD-Domains ist dann hoch, wenn das Bruttosozialprodukt pro Domain gering ist, vom verfügbaren Einkommen also verhältnismäßig viele Domains registriert werden.
16.11.2017
foodstarter.edeka

Zusammenarbeit zwischen Edeka und Start-Ups

Seit 2015 bietet Edeka Start-ups die Möglichkeit, ihre Produkte vorzustellen und in Edeka-Märkten zu platzieren. Dafür hat Edeka nun unter www.foodstarter.edeka; eine Bewerbungsplattform für Start-ups aufgesetzt, auf der sie ihre Produkte vorstellen können und die Genossenschaftsmitglieder von Edeka Kontakt aufnehmen können.

Neue Plattform www.foodstarter.edeka

Die neu aufgesetzte Plattform www.foodstarter.edeka dient dabei als erster Kontaktpunkt zwischen Start-ups und Edeka-Händlern und schafft eine effiziente Kommunikationsbasis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. So können Start-Ups viel schneller ihre Produkte vorstellen, statt sich langwierig über die Hauptseite bis zum passenden Ansprechpartner durchnavigieren zu müssen. Gleichzeitig kommuniziert Edeka mit seiner .edeka-Adresse, wie innovativ das Unternehmen ist.

 

30.10.2017
ICANN Abu Dhabi

Im Fokus der Gespräche und Diskussionen auf dem ICANN-Meeting in Abu Dhabi standen die Themen GDPR (EU-DSGVO) und die Ausgestaltung der nächsten Bewerbungsrunde.

Diskussion und Mitarbeit an GDPR-Umsetzungsrichtlinien

ICANN hat eine erste von mehreren Rechtsanalysen herausgegeben und wird die anderen in den nächsten Monaten herausgeben. Während des ICANN-Meetings fanden mehrere Sitzungen zum Thema EU-Datenschutzverordnung statt. DOTZON arbeitet gemeinsam mit anderen Mitgliedern des eco e.V. – Deutscher Verband der Internetwirtschaft - an einem konkreten Leitfaden für die Umsetzung der EU-Datenschutzverordnung mit.

Nächste Bewerbungsrunde für neue Top-Level-Domains

Ab sofort wird in fünf Arbeitsgruppen an den Rahmenbedingungen gearbeitet, unter denen sich Bewerber künftig für eine eigene Internetendung bewerben können, in diesen Arbeitsgruppen sind wir aktives Mitglied. Zu den vier bestehenden Arbeitsgruppen ist eine fünfte hinzugekommen, die sich ausschließlich mit dem Themenbereich der geografischen Bewerbungen befasst.

29.08.2017
Mehr Vielfalt durch gTLDs

 

Generische Begriffe als Top-Level-Domain

Unternehmen haben sich für eine Vielzahl generischer TLDs beworben, mit denen sie Schlagworte zu ihren Branchen, Dienstleistungen und Produkten besetzen. Booking.com betreibt .hotels, L’Oréal nutzt .beauty und Amazon verwendet .books. Die Endung wird exklusiv durch das jeweilige Unternehmen betrieben, es entscheidet, wem Adressen zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

Thematisch passend, sprechend und vielfältiger

Dazu gehören Internetadressen mit thematischen Schwerpunkten wie www.kranken.versicherung, www.primer-laquer.beauty, www.schwarzwald.reise und www.beste-lage.immo. Möglich sind aber auch klarere Botschaften wie beispielsweise www.xbox.microsoft, www.schmidt.gmbh und www.angel.shop. Mehr Vielfalt bieten sprechende Adressen wie www.chardonnay.vine, www.klavier.schule und www.holidays-for.kids.

 

 

14.08.2017
GDPR

Die neue GDPR-Richtlinie ist seit dem 24. Mai 2016 wirksam

Organisationen in den Mitgliedsstaaten müssen sie bis 25. Mai 2018 umsetzen. Ziel der Richtlinie ist es, die Datenschutzgesetze in Europa zu harmonisieren, den Datenschutz der EU-Bürger zu verbessern und zu schützen sowie ein einheitliches Vorgehen für die Art und Weise, wie Organisationen in der EU den Datenschutz gestalten, vorzugeben. Die Richtlinie gilt für Personen und Organisation, die personenbezogene Daten von EU-Einwohnern im Zusammenhang mit dem Angebot von Waren oder Dienstleistungen verarbeiten oder ihr Verhalten überwachen. Daher betrifft die Richtlinie auch die Domain-Industrie. Sie muss die Datenverarbeitung und -speicherung an die Vorgaben der EU anpassen. ICANN übernimmt derzeit eine rechtliche Überprüfung der Auswirkungen der GDPR- Richtlinie auf die Domain-Industrie (wie beispielsweise auf Whois, Escrow, ...). Im Laufe des Jahres werden sich ICANN und die ICANN-Community zu den Auswirkungen verständigen und Maßnahmen zur Einhaltung der GDPR-Richtlinie im Jahr 2018 treffen.

01.08.2017
ICANN

Der geltende Vertrag zwischen Top-Level-Domain-Betreibern und ICANN wurde nach mehrjährigen Konsultationen gemäß § 7.6 und § 7.7 sowie einer öffentlichen Kommentarphase angepasst. Der ICANN-Vorstand hat die vorgeschlagene Änderungen bezüglich des New gTLD ICANN Registry Agreements am 18. Mai 2017 genehmigt. Nach der Genehmigung hat ICANN am 1. Juni 2017 diesen Beschluss mit einer 60-tägigen Informationsfrist an die Registry-Betreiber versendet, ehe das geänderte Registry Agreement dann am 31. Juli 2017 in Kraft tritt. Die Änderung wird gemäß § 7.7 (c) des Registry Agreement automatisch wirksam. Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens hat ICANN die Änderung auf der allgemeinen Webseite der Registry Agreements sowie jeweils auf den individuellen Webseiten jeder einzelnen Registry veröffentlicht (unter www.icann.org).

12.07.2017
Conectivity

Damit Wirtschaft und Bürger voll von E-Government profitieren können, ist es notwendig, dass der Zugang zu elektronischen Behördenleistungen einfach, benutzerfreundlich und harmonisiert ist. Eine geografische Top-Level-Domain kann dazu beitragen durch die Unterstützung und Förderung der internationalen Sichtbarkeit der Stadt bzw. Region, insbesondere von Wirtschaft, Verbänden/Vereinen, Sport, Kultur und Organisationen,langfristige Stärkung des Werts und des Ansehens der Stadt bzw. Region, langfristige Stärkung des Werts und des Ansehens der Produkte und Dienstleistungen aus der Stadt bzw. Region, um das Vertrauen der Bürger zu erhöhen, Bereitstellung einer Plattform im virtuellen Raum, die nur bei einem Bezug zur Stadt bzw. Region benutzt werden kann. Städte und Regionen haben mit einer eigenen Top-Level-Domain die Chance, Veränderungen und Innovationen im Bereich E-Government mit einer Änderung der Domain-Endung zu verbinden, um die Wahrnehmung und Wirkung unter den Bürgern zu erhöhen.