13.01.2021
Dotzon Prognosen 2021

Unsere Prognosen für das Jahr 2021 betrachten die DSGVO, DNS-Abuse, Trends im Internet-Governance, die Entwicklungen bei ICANN und der Domain-Industrie.

Unsere Prognosen für das Jahr 2021 beginnen mit einem Rückblick auf das Jahr 2020 und unsere letztjährigen Prognosen. Trotz der Pandemie sind sie weitgehend so eingetreten, wie erwartet. Der Paukenschlag Anfang des Jahres 2020 war sicherlich die gescheiterte Übernahme der .org-Internetendung durch Ethos Capital. Stattdessen fand am Jahresende zwischen donuts und Afilias eine der größten Übernahmen unserer Industrie statt.

Fazit ist, dass die Pandemie unserer Industrie noch mehr Homeoffice und damit keinen persönlichen Austausch, dafür aber einen signifikanten Kundenzuwachs verschafft. Für uns war besonders bedauerlich, dass in dem Zuge das ICANN-Meeting in Hamburg verschoben werden musste. Wir hoffen daher, dass wir die globale ICANN-Community in Deutschland bald willkommen heißen dürfen.

Zeit, nach einem besonderen Jahr 2020 unsere Prognosen für das Jahr 2021 aufzustellen und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

1. Prognose: Aktive Bekämpfung von DNS-Missbrauch

Die meisten Registries und Registrare setzen sich aktiv für die Bekämpfung von DNS-Missbrauch ein, und nehmen ihre Rolle wahr, umfassende Maßnahmen gegen Missbrauch umzusetzen. Das beinhaltet auch eine bessere Kommunikation der Maßnahmen an ihre Stakeholder. Neben verpflichtenden Auflagen der ICANN und unserer eigens dafür entwickelten Lösung, den freiwilligen Selbstverpflichtungen einzelner Registries sind auch erste Aktivitäten sichtbar, mit denen Registries ihre Aktivitäten transparent machen. Dazu gehören beispielsweise .berlin und .hamburg mit ihren jährlich erscheinenden Transparenzberichten. Wir erwarten, dass ICANN sich auf seine rein technische Mission fokussiert und Debatten zu inhaltlichem Missbrauch an entsprechende Stellen verweist.

2. Prognose: Marken und Unternehmen nutzen aktiv ihre eigene .marke-Endung

Die Nutzung der eigenen Top-Level-Domain von Marken und Unternehmen ist im Jahr 2020 weiter gestiegen. Gerade in der Pandemie haben viele die Chance genutzt, ihre Corona-Aktivitäten unter den passenden Domains zu kommunizieren wie beispielsweise www.coronavirus.google und www.coronavirus.abbott. Laut unserer Studie “Digitale Unternehmensmarken 2020” ist .audi erneut die erfolgreichste Unternehmens-TLD, gefolgt von .abbott und .leclerc. Wir erwarten, dass diese Beispiele auch in diesem Jahr weitere Marken dazu veranlassen werden, selbst mit eigenen Kampagnen, Webprojekten und neuen Landingpages auf sich aufmerksam zu machen.

3. Prognose: Registrierungen unter den neuen Top-Level-Domains steigen weiter an

Laut www.ntldstats.com sind im Jahr 2020 die Anzahl registrierter Domains unter den neuen Top-Level-Domains um gut 400.000 Domains auf 31,964 Mio. gestiegen. Die Registrierungen ergeben sich aus den 1.176 neuen Top-Level-Domains, von denen zum Jahresende 2020 die TLDs .icu, .top, .xyz, .site und .online zu den TOP 5 gehörten. Wir erwarten für 2021, dass sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzt, da gerade unter den neuen Top-Level-Domains viele gute Namen verfügbar sind. Beliebt sind weiter neben den geografischen insbesondere sprechende Top-Level-Domains wie .club, .shop und .app sind. Seit Launch im September 2020 hat sich die Top-Level-Domain .gay auf über 7.000 registrierte Domains gut entwickelt.

4. Prognose: Die DSGVO gerät unter Druck

Eines der wichtigsten Themen unserer Industrie wird die fortgesetzte Debatte um einen besseren Schutz von Internetnutzern und Domain-Inhabern gemäß der DSGVO unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Interessen der Markeninhaber sein. Denn Internetnutzer und Domain-Inhaber erleben häufig DNS-Attacken wie Phishing, Botnetze und Malware, während Markeninhaber seit Inkrafttreten der DSGVO deutlich weniger Handlungsoptionen gegen missbräuchliche Domain-Registrierungen haben.

5. Prognose: Konsolidierung in der Branche wird weitergehen

Die Branche hat sich auch im Jahr 2020 weiter konsolidiert, sowohl was die Betreiber von Top-Level-Domains als auch ihre Vertriebspartner betrifft. Auch wenn die gescheiterte Übernahme von .org durch Ethos Capital sicherlich überraschend war, ist die Übernahme von Afilias durch donuts sicherlich das herausragendste Ereignis des Jahres. Wir erwarten, dass sich diese Dynamik auch 2021 weiter fortsetzt und gehen von weiteren Konsolidierungen aus.

6. Prognose: ICANN-Board gibt grünes Licht für neue Bewerbungsrunde

Die Entwicklung der Rahmenbedingungen für die nächste Bewerbungsrunde hat weiter große Fortschritte gemacht. Wir haben uns von Anfang als Arbeitsgruppenmitglied aktiv in die Debatte eingebracht, unsere Arbeit fand mit dem finalen Report im Januar 2021 seinen Abschluss. Wir erwarten daher, dass der finale Report in diesem Jahr von der GNSO und dem ICANN-Board grünes Licht erhält und damit der Auftrag für die konkrete Ausgestaltung der nächsten Bewerbungsrunde initiiert wird.

7. Prognose: Globale Debatte um Internet Governance behält Bedeutung

Nachdem Deutschland Gastgeber des globalen Internet Governance Forums im Herbst 2019 in Berlin war, erwarten wir nach online geführten Debatten und einem hybriden IGF-D eine weitergehende Beschäftigung mit dem Thema Internet Governance. Die Gründung diverser Initiativen und mediale Aufmerksamkeit zeigt das Interesse an dem Thema, u.a. auch bei der Internet Society Deutschland e.V..

8. Prognose: ICANN thematisiert Public Interest und seine Mission

Wie ICANN bei seinen Entscheidungen das öffentliche Interesse berücksichtigt, ist nicht nur auf Board-Ebene, sondern auch innerhalb der ICANN-Community zunehmend in das Bewusstsein gerückt. Mit dem vom Board ausgearbeiteten Vorschlag wurde ein erster Schritt getan, weitere Aktivitäten müssen in diesem Jahr folgen, auch nach der massiven Kritik zur Rolle von ICANN zum Verkauf der .org-Endung. Daher werden aus der Community Forderungen lauter, dass sich ICANN erneut auf ihre Mission konzentriert, „den stabilen und sicheren Betrieb der einzigartigen Identifizierungssysteme des Internets sicherzustellen“. Das ICANN-Board wird sich damit auseinandersetzen müssen, um weiter die relevante Instanz für die globale Internetverwaltung zu bleiben.

Wir freuen uns darauf, an dieser Stelle im kommenden Jahr unsere Prognosen für das Jahr 2021 Revue passieren zu lassen.
 

12.11.2020
dotBrand Wortwolke

Nach dem vergangenen Bewerbungsfenster für die eigene Top-Level-Domain konkretisiert ICANN, wann die Bewerbung um dotBrand möglich sein wird.

Nach dem vergangenen Bewerbungsfenster für die eigene Top-Level-Domain konkretisiert ICANN, wann die Bewerbung um dotBrand möglich sein wird.

ICANN Policy-Arbeitsgruppe in finalen Beratungen - Bewerbung um dotBrand

Nach Abschluss der vergangenen Bewerbungsrunde und der damit verbundenen Kritik hat eine eigens dafür aufgesetzte Policy-Arbeitsgruppe ihre Arbeit aufgenommen. Sie analysierte Verbesserungspotentiale aus der vergangenen Bewerbungsrunde.
Nach mehr als fünf Jahren Arbeit dieser Arbeitsgruppe, in der wir als einziges deutsche Unternehmen aktiv mitgearbeitet haben, steht der abschließende Bericht kurz bevor. Voraussichtlich zum Jahresende soll er veröffentlicht werden, und der weltweiten Community zur Verfügung gestellt werden. Daran schliesst sich die Freigabe in diversen Gremien an.

ICANN bereitet sich auf Umsetzung der Empfehlungen vor

Nach der Gremien-Zustimmung geht ICANN davon aus, dass sie im Sommer 2021 mit der Umsetzung der Empfehlungen beginnen können. ICANN hat nun veröffentlicht, wann sie mit dem Abschluss der Vorbereitungen für die Einführung neuer Top-Level-Domains rechnen, um im Anschluss das Bewerbungsfenster anzukündigen. Laut ICANN-Planung sollen im Sommer 2023 die Arbeiten abgeschlossen sein. 

Aus mehr als 30 Bewerbungsverfahren, für die wir seit dem Jahr 2006 die Rahmenbedingungen mitentwickelt haben, und für die wir die Bewerbung geschrieben und begleitet haben, profitieren Kunden von unserem umfassenden Know-how. Diese Erfahrungen, unsere Empfehlungen und mehr Details zur Möglichkeit Ihrer Bewerbung um dotBrand teilen wir gerne mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch.
 

04.11.2020
Digitale Unternehmensmarken 2020 gross

Die Dotzon-Studie Digitale Unternehmensmarken 2020 ist erschienen, die drei Digitalen Unternehmensmarken .audi, .abbott und .leclerc belegen die drei ersten Plätze.

Die Dotzon-Studie Digitale Unternehmensmarken 2020 ist erschienen, in der die drei Digitalen Unternehmensmarken .audi, .abbott und .leclerc die vorderen drei Plätze belegen. Unternehmen aus der Automobil-, Finanz- und IT-Branche dominieren auch in der diesjährigen Studie das Top-10-Ranking. Die Studie untersucht nach 2019 und 2018 bereits zum dritten Mal, wie Unternehmensmarken erfolgreich als Top-Level-Domains genutzt werden und stellt die besten Ergebnisse detailliert in einem Top-10-Ranking vor. 

Digitale Unternehmensmarken 2020 – die Top 10

Die diesjährige Studie zeigt, dass .audi die erfolgreichste Digitale Unternehmensmarke weltweit ist, gefolgt von .abbott auf Platz 2 und .leclerc auf Platz 3. Auf Platz 4 und 5 folgende .bnpparis und .weber. Auf Platz 6 und 7 landen mit .google und .cern zwei Neueinsteiger. Ihnen folgen auf Platz 8, 9 und 10 .neustar, .dvag und .seat. Mit .audi, .weber und .dvag finden sich drei deutsche Unternehmen unter den Top 10. Damit belegen Unternehmen der Automobilindustrie und Finanzwirtschaft, wie auch schon 2019, die vorderen Plätze der Studie.

Digitale Unternehmensmarken 2020 – die Aufsteiger 

Erstmals in den Top 10 vertreten sind der US-amerikanische Konzern .google sowie das schweizer Forschungsinstitut .cern. Mit der Adresse www.about.google schafft Google es sogar unter den eine Million am besten gerankten Websites auf den hervorragenden Alexa-Rank 920.

Digitale Unternehmensmarken 2020 stellt konkrete Nutzungsbeispiele vor 

Mittelpunkt der Studie ist das Top-10-Ranking, für das alle derzeit existierenden Marken-Endungen analysiert wurden. Insgesamt sind das knapp 500 Endungen, hinter denen etwa 330 Unternehmen stehen. Die Bewertung der Digitalen Unternehmensmarken beruht auf insgesamt sieben Parametern, die sowohl quantitative als auch qualitative Werte berücksichtigen. Zudem veranschaulicht die Studie anhand zahlreicher konkreter Beispiele, wie Unternehmen ihre Domain-Endung als digitale Marke verankern und damit ihr Markenimage stärken. Sie nutzen ihre Top-Level-Domain beispielsweise als starkes Kommunikationsinstrument, das den Austausch mit Kunden, Händlern, Zulieferern oder der Presse unter einem weltweit einheitlichen Dach ermöglicht.

Die Studie ist hier abrufbar.

31.10.2020
Beste globale Brands 2020 Wortwolke

Interbrand hat seine „Best Global Brands“ Studie veröffentlicht. Wir analysieren, ob es eine Korrelation zwischen den besten globalen Marken und Marken mit einer eigenen TLD gibt.

Interbrand hat seine „Best Global Brands“ Studie veröffentlicht. Eine gute Gelegenheit, sich genauer anzuschauen, ob es eine Korrelation zwischen den besten globalen Marken und Marken mit einer eigenen .brand-TLD gibt.

Die am 20. Oktober 2020 erschienene Analyse ist hier abrufbar, und stellt die Top 100 globalen Brands vor. Drei Komponenten gaben den Ausschlag für die Platzierung: Zum einen die finanzielle Leistung der Marke, des Produktes oder der Dienstleistung. Die zweite Komponente ist die Rolle der Marke, und inwiefern sie bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielt. Die Wettbewerbsstärke und -fähigkeit der Marke bildet den dritten Bestandteil in der Interbrand-Analyse.

Die Top 20 der „Best Global Brands 2020“

Brand

Rang

Eigene TLD

Apple

1

X

Amazon

2

X (mehrere)

Microsoft

3

X (mehrere)

Google

4

X (mehrere)

Samsung

5

X (mehrere)

Coca-Cola

6

-

Toyota

7

X

Mercedes Benz

8

-

McDonalds

9

- (eingestellt: .mcd und .mcdonalds

Disney

10

-

BMW

11

X

Intel

12

- (eingestellt: .intel)

Facebook

13

 

IBM

14

X

Nike

15

X

Cisco

16

X

Louis Vuitton

17

-

SAP

18

X

Instagram

19

-

Honda

20

X

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter den Top 10 haben 6 Marken eine eigene TLD. Hinzu kommt McDonalds auf Platz neun, die ihre zwei eigenen TLDs eingestellt hat. Von den Top 20 besitzen immerhin 12 Marken eine eigene TLD. Neben McDonalds hat sich auch Intel auf Platz zwölf entschieden, die eigene TLD einzustellen. Microsoft und Samsung betreiben neben ihrer Unternehmensmarke auch weitere Produktmarken und generische Begriffe. Zwei Unternehmen nehmen eine spezielle Rolle ein: Google kommt mit dem Betrieb von beachtlichen 46 TLDs, darunter .google, .app, .search und .new, eine Sonderrolle zu. Ebenso Amazon, die 55 TLDs betreiben. McDonalds hat seine beiden TLDs im November 2017 eingestellt und Intel wird den Betrieb seines TLD im November 2020 beenden.

Die besten globalen Marken aus Deutschland

Marke

Rang

Eigene TLD

Mercedes Benz

8

-

BMW

11

X

SAP

18

X

Allianz

39

-

Audi

44

X

VW

47

X

adidas

50

-

Porsche

55

-

Siemens

61

-

DHL

81

X

Mini

95

X

 

 

 

 

 

 

 

 

Von den elf deutschen Marken des Interbrand-Rankings besitzen etwas mehr als die Hälfte, nämlich sechs, eine eigene TLD ihrer Marke.

Auch Newcomer der besten globalen Marken haben eine eigene .brand-TLD

Im Vergleich zum Vorjahr sind 5 Marken ausgeschieden, und dafür Tesla, zoom, Johnnie Walker, Youtube und Instagram neu im Ranking vertreten. Von den fünf neuen Marken nutzt Youtube seine Marke als TLD unter .youtube. Youtube nutzt beispielsweise die Adresse www.blog.youtube als offizielle Blog-Adresse, um über aktuelle Ereignisse aus dem Firmenalltag zu berichten.

Beziehung zwischen den besten globalen Marken und einer eigenen .brand-TLD

Auch wenn nicht alle besten globalen Marken eine eigene .brand-TLD besitzen, ist es doch die Mehrheit. Offensichtlich gibt es also einen Zusammenhang zwischen Marken, die gemäß den Interbrand-Kriterien gut ranken und Marken mit einer eigenen .brand-TLD.

31.10.2020
ICANN69-Logo

Beim 69. ICANN-Meeting standen die Themenbereiche Domain-Missbrauch, die Einführung neuer gTLDs und Zugriff auf WHOIS-Daten im Fokus.

Das 69. ICANN-Meeting fand in den vergangenen zwei Wochen in Hamburg erneut rein virtuell statt. Von Dotzon nahmen Katrin Ohlmer, Dirk Krischenowski und Matthias Pfeifer am Meeting teil. In den Sitzungen standen erneut die Themenbereiche Domain-Missbrauch, die Einführung neuer gTLDs und Zugriff auf WHOIS-Daten im Fokus.

Mehrere Sitzungen auf 69. ICANN-Meeting zu Empfehlungen für neue gTLDs 

Nachdem die Frist für öffentliche Kommentare zum Entwurf des Berichts der Arbeitsgruppe am 30. September abgelaufen ist, hat die Arbeitsgruppe, in der wir seit deren Beginn im Jahr 2016 mitarbeiten, mit der Analyse der eingegangenen Kommentare begonnen. Während ICANN69 hatte die Arbeitsgruppe am 14. Oktober zwei Sitzungen, in denen sie die Kommentare zu zwei Themen diskutierte: Bewerber-Support und Community-Bewerbungen. Als nächste Schritte wird die Arbeitsgruppe weiter die öffentlichen Kommentare und analysieren, mit dem Ziel, ihre Empfehlungen abzuschließen und ihren Abschlussbericht zu veröffentlichen, der im Dezember 2020 vorliegen soll.

Im Fokus des 69. ICANN-Meeting: Debatten zwischen Betreibern und anderen Stakeholdern zu Domain-Missbrauch

In diversen Debatten tauschten sich Betreiber, Provider, Internetnutzervertreter und IP-Anwälte zu dem aktuellen Stand bei Domain-Missbrauch aus. Sowohl Betreiber als auch Provider wiesen erneut darauf hin, dass sie durch vielfältige verpflichtende und freiwillige Maßnahmen alles in ihrer Macht Stehende tun, um Domain-Missbrauch zu minimieren. Hingegen forderten Internetnutzervertreter und IP-Anwälte, dass mehr Mechanismen genutzt werden sollten, u.a. mehr proaktive Maßnahmen. Eine Einigung auf ein gemeinsames Ziel war leider nicht möglich. Die Debatte wird sicherlich in den kommenden Monaten und Jahren fortgesetzt.

Wichtiges Thema beim 69. ICANN-Meeting: Debatten um Zugriff auf Inhaberdaten von Domains 

Seit Inkrafttreten der DSGVO sind Inhaberdaten von Domains nicht mehr öffentlich einsehbar. Die ICANN-Arbeitsgruppe hat mittlerweile einen Bericht erarbeitet, wie berechtigte Parteien automatisiert Zugriff auf Inhaberdaten von Domains erhalten könnten, der derzeit weiter konkretisiert und ausgearbeitet wird.

Eine Übersicht des Konferenzprogramms ist nach Registrierung hier einsehbar: 69.schedule.icann.org.

20.10.2020
Begriffe mit Corona-Wortwolke

Die dotBrand-Strategie umfasst auch die Reaktion auf Trends wie die Entwicklung einer Kommunikationsstrategie zu Aktivitäten und Umgang mit dem Coronavirus und Covid19.

Eine eigene Internetendung bietet die Möglichkeit, kurzfristig und flexibel auf Trends zu reagieren. Seit Beginn der Corona-Epidemie im März 2020 haben daher eine Reihe von Marken im Rahmen ihrer dotBrand-Strategie Informationsangebote aufgesetzt, um ihre Stakeholder über ihre Aktivitäten und Umgang mit dem Coronavirus und Covid19 zu informieren. Wir stellen drei ausgewählte Beispiele vor.

Schweizer Forschungsinstitut CERN stellt Coronavirus-Taskforce vor

Die Forschungseinrichtung CERN nutzt ihre eigene TLD für ihre Unternehmenskommunikation und betreibt zahlreiche Webseiten unter ihrer eigenen Endung. Unter www.againstcovid19.cern wird die neu gegründete Taskforce „Cern Against Covid19“ vorgestellt, die die Ressourcen der Einrichtung nutzt, um den Kampf gegen das Virus zu unterstützen. Die Webseite bietet Informationen zu Ideen und Aktionen rund um dieses Ziel und bietet Nutzern außerdem die Möglichkeit, selbst Ideen einzureichen. Nutzer können mithilfe der zahlreichen Texte, Fotos und Videos das Engagement des Unternehmens und seiner Partner erkunden und selbst ein Teil der Lösung werden.

dotBrand-Strategie von GOOGLE umfasst Informationsportal

Die Krise sorgt für Verunsicherung und Angst – tiefgehende Informationen und Anregungen zum Handeln im Alltag sind daher essenziell wichtig. Google nutzt die eigene TLD mit www.coronavirus.google, um dem Nutzer einen regelmäßig aktualisierten Informationskanal zur Verfügung zu stellen, der mit zahlreichen Links zu tiefergehenden Recherchen ermutigt. Außerdem werden aus dem Angebot des Unternehmens Produkte vorgestellt, die hilfreich sein können – beispielsweise Online-Kurse zur Weiterbildung oder YouTube-Videos zu Gesundheit und Fitness. Unter der kurzen und leicht einprägsamen Adresse lernen Nutzer so die Marke als hilfreichen Partner in der Krise kennen.

Überblick zu Forschungsprojekten von ABBOTT 

Vor allem für Unternehmen, die im Bereich Gesundheit tätig sind, ist die eigene TLD eine Möglichkeit, umfassend über eigene Projekte und Anstrengungen zur Bekämpfung von Covid-19 zu informieren. Das amerikanische Pharma-Unternehmen Abbott nutzt die Domain www.coronavirus.abbott, um die firmeneigenen Forschungsprojekte, beispielsweise zur Verbesserung von Tests, abseits der Firmen-Webseite vorzustellen. Interessierte können sich auf der Seite über aktuelle Entwicklungen und Bemühungen des Unternehmens und seine Produkte informieren. Die eigene TLD ermöglicht die Suchmaschinenoptimierung für die Haltung des Unternehmens zum Thema.
 

26.08.2020
TMCH-Daten

Dotzon bietet Markeninhabern die Hinterlegung von Marken im Trademark Clearinghouse (TMCH), der zentralen Datenbank für Markenrechte.

Das Trademark Clearinghouse (TMCH) ist eine zentrale Datenbank für Markenrechte. Es schützt und informiert Markeninhaber bei Domain-Registrierungen durch Dritte, wenn die Domains dem Markennahmen entsprechen.

Benachrichtigung nur bei „neuen“ TLDs

Ursprünglich waren an das TMCH nur die „neuen“ Top-Level-Domains (gTLDs) angebunden. Benachrichtigungen zu Domain-Registrierungen wurden nur versendet, wenn es bspw. .berlin-, .shop- oder .online-Domains- betraf.

Ausweitung des Trademark Clearinghouse Dienstes auch auf .com-Domains

Mittlerweile sind auch „alte“ TLDs, wie .net und .com Mitglied des TMCH geworden. Nun erhalten Markeninhaber auch Benachrichtigungen bei Domain-Registrierungen unter diesen TLDs. Weitere TLDs werden sich dem TMCH anschließen, so dass Markeninhaber von einem immer breiteren Informationsangebot profitieren.

Schutz der Marke durch TMCH-Mitteilung

Wenn Dritte eine Domain registrieren, prüft das TMCH, ob diese Domain mit einer der Marken in der TMCH-Datenbank übereinstimmt. Bei einer Übereinstimmung wird ein Markenhinweis angezeigt, die Domain kann aber registriert werden. Der Markeninhaber erhält einen Hinweis, dass eine Domain registriert wurde, die seiner Marke entspricht. Der Markeninhaber kann dann ein UDRP- oder URS-Verfahren anstreben und beantragen, dass die Domain gekündigt, übertragen oder gesperrt wird.
 

27.07.2020
Studie Digitale Stadtmarken 2020

Die Studie Digitale Stadtmarken 2020 analysiert zum vierten Mal den Erfolg geografischer Top-Level-Domains. Erstplatzierter der diesjährigen Studie ist .berlin, gefolgt von .amsterdam und .tokyo.

DOTZON hat die Studie "Digitale Stadtmarken 2020" veröffentlicht. Seit 2017 analysiert Dotzon nun zum vierten Mal das Potenzial Digitaler Stadtmarken im internationalen Vergleich und bildet ab, wie erfolgreich Städte ihre digitalen Identitäten nutzen.

Ergebnisse der Studie "Digitale Stadtmarken 2020"

In der diesjährigen Dotzon-Studie „Digitale Stadtmarken“ belegt .berlin erneut den Spitzenplatz, gefolgt von .amsterdam und .tokyo. Erstmals ist erstmal die französische Hauptstadt Paris mit ihrer digitalen Stadtmarke .paris vertreten, und nimmt den siebten Platz ein – Bienvenue! Fortgesetzt hat sich der Trend, dass sich die Digitalen Stadtmarken insbesondere in europäischen Städten sehr positiv entwickeln: Acht Positionen der Top 10 werden von Europas Metropolen besetzt. Bemerkenswert ist die konstante Steigerung von .amsterdam – nach einem neunten Platz in 2018 hat sie sich auf den sechsten Platz im vergangenen Jahr weiterentwickelt und belegt nun den zweiten Platz, knapp hinter .berlin. Ein Anwärter für das Siegertreppchen in 2021? 

Was sind digitale Stadtmarken

Mithilfe Digitaler Stadtmarken positionieren sich Städte im digitalen Raum: Sie unterstützen die Interaktion mit Bürgern, machen die Stadt als attraktives Ziel im globalen Wettbewerb sichtbar und identifizieren lokale Angebote und Dienstleistungen. Für Bürger, Unternehmen und den öffentlichen Sektor sind sie eine ortsbezogene Alternative zu allgemeinen Endungen wie .com und .info.

Erfolgsfaktoren Digitaler Stadtmarken

Erfolgsfaktoren für Digitale Stadtmarken sind neben Stadtmarketingkampagnen wie www.visit.rio oder www.visit.brussels eine hohe Nutzungsrate und Sichtbarkeit in der Stadt sowie die Nutzung durch die Stadtverwaltung und für innovative Projekte und Kampagnen wie www.helfen.berlin, www.metro.istanbul und www.tsc.nyc.

Die ausführliche Studie können Sie als PDF-Datei herunterladen.

30.06.2020
Das ICANN68-Logo

Im Fokus des 68. ICANN-Meeting standen die Themenbereiche Domain-Missbrauch, neue Bewerbungsmöglichkeit für die eigene Top-Level-Domain und Zugriff auf WHOIS-Daten. 

Das 68. ICANN-Meeting fand aufgrund der Corona-Pandemie in der vergangenen Woche erneut rein virtuell statt, statt wie geplant in Kuala Lumpur. Von Dotzon nahmen Katrin Ohlmer, Dirk Krischenowski und Matthias Pfeifer an der Konferenz teil. In den Sitzungen standen erneut die Themenbereiche Domain-Missbrauch, neue Bewerbungsmöglichkeit für die eigene Top-Level-Domain und Zugriff auf WHOIS-Daten im Fokus. 

Betreiber, Provider und Regierungsvertreter debattieren über Domain-Missbrauch

Betreiber und Provider haben sich auf eine einheitliche Abuse-Definition analog zur Formulierung im ICANN-Vertrag geeinigt. Diese sind aus Sicht von Regierungsvertretern sowie assoziierten Behörden (FBI, FTC, Europol, NCA, etc.) allerdings nicht weitgehend genug. Sie fordern daher eine Ausweitung der Definition, ICANN zu schärferen Bestimmungen auf und dass zusätzliche proaktive Maßnahmen gegen den Domain-Missbrauch in die Verträge der Registries und Provider aufgenommen werden

Mehrere Regierungsvertreter forderten mehr Möglichkeiten, um bereits bestehende vertragliche Regeln der ICANN gegen Provider und Registries auch durchzusetzen. Weiterhin wurde in den Raum gestellt, dass die Anbieter von Privacy- und Proxy-Diensten zur Preisgabe von hinterlegten Domain-Inhaberdaten gegenüber den Behörden verpflichtet werden sollten.

Neue Bewerbungsmöglichkeit für eigene TLD – Report auf der Zielgerade

Die Empfehlung von Rahmenbedingungen für Bewerbungen um neue Top-Level-Domains steht kurz vor dem Abschluss mit dem bevorstehenden “Draft final Report”. Während des 68. ICANN-Meetings fanden zwei Sitzungen der Arbeitsgruppe “New gTLD Subsequent Procedures PDP Working Group” statt. Diskutiert wurde u.a. über eine bessere Planbarkeit des Prozesses und Einwände von Regierungsvertretern. Dotzon ist seit Anbeginn das einzige deutsche Unternehmen, welches als aktives Mitglied an dem Review der bisherigen und Entwicklung neuer Rahmenbedingungen mitarbeitet. 

68. ICANN-Meeting geprägt von intensiver Debatte um Zugriff auf Inhaberdaten von Domains 

Seit Inkrafttreten der DSGVO sind Inhaberdaten von Domains nicht mehr öffentlich einsehbar. Die ICANN-Arbeitsgruppe erarbeiten seitdem Richtlinien und eine technische Lösung, wie berechtigte Parteien automatisiert Zugriff auf Inhaberdaten von Domains erhalten könnten. Eine Lösung wurde allerdings während des ICANN-Meetings nicht verabschiedet.

Aus Sicht der Registries und Provider wird die aktuelle WHOIS-Debatte allerdings durch die Corona-Epidemie missbraucht. Im Fahrwasser der Pandemie versuchen einzelne Parteien, erhöhten Missbrauch durch Corona-bezogenen Domain-Registrierungen zu belegen. Damit wollen sie Druck ausüben, die geltenden europäischen Datenschutzgesetze aufzuweichen.

Das Programm sowie die Aufzeichnungen finden sich hier. Auch das dritte Meeting in diesem Jahr, ICANN69, wird rein virtuell stattfinden. Ursprünglich sollte es in Hamburg stattfinden.

13.05.2020
Übersicht Domain-Missbrauch

Domain-Abuse-Monitoring: Aktives Management von Missbrauch dämmt Abuse ein, und hilft, finanzielle Schäden und Rufschäden zu vermeiden.

Internetnutzer sind oft sehr sorglos. Der Schaden kann groß sein. Immer wieder ist zu beobachten, dass sie unbekannte Links in E-Mails anklicken, ohne den Absender vorher zu überprüfen. Dabei können sich hinter vermeintlich harmlosen oder bekannten Internetadressen Betrüger verbergen, die es auf persönliche Daten von Internetnutzern abgesehen haben. Sie verkaufen die Daten weiter oder nutzen sie für illegale Zwecke. Das passiert nicht nur im privaten Bereich, sondern auch immer wieder am Arbeitsplatz. Welche Möglichkeiten bestehen, um diesen Domain-Missbrauch wirksam mit einem Domain-Abuse-Monitoring zu bekämpfen? 

Was können Unternehmen und Städte gegen Domain-Missbrauch tun?

Relevant ist das Thema für alle, die ein Portfolio mit mehreren Domains besitzen, die auch für E-Mails genutzt werden. Hier den Überblick zu behalten, ist nicht immer einfach. Daher sollten sie regelmäßig alle Domains überwachen, ob sie für missbräuchliche Zwecke verwendet werden. Oftmals fällt das auf den ersten Blick gar nicht auf. Professionelle Dienste übernehmen daher das systematische und regelmäßige Monitoring. Fällt im Monitoring eine Domain auf, die vermeintlich missbräuchlich verwendet wird, heißt es aktiv werden. Konkret sollte zusammen mit dem Provider Ursachenforschung betrieben werden mit dem Ziel, den Missbrauch kurzfristig abzustellen. Mit dem Ziel: Den vorhandenen Missbrauch effektiv zu bekämpfen und damit auch künftigen Missbrauch einzudämmen. Denn Betrüger nutzen besonders gerne Domains, die nicht professionell überwacht werden.

Professionelle Unterstützung bei Domain-Missbrauch: Domain-Abuse-Monitoring von DOTZON

Die richtigen Sicherheitsvorkehrungen können die Bedrohungen im Netz minimieren. Effektives Domain-Abuse-Monitoring und -Management deckt etwaigen Missbrauch von Domains schnell auf. So erfahren Domain-Besitzer sofort, wenn ihre Domain unerlaubterweise in fremde Hände gerät. Dann schnell aktiv zu werden, ist wichtig. Denn Domain-Missbrauch kann für die Betroffenen nicht nur finanzielle Schäden nach sich ziehen, sondern sich auch rufschädigend auswirken.

Das DOTZON Abuse-System analysiert regelmäßig Domain-Portfolios auf Missbrauch und protokolliert die Analyseergebnisse. Im Fall von Missbrauch sorgt DOTZON in Zusammenarbeit mit Providern für dessen schnelle Beseitigung. So ist ein schnelles und effektives Handeln sichergestellt. Das Ergebnis wird dokumentiert, und kann beispielsweise für Compliance-Reports oder Jahresberichte genutzt werden.

Weitere Details und Einsatzmöglichkeiten, ausgerichtet auf Ihre Bedürfnisse, stellen wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch vor.