TLD-Bewerbung eingereicht – wie geht es weiter?
Am 12. August 2026 endete das Bewerbungsfenster für neue generische Top-Level-Domains. Nach über 14 Jahren Pause hat ICANN damit erneut die Möglichkeit geschaffen, eigene TLDs zu beantragen. Zahlreiche Bewerber haben diese Chance genutzt und eine TLD-Bewerbung eingereicht – wie geht es weiter? Für alle, die eine TLD-Bewerbung eingereicht haben, beginnt nun eine neue Phase mit klaren Meilensteinen, aber auch strategischen Entscheidungen, die nicht auf die lange Bank geschoben werden sollten.
Die Phase zwischen Einreichung und Reveal Day: Nicht einfach abwarten
Viele Bewerber gehen nach der Einreichung in einen Wartemodus. Das ist verständlich, denn monatelange intensive Arbeit liegt hinter ihnen. Doch die Zeit zwischen dem 12. August und dem Reveal Day im Oktober/November 2026 ist strategisch wertvoller als sie auf den ersten Blick erscheint.
In diesem Zeitraum hat ICANN – außer der Anzahl der Anträge – noch keine Informationen über eingegangene Bewerbungen veröffentlicht. Die Liste der Bewerber und ihrer TLDs ist geheim, wenngleich einige Bewerber bereits ihre TLDs veröffentlicht haben. Das schafft eine besondere Ausgangslage: Bewerber wissen nicht, ob ein anderer die gleiche TLD beantragt hat. Und sie wissen nicht, wer ihnen bei der Zulassung möglicherweise im Weg steht. Ein aufmerksames Beobachten des Marktes ist daher zu empfehlen.
Gleichzeitig besteht in diesem Zeitraum eine Option, die danach nicht mehr möglich ist: Bewerber können ihre Bewerbung selbst aktiv veröffentlichen und damit den Austausch mit möglichen Mitbewerbern suchen, bevor ICANN die Karten auf den Tisch legt. Die Entscheidung, ob und wann man veröffentlicht, sollte daher bewusst und strategisch getroffen werden.
Der Reveal Day
Im Oktober/November veröffentlicht ICANN alle eingegangenen Bewerbungen. Für die TLD-Community ist das der Startschuss für eine intensive Phase: Erstmals wird sichtbar, wer sich um welche TLD beworben hat — und wo es Überschneidungen gibt.
Für Bewerber bedeutet der Reveal Day: Ab sofort ist die eigene Bewerbung öffentlich. Mitbewerber, potenzielle Einwandführer und die breite Öffentlichkeit können die öffentlichen Informationen alles Bewerbungen einsehen. Gleichzeitig startet mit dem Reveal Day die Uhr für mehrere parallele Prozesse.
Contention Sets: Was passiert bei mehreren Bewerbern für die gleiche TLD?
Gehen bei ICANN zwei oder mehr Bewerbungen für die gleiche TLD ein, spricht man von einem Contention Set. Das ist kein Ausnahmefall, in der Runde 2012 gab es zahlreiche solcher Überschneidungen, teils mit mehr als zehn Bewerbern für denselben String.
Innerhalb von 14 Tagen nach dem Reveal Day haben alle Bewerber eines Contention Sets die Möglichkeit, auf ihre vorab festgelegte alternative TLD zu wechseln. Diese Entscheidung ist individuell, geheim und unwiderruflich, jeder Bewerber kann nur einmal wechseln. Wer wechselt, verlässt das ursprüngliche Contention Set. Lässt sich ein Contention Set nicht durch freiwilligen Wechsel auflösen, steht eine weitere Option zur Verfügung. Diese Bewerber nehmen in der Regel in Form einer ICANN-Auktion teil, Ausnahme ist ein möglicher Bewerber für eine CommunityTLD, der bei Bestehen der Prüfung Vorrang hätte.
Einwandphase: 104 Tage ab String Confirmation Day
14 Tage nach dem Reveal Day folgt der sogenannte String Confirmation Day, ab dem die formelle 104-tägige Frist für Einwände beginnt. In diesem Zeitraum können Dritte formelle Einwände gegen eine Bewerbung einreichen. Mögliche Gründe sind unter anderem Konflikte mit bestehenden Marken, moralische oder öffentliche Ordnung sowie Bedenken hinsichtlich der Community, die die TLD repräsentiert. Einwände sind kein seltenes Phänomen, in der Runde 2012 wurden Hunderte von Einwänden eingereicht, die teils jahrelange Verfahren nach sich zogen. Auch hier gilt: Vorbereitung ist entscheidend.
Bewerber sollten frühzeitig analysieren, wer möglicherweise Einwände erheben könnte, und prüfen, ob durch proaktive Kommunikation oder Anpassungen formelle Einwände verhindert werden können. Bestehende Betreiber von TLDs sowie möglicherweise betroffene Dritte sollten ihre Rechte und Erfolgsaussichten für einen Einwand gegenüber einer eingereichten Bewerbung prüfen. Ein Einwand, der durch frühzeitigen Dialog vermieden wird, ist in der Regel Fall besser als einer, der im formellen Verfahren bearbeitet werden muss.
Evaluierungsphase: ICANN prüft alle Bewerbungen
Parallel zu der Phase für Einwände prüft ICANN alle eingereichten Bewerbungen in mehreren Schritten: eine administrative und technische Prüfung, eine inhaltliche Evaluierung der Bewerbungsunterlagen sowie bei Bedarf erweiterte Prüfungen je nach Kategorie der TLD. Dieser Prozess ist aufwendig und zeitintensiv, in der Runde 2012 dauerte er für viele Bewerber mehrere Jahre.
Für die Runde 2026 hat ICANN angekündigt, den Prozess effizienter zu gestalten. Das neu eingeführte Registry Service Provider Evaluation Program (RSP) soll dazu beitragen, die technische Prüfung zu beschleunigen, da Backend-Provider vorab evaluiert ist. Trotzdem sollten Bewerber realistisch planen: Mit der Zulassung der ersten neuen TLDs ist frühestens im Herbst oder Winter 2027 zu rechnen.
Was Bewerber jetzt tun sollten
Die Einreichung der Bewerbung war ein wichtiger Meilenstein, aber nicht der letzte. Wer die kommenden Monate aktiv gestaltet, ist besser positioniert als wer einfach abwartet. Daher empfehlen wir Bewerbern:
- Die strategische Frage der Veröffentlichung bewusst entscheiden mit Blick auf mögliche Contention Sets und das Zeitfenster für eine einvernehmliche Lösung vor dem Reveal Day – unter Berücksichtigung des Rechtsrahmens.
- Potenzielle Einwandführer identifizieren und wo möglich proaktiv das Gespräch suchen, bevor die formelle Frist beginnt.
- Interne Ressourcen und Prozesse für die Evaluierungsphase vorbereiten, denn die Evaluatoren von ICANN werden Rückfragen stellen, und schnelle, präzise Antworten beschleunigen den Prozess.
Fazit
Das Ende des Bewerbungsfensters ist beileibe nicht das Ende auf dem Weg zur eigenen TLD, sondern der Beginn einer ebenso spannenden wie entscheidenden neuen Phase. Die kommenden Monate bis zur Zulassung erfordern strategisches Denken, sorgfältige Vorbereitung und – wo nötig – schnelle Entscheidungen. Wer jetzt informiert bleibt, legt den Grundstein für eine erfolgreiche Zulassung.
Bei Fragen zum weiteren Prozess oder zur strategischen Positionierung Ihrer Bewerbung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: gTLDs@dotzon.com oder sprechen Sie uns einfach auf dem nächsten ICANN-Meeting an.
Stadtmarkenstudie 2026 – die top Stadtmarken der 8 KPIs
Die aktuelle Ausgabe unserer Digital City Brands 2026 Studie zeigt erneut, dass digitale Stadtmarken nur dann nachhaltig stark sind, wenn sie über viele Kennzahlen hinweg überzeugen. Die Übersicht der Key Performance Indicators (KPIs) macht deutlich, wie unterschiedlich sich cityTLDs entwickeln können: von registrierten Domains über aktive Nutzung bis hin zu Sichtbarkeit in Suchmaschinen und wirtschaftlicher Relevanz. Die Kombination aus Reichweite, Aktivität und ökonomischem Umfeld ist entscheidend, um die tatsächliche Stärke einer Stadtmarke im digitalen Raum zu bewerten. Die folgenden Ergebnisse zeigen, welche Stadtmarken bei den 8 KPIs besonders stark abschneiden und sich damit als Top Stadtmarken der 8 KPIs positionieren.
Registrierte Domains & Sichtbarkeit
Ein erster zentraler Wert ist die Anzahl der registrierten Domains. Mit 89.847 Domains liegt .tokyo in diesem Vergleich klar vorn und ist damit nicht nur die größte, sondern auch eine der sichtbarsten cityTLDs. Zusätzlich ist .tokyo mit 119 Domains im Tranco Ranking stark vertreten, was auf eine hohe Relevanz im Web-Ökosystem hinweist. Die Kombination aus hoher Registrierungszahl und sichtbarer Webpräsenz spricht für eine etablierte und breit genutzte digitale Markenidentität.
Nutzung der Digitalen Stadtmarke
Ein weiterer wichtiger Indikator ist die tatsächliche Nutzung. .okinawa erreicht hier einen Anteil von 59% aktiven Websites und zeigt damit, dass ein signifikanter Teil der registrierten Domains nicht nur registriert, sondern auch aktiv eingesetzt wird. Für die Bewertung einer cityTLD ist das ein besonders aussagekräftiger Wert, denn er misst nicht nur Bestände, sondern reale Nutzung. Aktiv genutzte Domains sind ein deutliches Zeichen für Relevanz im Markt und für Vertrauen seitens der Nutzer.
Wirtschaftliche Kennzahlen
Auch wirtschaftliche Kennzahlen liefern wichtige Hinweise auf die Leistungsfähigkeit einer Stadtmarke. .koeln weist ein GDP pro Domain von 3,8 Mio. USD auf, während .berlin ein Sales Volume von 1,9 Mio. USD erreicht. Diese Daten zeigen, dass cityTLDs nicht isoliert betrachtet werden sollten, sondern im Kontext ihrer wirtschaftlichen Umgebung und ihrer Nutzung durch Unternehmen, Institutionen und Selbstständige. Je stärker eine Domain-Endung in wirtschaftliche Aktivität eingebettet ist, desto größer ist ihr Potenzial als digitale Infrastruktur.
Anzahl der Webseiten
Die Anzahl der Webseiten ist ebenfalls ein relevanter Faktor. .madrid kommt auf 3.235 Domains und 55 Mio. Seiten in Google, was auf eine erhebliche digitale Reichweite hindeutet. Solche Werte sind wichtig, weil sie zeigen, wie stark eine Stadtmarke online inhaltlich verankert ist. Für Nutzer, die über Suchmaschinen auf Inhalte stoßen, ist genau diese Präsenz ein zentraler Treiber für Wahrnehmung und Wiedererkennbarkeit.
Vergleich Digitale Stadtmarke mit Länderendung
Schließlich unterstreicht auch die Vergleichszahl von .miami zur Länderendung .us, dass cityTLDs sehr unterschiedliche Marktpositionen einnehmen können. Laut unserer Studie ist .miami 5‑mal populärer als die vergleichbare Länderendung. Solche Unterschiede verdeutlichen, dass der Erfolg einer Stadtmarke nicht allein von ihrer geografischen Größe abhängt, sondern von ihrer digitalen Positionierung, ihrer Nutzung und ihrer Resonanz im Markt.
Fazit
Insgesamt zeigen die KPIs, dass erfolgreiche cityTLDs mehr sind als Domains mit Ortsbezug. Sie sind messbare digitale Assets, deren Stärke sich in Nutzung, Sichtbarkeit, wirtschaftlicher Bedeutung und Marktresonanz ausdrückt. Genau deshalb liefert unsere jährliche Studie nicht nur Rankings, sondern auch belastbare Hinweise darauf, welche Stadtmarken im digitalen Raum wirklich funktionieren.
Die vollständige Studie „Digitale Stadtmarken 2026” ist hier abrufbar.
Erfolgsfaktoren von dotBRANDs
Seit 2014 ergänzen dotBrand Top-Level-Domains (.marke) die Welt der Top-Level-Domains. Sie sind das digitale Abbild der Marke und haben zum Ziel, die digitale Identität von Unternehmen abzubilden. Darüber hinaus bieten sie Wettbewerbsvorteile durch den besseren digitalen Schutz der Marke, mehr Sicherheit und ermöglichen eine intuitivere Kommunikation. Wir schauen uns detailliert an, was Erfolgsfaktoren von dotBrands sind.
Markenschutz und IT-Sicherheit
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist der Schutz vor Markenverwässerung und Missbrauch: Die exklusive Kontrolle über die TLD ermöglicht die vollständige Hoheit über den Einsatz von DNSSEC und HTTPS, was Phishing-Angriffe erschwert. Kriminelle haben es zudem schwerer, gefälschte E‑Mails oder Sites zu platzieren, da Nutzer echte dotBrand-Adressen erkennen und von gefälschten Adressen unterscheiden. Im Unterschied zu anderen TLDs können selbst gemanagte dotBrands mehr Vertrauen und Sicherheit für Nutzer gewährleisten. Eine eigene Infrastruktur ermöglicht fortgeschrittene Sicherheitsfeatures wie zentrale Überwachung und schnellere Reaktion auf Bedrohungen.
Intuitive und flexible Kommunikation
Intuitive Adressen wie jobs.airbus oder etruck.man erleichtern Internetnutzern die Navigation und bauen Kundenvertrauen aus. Erfolgreiche dotBrands punkten mit einer hohen Nutzungsquote ihrer Domains, für E‑Mail und Websites gleichermaßen. Das führt zu einer starken Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Da alle Wunsch-Domains frei sind und jederzeit registriert werden können, fördert die dotBrand die flexible Nutzung. Langwierige Ankaufprozesse und Verhandlungen mit Drittanbietern entfallen.
Einheitliche globale Markenführung
Eine einheitliche Kommunikation weltweit ist ein weiterer Erfolgsfaktor: Die dotBrand ersetzt länderspezifische Domain-Zoos durch intuitive Strukturen wie www.land.marke und bietet einheitliche Serviceadresse wie www.produkt.marke und www.service.marke. Dies schafft Konsistenz über Ländergrenzen hinweg und stärkt die Wiedererkennbarkeit der Marke bei Kunden, Partnern und Stakeholdern. Besonders für globale Konzerne wie .google und .toyota reduziert dies Verwirrung und erhöht die Auffindbarkeit. Die innovative und einheitliche Präsenz unterstützt zudem Arbeitgebermarketing, z. B. nutzt Ford die Adresse careers.ford, diese positioniert die Marke als innovativen Arbeitgeber.
Fazit und Ausblick
Erfolgsfaktoren von sichtbaren dotBrands sind die aktive Nutzung, mehr IT-Sicherheit und ‑Unabhängigkeit und mehr Flexibilität im Marketing – .audi zeigt, wie es geht. Aber auch die rein defensive Nutzung der dotBrand hat ihre Berechtigung. Für jeden dotBrand-Antrag gilt: Es gibt viele mögliche Betriebsmodelle. Für die bevorstehende Bewerbungsrunde für gTLDs bei ICANN (30.4.–12.8.2026) lohnt sich eine Bewerbung für Marken also aus vielerlei Perspektiven.
Die eigene gTLD – unbegrenzte Möglichkeiten
Eine eigene generische Top-Level-Domain (gTLD) bietet Städten, Regionen und Unternehmen endlose Chancen, ihre digitale Identität zu stärken und innovative Online-Präsenzen aufzubauen. Sie ermöglichen nicht nur eine einzigartige Markenbindung, sondern auch maßgeschneiderte Strukturen für lokale Kampagnen, globale Netzwerke und sichere Kommunikation. In Zeiten zunehmender Cyberbedrohungen und Digitalisierung bieten sie zudem überlegenen Schutz vor Phishing und eine intuitive Nutzererfahrung. Die eigene gTLD – unbegrenzte Möglichkeiten – wir stellen einige Beispiele vor.
Erfolgreiche geoTLDs in Städten
Deutsche Pioniere wie .berlin (wir.berlin, planetarium.berlin), .hamburg (fahrradsternfahrt.hamburg, stadtreinigung.hamburg), .koeln (fc.koeln), .bayern (jagdverband.bayern), .nrw (land.nrw) und .saarland (biobus.saarland) punkten mit regionalem Bezug.
Internationale Metropolen wie .paris (cesure.paris), .london (thegeorge.london), .tokyo (visit-chiyoda.tokyo), .nyc (open-data.nyc), .sydney, .rio, .melbourne (designweek.melbourne), .helsinki (welcome.helsinki), .okinawa (biodiversity.okinawa), .barcelona (bithabitat.barcelona), .amsterdam (pride.amsterdam), .brussels (safe.brussels) und .gent (kunsthal.gent) nutzen sie für Tourismus, Events, Open Data und Kampagnen.
Unternehmen nutzen dotBrand TLDs strategisch
Unternehmen setzen dotBrand-TLDs ein, um ihre digitale Präsenz zu stärken: Audi nutzt .audi für Domains wie muenchen.audi und frankfurt.audi für seine Händler, E.Leclerc betreibt .leclerc mit Domains etwa wie auto.leclerc und e.leclerc für seine Filialen. Canon migrierte bestehende Websites auf .canon wie support.canon, Toyota integriert unter .toyota Domains wie sverige.toyota für Händler und Zulieferer. MAN und CERN verwenden ihre TLDs für globale Netzwerke sowie Forschungsportale. Diese Beispiele unterstreichen die dotBRAND-Vorteile für mehr IT-Sicherheit und ‑Unabhängigkeit, mehr Flexibilität im Marketing und einheitliche Kommunikation in den Ökosystemen.
Mehr Auswahl für Kunden
Neben geoTLDs und dotBrand TLDs bereichern zahlreiche allgemeine Top-Level-Domains (gTLDs) die Auswahl für Internetnutzer. Beispielsweise werden TLDs wie .gmbh, .online und .bank branchenspezifisch und vertrauensbildend genutzt. Die TLD .gmbh wird exklusiv für registrierte GmbHs angeboten und dient Unternehmen wie Rechts- oder Beratungsfirmen für seriöse Präsenzen, z. B. zfde.gmbh oder argendorf.gmbh. Die TLD .online eignet sich für digitale Projekte wie Blogs oder Shops, etwa virtualpiano.online oder playretrogames.online, und betont die globale Ausrichtung der Internetpräsenz. .bank ist ausschließlich für verifizierte Banken und Finanzinstitute gedacht, z. B. wie southpoint.bank oder dart.bank, mit hoher Sicherheit gegen Missbrauch und DNSSEC. Diese TLDs steigern Relevanz und Schutz in ihren Märkten.
Vorteile und Ausblick
Zusammenfassend bieten eigene gTLDs – sei es geoTLDs, dotBRANDS oder gTLDs – Unternehmen und Städten unvergleichliche Flexibilität, Sicherheit und Markenpräsenz. Die vielfältigen Beispiele zeigen, wie sie von lokalen Kampagnen bis globale Netzwerke reichen, mehr Flexibilität und Inklusion bieten und IT- und Cyberrisiken minimieren. Mit der kommenden ICANN-gTLD Bewerbungsrunde 2026 eröffnen sich neue Chancen für die eigene Bewerbung.
ICANN85 in Mumbai
Die ICANN85 Konferenz in Mumbai stand klar im Zeichen der neuen Bewerbungsrunde für generische Top-Level-Domains, die 2026 starten soll. Nach 14 Jahren – seit ICANN43 in San José 2012 – war dies das erste ICANN-Meeting, an dem wir nicht live vor Ort teilgenommen habe. Diesmal galt bei uns „remote only“, da die Vorbereitungen zur neuen gTLD-Runde 2026 das Berliner Team voll beanspruchen. Trotzdem konnten wir dank des hervorragenden Hybrid-Formats an zahlreichen Sessions teilnehmen. Dazu gehörten die zahlreichen Sessions zur Bewerbungsrunde für neue TLDs und Sitzungen der Registry Stakeholder Group und geoTLD Group.
gTLD Bewerbung 2026
In zahlreichen Sessions wurde deutlich, wie ICANN versucht, den Bewerbungsprozess im Vergleich zur 2012er-Runde besser strukturieren und Bewerber zu unterstützen. Im Fokus standen dabei vor allem das neu eingeführte Registry Service Provider (RSP) Evaluation Program, die überarbeiteten Bewerbungsdetails für Internationalized Domain Names (IDNs) und Varianten sowie die Übersicht über den gesamten Antrags- und Prüfprozess. Anhand von Demos des neuen TLD Application Management Systems (TAMs) konnten künftige Bewerber:innen sehen, wie sie ihre Anträge einreichen, verwalten und den Fortschritt des Bewerbungsverfahrens nachverfolgen können. Wichtig war zudem die Frage, wie geografische Namen und reservierte Begriffe künftig behandelt werden. Dieses Thema hatte in der Bewerbungsrunde 2012 für viel Diskussionen gesorgt. Die abschließende Wrap-up-Session zur 2026-Runde konnte viele offene Fragen klären und zeigte: ICANN hat noch einige offene Aufgaben bis zum Start des Bewerbungsfensters, es läuft aber alles nach Plan. Wer eine gTLD Bewerbung 2026 plant, hat jetzt deutlich mehr Orientierung als noch vor einigen Monaten.
DNS Abuse Mitigation
Ein zweiter inhaltlicher Schwerpunkt von ICANN85 war das Thema DNS Abuse Mitigation. In einer ganzen Reihe von Sitzungen der neu gegründeten Arbeitsgruppe wurde intensiv daran gearbeitet, wie Missbrauchsfälle, also Phishing, Malware, Botnet-Infrastruktur oder bestimmte Formen von Spam, künftig noch systematischer erkannt und eingedämmt werden können. Die Diskussion drehte sich nicht nur um Definitionen von DNS-Abuse. Betrachtet wurde vor allem um die Frage, welche Mindestanforderungen Registries und Registrare im Umgang mit Abuse erfüllen sollten. Von klaren Abuse-Kontakten über verbindliche Reaktionsfristen bis hin zu abgestuften Maßnahmen bei wiederholten Verstößen. Gleichzeitig wurde immer wieder betont, dass Eingriffe verhältnismäßig sein müssen und die Rechte legitimer Registranten gewahrt bleiben sollen. Die Arbeitsgruppe arbeitet in den kommenden Monaten an konkreten Policy-Empfehlungen zu DNS Abuse Mitigation, die mittelfristig in vertragliche Verpflichtungen für Registries und Registrare einfließen könnten. Ein wichtiger Schritt, um Vertrauen in das Domain-Name-System weiter zu stärken, ohne dabei die Offenheit des Netzes zu untergraben.
ICANN & das Multi-Stakeholder-Modell
Über diese fachlichen Schwerpunkte hinaus hat ICANN85 erneut gezeigt, warum die Community-Foren ein zentraler Anker des Multi-Stakeholder-Modell sind. In Mumbai kamen Vertreter:innen von Regierungen, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und technischer Community zusammen, um über ein offenes, sicheres, inklusives und widerstandsfähiges Internet zu beraten. Mehr als 200 Sessions, organisiert in Arbeitsgruppen, Fachgremien und Plenarsitzungen, spannten den Bogen von der Weiterentwicklung des Domain-Name-System über Cybersicherheit bis hin zur Bewerbungsrunde für neue gTLDs. ICANN85 war nicht nur ein Ort für formale Policy-Prozesse, sondern auch für Kooperation der Community-Mitglieder. Viele Initiativen entstehen im Gespräch auf dem Flur, in Meetings oder beim Networking. ICANN selbst hob hervor, dass ICANN85 in Mumbai ein weiterer Baustein war, um die globale Interoperabilität des DNS zu sichern. Zugleich werden durch ICANN-Meetings Regionen wie Indien stärker in die Internet-Governance-Debatte eingebunden. Für alle, die an der Zukunft des Domain-Ökosystems arbeiten, war Mumbai damit ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur nächsten gTLD-Runde und zu einem robusteren, vertrauenswürdigen DNS.
Das nächste ICANN-Meeting, ICANN86, findet im Juni 2026 im spanischen Sevilla statt.
Unsere Prognosen für das Jahr 2026
2026 wird aus unserer Sicht kein Jahr des großen Aufbruchs, sondern eher eines der strategischen Weichenstellungen. Neue Rahmenbedingungen machen ein Nachdenken über Investitionen in Resilienz aktueller als je zuvor. Insbesondere, wenn geopolitische Unsicherheiten und Regulierungen zunehmen. Ehe wir in unsere Prognosen für das Jahr 2026 starten, schauen wir kurz zurück: Unsere 2025-Vorhersagen zu AI-gestütztem Domain-Management (Domain-Generierung, Portfolio-Optimierung) und Compliance-Druck (NIS2-Vorbereitung) haben sich bestätigt. Der Markt hat sich weiter gut entwickelt, die neuen gTLDs sind um 21% gewachsen, und insbesondere bei Startups beliebt.
1. ICANN gTLD-Bewerbungsrunde 2026 dominiert die Agenda
Vom 30. April bis 12. August 2026 öffnet sich nach 14 Jahren wieder das Fenster für neue TLDs. In dieser Runde erwarten wir erstmals zahlreiche Bewerbungen aus dem Blockchain- und Crypto-Bereich. Zudem rechnen wir erneut mit vielen Bewerbungen für dotBrands, und auch Bewerbungen für generische und GeoTLDs. Was die geografische Verteilung betrifft, bauen wir erneut auf ein starkes europäisches Interesse an Brand-TLDs (.marke) und GeoTLDs (.stadt, .region), ähnlich zu den 670+ Anträgen aus 2012.
2. Neue gTLDs wachsen gegenüber Legacy-TLDs nachhaltig
Wenngleich Legacy TLDs wie .com und ccTLDs wie .de und .cn wachsen, dominieren mit über 42 Mio. TLDs (2025: +21%) die neuen TLDs wie .shop, .top und .online die Wachstumsraten. Hier erwarten wir eine kontinuierliche Entwicklung auch für 2026, nicht zuletzt aufgrund der viele guten freien Domains unter den neuen TLDs. Die Ausnahme ist die ccTLD .ai, die explosionsartig gewachsen ist, und von Tech-Startups als Haupt-Domain genutzt wird. Für uns ein klarer Indikator für den Trend zu spezifischen und einprägsamen Endungen.
3. KI revolutioniert die gesamte Domain-Industrie
Generative KI hat mittlerweile in vielen Bereichen der Domainindustrie Einzug gehalten – sie unterstützt bei der Namensfindung, hilft bei der Ermittlung von Abuse-Fällen und übernimmt Portfolio-Analysen. Diese Einsatzszenarien sind nur ein erster Schritt zu mehr Automatisierung, datengetriebenen Entscheidungen und Geschäftsprozessen, bei denen KI unterstützen kann.
4. Unruhige Zeiten: Geopolitik und Regulierung
Die geopolitische Fragmentierung prägt das Internet von heute: Handelskonflikte, Sanktionen und nationale Internet-Souveränität fordern Zero-Trust-Architekturen und kontrollierbare Namensräume. EU-Regulierungen (AI Act, NIS2, DORA) verschärfen den Compliance-Druck und erfordern nachweisbare Kontrolle über Infrastruktur. Die DNS-Souveränität wird somit ein entscheidender KPI: Eigene TLDs sichern Namensräume gegen Plattform-Abhängigkeiten und staatliche Eingriffe. Droht damit ein Paradigmenwechsel von offenen Internet zu fragmentierten und individuellen Ökosystemen?
5. ccTLDs und geoTLDs gewinnen lokal
Über 144 Mio. registrierte ccTLDs (jedes Jahr +3,4%) unterstreichen die fortgesetzte Relevanz in ihren jeweiligen Märkten. Unter den ccTLDs bleibt beispielsweise .de stabil, während .ai explodiert. GeoTLDs wie .hamburg, .berlin und .bayern halten sich stabil, nicht zuletzt, weil sie regionale Identitäten stärken. Positive Effekte auf lokales SEO, Relevanz für GEO und ein sympathischer Vertrauensanker machen sie zur ersten Wahl für KMUs in der Region.
Fazit
2026 trennt Strategen von „weiter so“, denn nationale und globale Entwicklungen erfordern ein Umdenken, auch für die IT. Die fortgesetzte Regulierung erzwingt Souveränität, für beide Handlungsfelder schafft die gTLD-Bewerbungsrunde 2026 neue Optionen. Wer jetzt Namensräume, Sicherheit und Governance zusammendenkt, gewinnt langfristig an Unabhängigkeit.
Bewerbung für eine eigene gTLD
ICANN öffnet vom 30. April bis 12. August 2026 das Bewerbungsfenster für neue generische Top-Level-Domains (gTLDs). Damit besteht nach über 13 Jahren erstmal die Gelegenheit, eine eigene gTLD zu beantragen. Wir stellen die zentralen Punkte rund um die Bewerbung für eine eigene gTLD vor. Denn der Erwerb einer gTLD ist kein einfacher Domain-Kauf, sondern ein komplexes Antragsverfahren. Es umfasst hohe Anforderungen an Finanzen, Technik und Betrieb. Wir klären auf, welche Vorgaben und Kriterien Bewerber erfüllen müssen, und erläutern die mit der Bewerbung verbundenen Aufgaben und Kosten. Wir gehen auf die verschiedenen gTLD-Typen ein – etwa Marken-TLDs (auch dotBrands genannt), geoTLDs für Regionen und Städte sowie generische TLDs.
So beantragen Sie eine Top-Level-Domain (gTLD)
Die ICANN öffnet das Bewerbungsfenster für neue gTLDs am 30. April 2026 für 105 Tage. Nach dem Bewerbungsfenster im Jahr 2012 besteht damit erstmals wieder die Möglichkeit, eine eigene gTLD zu beantragen. Das ICANN-Bewerberhandbuch ist die Grundlage für die Bewerbung und erläutert detaillirt alle Anforderungen an Bewerber.
Vor der Bewerbung ist zunächst die Bewerbungsstrategie zu erarbeiten, die Ziele der gTLD und das Betriebsmodell. Für die Bewerbung selbst sind über 220 Fragen zu beantworten, zusätzlich zahlreiche Nachweise zu erbringen und eine umfangreiche Finanzplanung erstellen. Diese Antragsdokumente können ab April 2026 bei ICANN digital eingereicht werden.
Alle eigegangenen Bewerbungen werden von ICANN in mehreren Phasen geprüft. Mit der Zulassung der ersten gTLDs ist etwa im Herbst/Winter 2027 zu rechnen.
Welche Voraussetzung müssen Bewerber mitbringen?
Neben der Beantwortung der Bewerbungsfragen sind einige weitere Voraussetzungen zu erfüllen: Bewerbungen sind nur von Unternehmen, Organisationen und Regierungen möglich, nicht von Privatpersonen. Es können auch nicht alle gewünschten gTLDs beantragt werden, einige sind technisch nicht möglich, oder reserviert.
Zusammen mit der Bewerbung ist eine Bewerbungsgebühr über 227.000 US-Dollar an ICANN zu entrichten. Weitere Gebühren können in Abhängigkeit von der beantragten gTLD-Kategorie anfallen. Bei dotBrands, die ausschließlich von dem Markeninhaber genutzt werden, gelten Sonderregelungen.
Welche TLD-Arten gibt es?
Anträge sind für mehrere gTLD-Kategorien möglich:
- gTLD: Für Unternehmen und Organisationen mit breiten Einsatzoptionen.
- brandTLD: Für Unternehmen mit Markenrecht zur exklusiven Nutzung.
- geoTLD: Für Städte, Kommunen und Regionen zur Stärkung regionaler Identität.
- ccTLDs: Nationale Länderendungen auf Basis des ISO 3166-Standard. Diese können in der kommenden Bewerbungsrunde nicht beantragt werden!
Bewerbungen sind also möglich für dotBrands (Unternehmen), geoTLDs (Städte/Regionen) oder gTLDs (Unternehmen/Organisationen). Sie erweitern das Angebot neben ccTLDs und klassischen Endungen wie .com, .net oder .org.
Technische Infrastruktur bei gTLDs
Die anspruchsvolle Technik einer TLD (ähnlich .com oder .de) muss nicht selbst umgesetzt werden – externe Provider – sogenannte Registry Backend Provider – übernehmen diese Dienstleistung. ICANN verlangt allerdings keine Details zu der Technik, so dass Bewerber ausreichend Zeit für die Auswahl des passenden Partners haben. Dennoch empfehlen wir, rechtzeitig die Auswahl des geeigneten Partners anzugehen, wir stehen hierfür beratend zur Seite und können gerne einen RFP durchführen.
Wann startet die nächste gTLD-Runde?
Das Bewerbungsfenster öffnet ICANN am 30. April 2026 und endet am August 2026.
Welche Kosten entstehen für eine gTLD?
Die Grundgebühr für eine gTLD-Bewerbung beträgt 227.000 USD, die während des Bewerbungsfensters an ICANN zu überweisen ist. Für besondere Kategorien wie dotBrands oder geoTLDs fallen zusätzliche Gebühren an. Die jährlichen Betriebsgebühren bei ICANN belaufen sich auf 25.800 USD. Hinzu kommen Honorare für spezialisierte Berater wie Dotzon, die Sie bei der Bewerbungserstellung unterstützen.
Vorteile einer eigenen TLD
- Digitale Souveränität: Mit einer eigenen Top-Level-Domain gewinnen Sie volle Unabhängigkeit über Ihre digitale Infrastruktur und reduzieren die Abhängigkeit von Drittanbietern.
- Sicherheit: Sie behalten die komplette Kontrolle über Ihre Domain-Infrastruktur und minimieren Risiken durch Fremdabhängigkeiten erheblich.
- Kosteneffizienz: Langfristig sinken Ihre Domain-bezogenen Kosten wie Monitoring, defensive Registrierungen und Aufkäufe, interne Prozesse werden vereinfacht.
- Markenschutz: Die exklusive Endung stärkt Ihre digitale Identität und schützt effektiv gegen Markenimitate und Phishing-Angriffe.
- Kundenbindung: Eine einprägsame Markenendung verankert Ihre Marke nachhaltig im Gedächtnis Ihrer Kunden und schafft Vertrauen.
- Geschäftsmodell: Eigene Domains können direkt verkauft oder vermietet werden und eröffnen neue Einnahmequellen.
Nutzen Sie die kommenden Monate bis zum Start des Bewerbungsfensters im April, um eine Bewerbung zu evaluieren und Ihre digitale Infrastruktur zukunftssicher aufzustellen.
Unsere Unterstützung für Ihren gTLD-Antrag
Als ICANN-Experten und langjähriges Mitglied der Arbeitsgruppen haben wir aktiv an dem Bewerberhandbuch mitgewirkt. Daher kennen wir die Anforderungen an Bewerber bestens. Unsere Praxis aus dem Betrieb eigener TLDs sorgt zudem für eine praxisorientierte Beratung. Wir führen Sie von der Vision bis zum Start – engagiert, erfahren und maßgeschneidert. Mit über 20 Jahren ICANN-Know-how und mehr als 30 erfolgreichen Anträgen im letzten Bewerbungsfenster unterstützen wir Sie gerne. Bei Interesse oder Fragen sprechen Sie uns an: gTLDs@dotzon.com.
Erfolgsfaktoren von geoTLDs
Der Erfolg einer geoTLD hängt neben den messbaren Kriterien wie u. a. Markt-Durchdringung, Sichtbarkeit und Nutzungsquote von weiteren Faktoren ab. Wir stellen ausgewählte Erfolgsfaktoren von geoTLDs anhand konkreter Beispiele vor.
Sichtbarkeit einer geoTLD
Einer der Schlüsselfaktoren für die Attraktivität einer geoTLD ist eine hohe Sichtbarkeit. In digitalen Medien wie Suchmaschinenergebnissen, Newslettern, oder sozialen Medien wird die geoTLD sichtbar. So trägt sie zur digitalen Reputation und Marke der Stadt bei. Auch Offline-Medien wie Plakate, Anzeigen oder Beschriftungen auf Fahrzeugen tragen zu einer hohen Nutzungsrate bei.
Ein weiterer Faktor für den Erfolg einer geoTLD ist die Häufigkeit, mit der sie genutzt wird. Je öfter und selbstverständlicher die geoTLD von Unternehmen, Organisationen, Bürger:innen und der Stadt selbst genutzt wird, desto mehr wird sie zum integralen Bestandteil der digitalen Stadt.
Marketingkampagnen mit einer geoTLD
Stadtmarketingverantwortliche nehmen für ortsbezogene Marketingkampagnen gerne die Vorteile einer kurzen Domain in Anspruch. Dnen diese ist unter der nationalen Endung oftmals schon vergeben oder nur mit Bindestrichen noch frei. Die neuen Adressen sind kurz und prägnant, wie beispielsweise umweltkalender.berlin, pressefreiheit.hamburg, mail.zuerich und godman.stockholm.
Events nutzen geoTLDs
GeoTLDs sind besonders gut geeignet, um lokale Events zu kommunizieren. Sie ermöglichen eine sofortige und klare Identifikation mit der jeweiligen Stadt. So erkennen Nutzer auf einen Blick, dass es sich um ein lokales Angebot handelt, was Vertrauen schafft, und die Zielgruppe gezielt anspricht. Für Event-Veranstalter bieten geoTLDs die Möglichkeit, einprägsame und thematisch passende Webadressen zu nutzen, die noch viele attraktive Keyword-Kombinationen bereithalten. Zudem eignen sie sich ideal für Aktionsseiten oder Landingpages, die speziell auf lokale Zielgruppen und Ereignisse ausgerichtet sind. Diesen Effekt nutzen die Veranstalter der green-connect.hamburg, icc.moscow, strong.madrid, rising.melbourne und ki-festival.berlin.
Lokale Geschäften lieben geoTLDs
Für kleine lokale Geschäfte geht es insbesondere um ihre lokale Sichtbarkeit. Durch die eindeutige Ortskennung in der Internetadresse können sich kleine Unternehmen klar vom Wettbewerb
abheben. Sie vermitteln die regionale Zugehörigkeit und Verbundenheit zur eigenen Stadt, was Vertrauen bei Kunden schafft, und die lokale Identifikation stärkt. Lokale Händler in nahezu allen Städten mit einer Digitalen Stadtmarke setzen auf diesen Effekt. Wie beispielsweise mix.tokyo, pancakes.amsterdam, isabella.capetown, lat.london, pomad.paris, funera.sydney und urbanphysio.hamburg.
Weitere Erfolgsfaktoren von geoTLDs finden Sie in unseren jährlich erscheinenden Studien.
ICANN84 – Das Jahrestreffen der ICANN
Vom 25. bis 30. Oktober fand das Jahrestreffen der ICANN-Community ICANN84 in Dublin statt. Etwa 2.100 Teilnehmende aus 128 Ländern nahmen vor Ort und remote an den Beratungen teil. Sie diskutierten in über 100 Sessions über technische und rechtliche Aspekte der Internetverwaltung. In vielen Sitzungen arbeiteten die Teilehmenden an der Weiterentwicklung von Internet-Policies.
Das Highlight des ICANN-Meetings war zweifelsohne die Freigabe des Bewerbungsverfahrens um neue Top-Level-Domains durch das ICANN-Direktorium. Daneben gab es zahlreiche weitere Sitzungen, in denen Details zu dem Bewerbungsverfahren vorgestellt wurden. Daneben war auch das System, mit dem Inhaberdaten einer Domain beantragt werden können, Fokus des Meetings. Ebenso wie die aktuellen Konsultationen zum WSIS+20-Prozess.
Neue gTLD-Runde 2026
Die Community wurde über den Implementierungsstand des neuen gTLD-Programms informiert, einschließlich Support für Bewerber, der Vorevaluierung von Registry-Dienstleistern und dem Registry Agreement. Bei der regulären Vorstandssitzung am 30. Oktober haben die ICANN-Direktoren das Bewerbungsverfahren verabschiedet – ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zur Öffnung des Bewerbungsfensters im April 2026 und Ergebnis der jahrelangen Arbeit der ICANN-Community und Organisation. Wir haben unsere Erfahrungen aus der vergangenen Bewerbungsrunde 2012 in der Arbeitsgruppe konstruktiv seit 2015 eingebracht.
RDRS (Registration Data Request Service – Anfragedienst für Registrierungsdaten)
Die Pilotphase endet Ende des Monats. Der Vorstand beschloss daher am 30. Oktober, den Betrieb für bis zu zwei Jahre fortzusetzen, während die Community weiter über die Zukunft des Service beraten soll. Ein öffentliches Kommentierungsverfahren wurde eingeleitet, um Input zu einem Fahrplan zur Angleichung der Richtlinien einzuholen.
Internet Governance: WSIS+20
Die 20-Jahres-Überprüfung des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft wird nächsten Monat bei der UN-Generalversammlung abgeschlossen. Der ICANN-Vorstand empfing UN-Botschafter und diskutierte das Ergebnisdokument mit Fokus auf das Multistakeholder-Modell der Internet-Governance.
Das nächste ICANN-Meeting findet vom 7.–12. März 2026 in Mumbai statt, eine Anmeldung ist hier möglich.
Digitale Unternehmensmarken 2025
Zum achten Mal analysieren wir, welche KPIs erfolgreiche dotBrands ausmachen und stellen die Top 10 in unserer Studie „Digitale Unternehmensmarken 2025” vor. Den ersten Platz erzielt .audi, gefolgt von .schwarz und .dvag. Unter den Top 10 finden sich vier dotBrands aus Deutschland, drei aus den USA sowie einer französischen, kanadischen und spanischen dotBrand. Unter den Top 10 finden sich durchweg dotBrands, die sehr aktiv genutzt werden – für interne Anwendungen, sichere Portale, aussagekräftige Kampagnen-Domains und die sichere E‑Mail-Kommunikation.
Im Rahmen unserer diesjährigen Analysen haben wir festgestellt, dass sich in den letzten Jahren der Fokus beim Einsatz von dotBrand-TLDs deutlich von einer reinen Marketingperspektive hin zu sicherheitsgetriebenen IT-Strategien verschoben hat. Immer mehr Unternehmen nutzen ihre eigene TLD, um die Integrität ihrer digitalen Infrastruktur zu erhöhen. Durch die konsequente Umsetzung von Sicherheitsstandards wie DNSSEC, DMARC und TLS 1.3 auf sämtlichen Subdomains entsteht eine homogene und kontrollierte Umgebung, die Manipulationen und unautorisierte Zugriffe effektiv erschwert.
Parallel dazu setzen die Unternehmen dotBrand-Domains auch für interne Kommunikationsplattformen ein. Anwendungen wie E‑Mail-Systeme, interne Mitarbeiterportale oder API-Gateways profitieren von einem geschlossenen Namensraum, der nur autorisierten Nutzern zugänglich ist. Diese Praxis fördert nicht nur Compliance und Datenschutz, sondern etabliert die dotBrand-TLD als zentrale Plattform für sichere, markeninterne digitale Ökosysteme.
Die vollständige Studie ist hier abrufbar.









