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Erfolgsfaktoren von dotBRANDs

Erfolgsfaktoren von dotBRANDS

Seit 2014 ergän­zen dot­Brand Top-Level-Domains (.mar­ke) die Welt der Top-Level-Domains. Sie sind das digi­ta­le Abbild der Mar­ke und haben zum Ziel, die digi­ta­le Iden­ti­tät von Unter­neh­men abzu­bil­den. Dar­über hin­aus bie­ten sie Wett­be­werbs­vor­tei­le durch den bes­se­ren digi­ta­len Schutz der Mar­ke, mehr Sicher­heit und ermög­li­chen eine intui­ti­ve­re Kom­mu­ni­ka­ti­on. Wir schau­en uns detail­liert an, was Erfolgs­fak­to­ren von dot­Brands sind.

Markenschutz und IT-Sicherheit

Ein zen­tra­ler Erfolgs­fak­tor ist der Schutz vor Mar­ken­ver­wäs­se­rung und Miss­brauch: Die exklu­si­ve Kon­trol­le über die TLD ermög­licht die voll­stän­di­ge Hoheit über den Ein­satz von DNSSEC und HTTPS, was Phis­hing-Angrif­fe erschwert. Kri­mi­nel­le haben es zudem schwe­rer, gefälsch­te E‑Mails oder Sites zu plat­zie­ren, da Nut­zer ech­te dot­Brand-Adres­sen erken­nen und von gefälsch­ten Adres­sen unter­schei­den. Im Unter­schied zu ande­ren TLDs kön­nen selbst gema­nag­te dot­Brands mehr Ver­trau­en und Sicher­heit für Nut­zer gewähr­leis­ten. Eine eige­ne Infra­struk­tur ermög­licht fort­ge­schrit­te­ne Sicher­heits­fea­tures wie zen­tra­le Über­wa­chung und schnel­le­re Reak­ti­on auf Bedrohungen.

Intuitive und flexible Kommunikation

Intui­ti­ve Adres­sen wie jobs.airbus oder etruck.man erleich­tern Inter­net­nut­zern die Navi­ga­ti­on und bau­en Kun­den­ver­trau­en aus. Erfolg­rei­che dot­Brands punk­ten mit einer hohen Nut­zungs­quo­te ihrer Domains, für E‑Mail und Web­sites glei­cher­ma­ßen. Das führt zu einer star­ken Sicht­bar­keit in Such­ma­schi­nen. Da alle Wunsch-Domains frei sind und jeder­zeit regis­triert wer­den kön­nen, för­dert die dot­Brand die fle­xi­ble Nut­zung. Lang­wie­ri­ge Ankauf­pro­zes­se und Ver­hand­lun­gen mit Dritt­an­bie­tern entfallen.

Einheitliche globale Markenführung

Eine ein­heit­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on welt­weit ist ein wei­te­rer Erfolgs­fak­tor: Die dot­Brand ersetzt län­der­spe­zi­fi­sche Domain-Zoos durch intui­ti­ve Struk­tu­ren wie www.land.marke und bie­tet ein­heit­li­che Ser­vice­adres­se wie www.produkt.marke und www.service.marke. Dies schafft Kon­sis­tenz über Län­der­gren­zen hin­weg und stärkt die Wie­der­erkenn­bar­keit der Mar­ke bei Kun­den, Part­nern und Stake­hol­dern. Beson­ders für glo­ba­le Kon­zer­ne wie .goog­le und .toyo­ta redu­ziert dies Ver­wir­rung und erhöht die Auf­find­bar­keit. Die inno­va­ti­ve und ein­heit­li­che Prä­senz unter­stützt zudem Arbeit­ge­ber­mar­ke­ting, z. B. nutzt Ford die Adres­se careers.ford, die­se posi­tio­niert die Mar­ke als inno­va­ti­ven Arbeitgeber.

Fazit und Ausblick

Erfolgs­fak­to­ren von sicht­ba­ren dot­Brands sind die akti­ve Nut­zung, mehr IT-Sicher­heit und ‑Unab­hän­gig­keit und mehr Fle­xi­bi­li­tät im Mar­ke­ting – .audi zeigt, wie es geht. Aber auch die rein defen­si­ve Nut­zung der dot­Brand hat ihre Berech­ti­gung. Für jeden dot­Brand-Antrag gilt: Es gibt vie­le mög­li­che Betriebs­mo­del­le. Für die bevor­ste­hen­de Bewer­bungs­run­de für gTLDs bei ICANN (30.4.–12.8.2026) lohnt sich eine Bewer­bung für Mar­ken also aus vie­ler­lei Perspektiven.

Die eigene gTLD – unbegrenzte Möglichkeiten

Die eigene gTLD - Unbegrenzte Möglichkeiten

Eine eige­ne gene­ri­sche Top-Level-Domain (gTLD) bie­tet Städ­ten, Regio­nen und Unter­neh­men end­lo­se Chan­cen, ihre digi­ta­le Iden­ti­tät zu stär­ken und inno­va­ti­ve Online-Prä­sen­zen auf­zu­bau­en. Sie ermög­li­chen nicht nur eine ein­zig­ar­ti­ge Mar­ken­bin­dung, son­dern auch maß­ge­schnei­der­te Struk­tu­ren für loka­le Kam­pa­gnen, glo­ba­le Netz­wer­ke und siche­re Kom­mu­ni­ka­ti­on. In Zei­ten zuneh­men­der Cyber­be­dro­hun­gen und Digi­ta­li­sie­rung bie­ten sie zudem über­le­ge­nen Schutz vor Phis­hing und eine intui­ti­ve Nut­zer­er­fah­rung. Die eige­ne gTLD – unbe­grenz­te Mög­lich­kei­ten – wir stel­len eini­ge Bei­spie­le vor.

Erfolgreiche geoTLDs in Städten

Deut­sche Pio­nie­re wie .ber­lin (wir.berlin, planetarium.berlin), .ham­burg (fahrradsternfahrt.hamburg, stadtreinigung.hamburg), .koeln (fc.koeln), .bay­ern (jagdverband.bayern), .nrw (land.nrw) und .saar­land (biobus.saarland) punk­ten mit regio­na­lem Bezug.

Inter­na­tio­na­le Metro­po­len wie .paris (cesure.paris), .lon­don (thegeorge.london), .tokyo (visit-chiyoda.tokyo), .nyc (open-data.nyc), .syd­ney, .rio, .mel­bourne (designweek.melbourne), .hel­sin­ki (welcome.helsinki), .oki­na­wa (biodiversity.okinawa), .bar­ce­lo­na (bithabitat.barcelona), .ams­ter­dam (pride.amsterdam), .brussels (safe.brussels) und .gent (kunsthal.gent) nut­zen sie für Tou­ris­mus, Events, Open Data und Kampagnen.

Unternehmen nutzen dotBrand TLDs strategisch

Unter­neh­men set­zen dot­Brand-TLDs ein, um ihre digi­ta­le Prä­senz zu stär­ken: Audi nutzt .audi für Domains wie muenchen.audi und frankfurt.audi für sei­ne Händ­ler, E.Leclerc betreibt .leclerc mit Domains etwa wie auto.leclerc und e.leclerc für sei­ne Filia­len. Canon migrier­te bestehen­de Web­sites auf .canon wie support.canon, Toyo­ta inte­griert unter .toyo­ta Domains wie sverige.toyota für Händ­ler und Zulie­fe­rer. MAN und CERN ver­wen­den ihre TLDs für glo­ba­le Netz­wer­ke sowie For­schungs­por­ta­le. Die­se Bei­spie­le unter­strei­chen die dot­BRAND-Vor­tei­le für mehr IT-Sicher­heit und ‑Unab­hän­gig­keit, mehr Fle­xi­bi­li­tät im Mar­ke­ting und ein­heit­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on in den Ökosystemen.

Mehr Auswahl für Kunden

Neben geoTLDs und dot­Brand TLDs berei­chern zahl­rei­che all­ge­mei­ne Top-Level-Domains (gTLDs) die Aus­wahl für Inter­net­nut­zer. Bei­spiels­wei­se wer­den TLDs wie .gmbh, .online und .bank bran­chen­spe­zi­fisch und ver­trau­ens­bil­dend genutzt. Die TLD .gmbh wird exklu­siv für regis­trier­te GmbHs ange­bo­ten und dient Unter­neh­men wie Rechts- oder Bera­tungs­fir­men für seriö­se Prä­sen­zen, z. B. zfde.gmbh oder argendorf.gmbh. Die TLD .online  eig­net sich für digi­ta­le Pro­jek­te wie Blogs oder Shops, etwa virtualpiano.online oder playretrogames.online, und betont die glo­ba­le Aus­rich­tung der Inter­net­prä­senz. .bank ist aus­schließ­lich für veri­fi­zier­te Ban­ken und Finanz­in­sti­tu­te gedacht, z. B. wie southpoint.bank oder dart.bank, mit hoher Sicher­heit gegen Miss­brauch und DNSSEC. Die­se TLDs stei­gern Rele­vanz und Schutz in ihren Märkten.

Vorteile und Ausblick

Zusam­men­fas­send bie­ten eige­ne gTLDs – sei es geoTLDs, dot­BRANDS oder gTLDs – Unter­neh­men und Städ­ten unver­gleich­li­che Fle­xi­bi­li­tät, Sicher­heit und Mar­ken­prä­senz. Die viel­fäl­ti­gen Bei­spie­le zei­gen, wie sie von loka­len Kam­pa­gnen bis glo­ba­le Netz­wer­ke rei­chen, mehr Fle­xi­bi­li­tät und Inklu­si­on bie­ten und IT- und Cyber­ri­si­ken mini­mie­ren. Mit der kom­men­den ICANN-gTLD Bewer­bungs­run­de 2026 eröff­nen sich neue Chan­cen für die eige­ne Bewerbung.

ICANN85 in Mumbai

ICANN85 in Mumbai

Die ICANN85 Kon­fe­renz in Mum­bai stand klar im Zei­chen der neu­en Bewer­bungs­run­de für gene­ri­sche Top-Level-Domains, die 2026 star­ten soll. Nach 14 Jah­ren – seit ICANN43 in San José 2012 – war dies das ers­te ICANN-Mee­ting, an dem wir nicht live vor Ort teil­ge­nom­men habe. Dies­mal galt bei uns „remo­te only“, da die Vor­be­rei­tun­gen zur neu­en gTLD-Run­de 2026 das Ber­li­ner Team voll bean­spru­chen. Trotz­dem konn­ten wir dank des her­vor­ra­gen­den Hybrid-For­mats an zahl­rei­chen Ses­si­ons teil­neh­men. Dazu gehör­ten die zahl­rei­chen Ses­si­ons zur Bewer­bungs­run­de für neue TLDs und Sit­zun­gen der Regis­try Stake­hol­der Group und geoTLD Group.

gTLD Bewerbung 2026

In zahl­rei­chen Ses­si­ons wur­de deut­lich, wie ICANN ver­sucht, den Bewer­bungs­pro­zess im Ver­gleich zur 2012er-Run­de bes­ser struk­tu­rie­ren und Bewer­ber zu unter­stüt­zen. Im Fokus stan­den dabei vor allem das neu ein­ge­führ­te Regis­try Ser­vice Pro­vi­der (RSP) Eva­lua­ti­on Pro­gram, die über­ar­bei­te­ten Bewer­bungs­de­tails für Inter­na­tio­na­li­zed Domain Names (IDNs) und Vari­an­ten sowie die Über­sicht über den gesam­ten Antrags- und Prüf­pro­zess. Anhand von Demos des neu­en TLD Appli­ca­ti­on Manage­ment Sys­tems (TAMs) konn­ten künf­ti­ge Bewerber:innen sehen, wie sie ihre Anträ­ge ein­rei­chen, ver­wal­ten und den Fort­schritt des Bewer­bungs­ver­fah­rens nach­ver­fol­gen kön­nen. Wich­tig war zudem die Fra­ge, wie geo­gra­fi­sche Namen und reser­vier­te Begrif­fe künf­tig behan­delt wer­den. Die­ses The­ma hat­te in der Bewer­bungs­run­de 2012 für viel Dis­kus­sio­nen gesorgt. Die abschlie­ßen­de Wrap-up-Ses­si­on zur 2026-Run­de konn­te vie­le offe­ne Fra­gen klä­ren und zeig­te: ICANN hat noch eini­ge offe­ne Auf­ga­ben bis zum Start des Bewer­bungs­fens­ters, es läuft aber alles nach Plan. Wer eine gTLD Bewer­bung 2026 plant, hat jetzt deut­lich mehr Ori­en­tie­rung als noch vor eini­gen Monaten.

DNS Abuse Mitigation

Ein zwei­ter inhalt­li­cher Schwer­punkt von ICANN85 war das The­ma DNS Abu­se Miti­ga­ti­on. In einer gan­zen Rei­he von Sit­zun­gen der neu gegrün­de­ten Arbeits­grup­pe wur­de inten­siv dar­an gear­bei­tet, wie Miss­brauchs­fäl­le, also Phis­hing, Mal­wa­re, Bot­net-Infra­struk­tur oder bestimm­te For­men von Spam, künf­tig noch sys­te­ma­ti­scher erkannt und ein­ge­dämmt wer­den kön­nen. Die Dis­kus­si­on dreh­te sich nicht nur um Defi­ni­tio­nen von DNS-Abu­se. Betrach­tet wur­de vor allem um die Fra­ge, wel­che Min­dest­an­for­de­run­gen Regis­tries und Regis­tra­re im Umgang mit Abu­se erfül­len soll­ten. Von kla­ren Abu­se-Kon­tak­ten über ver­bind­li­che Reak­ti­ons­fris­ten bis hin zu abge­stuf­ten Maß­nah­men bei wie­der­hol­ten Ver­stö­ßen. Gleich­zei­tig wur­de immer wie­der betont, dass Ein­grif­fe ver­hält­nis­mä­ßig sein müs­sen und die Rech­te legi­ti­mer Regis­tran­ten gewahrt blei­ben sol­len. Die Arbeits­grup­pe arbei­tet in den kom­men­den Mona­ten an kon­kre­ten Poli­cy-Emp­feh­lun­gen zu DNS Abu­se Miti­ga­ti­on, die mit­tel­fris­tig in ver­trag­li­che Ver­pflich­tun­gen für Regis­tries und Regis­tra­re ein­flie­ßen könn­ten. Ein wich­ti­ger Schritt, um Ver­trau­en in das Domain-Name-Sys­tem wei­ter zu stär­ken, ohne dabei die Offen­heit des Net­zes zu untergraben.

ICANN & das Multi-Stakeholder-Modell

Über die­se fach­li­chen Schwer­punk­te hin­aus hat ICANN85 erneut gezeigt, war­um die Com­mu­ni­ty-Foren ein zen­tra­ler Anker des Mul­ti-Stake­hol­der-Modell sind. In Mum­bai kamen Vertreter:innen von Regie­run­gen, Wirt­schaft, Zivil­ge­sell­schaft und tech­ni­scher Com­mu­ni­ty zusam­men, um über ein offe­nes, siche­res, inklu­si­ves und wider­stands­fä­hi­ges Inter­net zu bera­ten. Mehr als 200 Ses­si­ons, orga­ni­siert in Arbeits­grup­pen, Fach­gre­mi­en und Ple­nar­sit­zun­gen, spann­ten den Bogen von der Wei­ter­ent­wick­lung des Domain-Name-Sys­tem über Cyber­si­cher­heit bis hin zur Bewer­bungs­run­de für neue gTLDs. ICANN85 war nicht nur ein Ort für for­ma­le Poli­cy-Pro­zes­se, son­dern auch für Koope­ra­ti­on der Com­mu­ni­ty-Mit­glie­der. Vie­le Initia­ti­ven ent­ste­hen im Gespräch auf dem Flur, in Mee­tings oder beim Net­wor­king. ICANN selbst hob her­vor, dass ICANN85 in Mum­bai ein wei­te­rer Bau­stein war, um die glo­ba­le Inter­ope­ra­bi­li­tät des DNS zu sichern. Zugleich wer­den durch ICANN-Mee­tings Regio­nen wie Indi­en stär­ker in die Inter­net-Gover­nan­ce-Debat­te ein­ge­bun­den. Für alle, die an der Zukunft des Domain-Öko­sys­tems arbei­ten, war Mum­bai damit ein wich­ti­ger Mei­len­stein auf dem Weg zur nächs­ten gTLD-Run­de und zu einem robus­te­ren, ver­trau­ens­wür­di­gen DNS.

Das nächs­te ICANN-Mee­ting, ICANN86, fin­det im Juni 2026 im spa­ni­schen Sevil­la statt.

Unsere Prognosen für das Jahr 2026

Unsere Prognosen 2026

2026 wird aus unse­rer Sicht kein Jahr des gro­ßen Auf­bruchs, son­dern eher eines der stra­te­gi­schen Wei­chen­stel­lun­gen. Neue Rah­men­be­din­gun­gen machen ein Nach­den­ken über Inves­ti­tio­nen in Resi­li­enz aktu­el­ler als je zuvor. Ins­be­son­de­re, wenn geo­po­li­ti­sche Unsi­cher­hei­ten und Regu­lie­run­gen zuneh­men. Ehe wir in unse­re Pro­gno­sen für das Jahr 2026 star­ten, schau­en wir kurz zurück: Unse­re 2025-Vor­her­sa­gen zu AI-gestütz­tem Domain-Manage­ment (Domain-Gene­rie­rung, Port­fo­lio-Opti­mie­rung) und Com­pli­ance-Druck (NIS2-Vor­be­rei­tung) haben sich bestä­tigt. Der Markt hat sich wei­ter gut ent­wi­ckelt, die neu­en gTLDs sind um 21% gewach­sen, und ins­be­son­de­re bei Start­ups beliebt.

1. ICANN gTLD-Bewerbungsrunde 2026 dominiert die Agenda

Vom 30. April bis 12. August 2026 öff­net sich nach 14 Jah­ren wie­der das Fens­ter für neue TLDs. In die­ser Run­de erwar­ten wir erst­mals zahl­rei­che Bewer­bun­gen aus dem Block­chain- und Cryp­to-Bereich. Zudem rech­nen wir erneut mit vie­len Bewer­bun­gen für dot­Brands, und auch Bewer­bun­gen für gene­ri­sche und GeoTLDs. Was die geo­gra­fi­sche Ver­tei­lung betrifft, bau­en wir erneut auf ein star­kes euro­päi­sches Inter­es­se an Brand-TLDs (.mar­ke) und GeoTLDs (.stadt, .regi­on), ähn­lich zu den 670+ Anträ­gen aus 2012.

2. Neue gTLDs wachsen gegenüber Legacy-TLDs nachhaltig

Wenn­gleich Lega­cy TLDs wie .com und ccTLDs wie .de und .cn wach­sen, domi­nie­ren mit über 42 Mio. TLDs (2025: +21%) die neu­en TLDs wie .shop, .top und .online die Wachs­tums­ra­ten. Hier erwar­ten wir eine kon­ti­nu­ier­li­che Ent­wick­lung auch für 2026, nicht zuletzt auf­grund der vie­le guten frei­en Domains unter den neu­en TLDs. Die Aus­nah­me ist die ccTLD .ai, die explo­si­ons­ar­tig gewach­sen ist, und von Tech-Start­ups als Haupt-Domain genutzt wird. Für uns ein kla­rer Indi­ka­tor für den Trend zu spe­zi­fi­schen und ein­präg­sa­men Endungen.

3. KI revolutioniert die gesamte Domain-Industrie

Gene­ra­ti­ve KI hat mitt­ler­wei­le in vie­len Berei­chen der Domain­in­dus­trie Ein­zug gehal­ten – sie unter­stützt bei der Namens­fin­dung, hilft bei der Ermitt­lung von Abu­se-Fäl­len und über­nimmt Port­fo­lio-Ana­ly­sen. Die­se Ein­satz­sze­na­ri­en sind nur ein ers­ter Schritt zu mehr Auto­ma­ti­sie­rung, daten­ge­trie­be­nen Ent­schei­dun­gen und Geschäfts­pro­zes­sen, bei denen KI unter­stüt­zen kann.

4. Unruhige Zeiten: Geopolitik und Regulierung

Die geo­po­li­ti­sche Frag­men­tie­rung prägt das Inter­net von heu­te: Han­dels­kon­flik­te, Sank­tio­nen und natio­na­le Inter­net-Sou­ve­rä­ni­tät for­dern Zero-Trust-Archi­tek­tu­ren und kon­trol­lier­ba­re Namens­räu­me. EU-Regu­lie­run­gen (AI Act, NIS2, DORA) ver­schär­fen den Com­pli­ance-Druck und erfor­dern nach­weis­ba­re Kon­trol­le über Infra­struk­tur. Die DNS-Sou­ve­rä­ni­tät wird somit ein ent­schei­den­der KPI: Eige­ne TLDs sichern Namens­räu­me gegen Platt­form-Abhän­gig­kei­ten und staat­li­che Ein­grif­fe. Droht damit ein Para­dig­men­wech­sel von offe­nen Inter­net zu frag­men­tier­ten und indi­vi­du­el­len Ökosystemen?

5. ccTLDs und geoTLDs gewinnen lokal

Über 144 Mio. regis­trier­te ccTLDs (jedes Jahr +3,4%) unter­strei­chen die fort­ge­setz­te Rele­vanz in ihren jewei­li­gen Märk­ten. Unter den ccTLDs bleibt bei­spiels­wei­se .de sta­bil, wäh­rend .ai explo­diert. GeoTLDs wie .ham­burg, .ber­lin und .bay­ern hal­ten sich sta­bil, nicht zuletzt, weil sie regio­na­le Iden­ti­tä­ten stär­ken. Posi­ti­ve Effek­te auf loka­les SEO, Rele­vanz für GEO und ein sym­pa­thi­scher Ver­trau­ens­an­ker machen sie zur ers­ten Wahl für KMUs in der Region.

Fazit

2026 trennt Stra­te­gen von „wei­ter so“, denn natio­na­le und glo­ba­le Ent­wick­lun­gen erfor­dern ein Umden­ken, auch für die IT. Die fort­ge­setz­te Regu­lie­rung erzwingt Sou­ve­rä­ni­tät, für bei­de Hand­lungs­fel­der schafft die gTLD-Bewer­bungs­run­de 2026 neue Optio­nen. Wer jetzt Namens­räu­me, Sicher­heit und Gover­nan­ce zusam­men­denkt, gewinnt lang­fris­tig an Unabhängigkeit.

Bewerbung für eine eigene gTLD

Top-Level-Domain beantragen

ICANN öff­net vom 30. April bis 12. August 2026 das Bewer­bungs­fens­ter für neue gene­ri­sche Top-Level-Domains (gTLDs). Damit besteht nach über 13 Jah­ren erst­mal die Gele­gen­heit, eine eige­ne gTLD zu bean­tra­gen. Wir stel­len die zen­tra­len Punk­te rund um die Bewer­bung für eine eige­ne gTLD vor. Denn der Erwerb einer gTLD ist kein ein­fa­cher Domain-Kauf, son­dern ein kom­ple­xes Antrags­ver­fah­ren. Es umfasst hohe Anfor­de­run­gen an Finan­zen, Tech­nik und Betrieb. Wir klä­ren auf, wel­che Vor­ga­ben und Kri­te­ri­en Bewer­ber erfül­len müs­sen, und erläu­tern die mit der Bewer­bung ver­bun­de­nen Auf­ga­ben und Kos­ten. Wir gehen auf die ver­schie­de­nen gTLD-Typen ein – etwa Mar­ken-TLDs (auch dot­Brands genannt), geoTLDs für Regio­nen und Städ­te sowie gene­ri­sche TLDs.

So beantragen Sie eine Top-Level-Domain (gTLD)

Die ICANN öff­net das Bewer­bungs­fens­ter für neue gTLDs am 30. April 2026 für 105 Tage. Nach dem Bewer­bungs­fens­ter im Jahr 2012 besteht damit erst­mals wie­der die Mög­lich­keit, eine eige­ne gTLD zu bean­tra­gen. Das ICANN-Bewer­ber­hand­buch ist die Grund­la­ge für die Bewer­bung und erläu­tert detail­lirt alle Anfor­de­run­gen an Bewerber.

Vor der Bewer­bung ist zunächst die Bewer­bungs­stra­te­gie zu erar­bei­ten, die Zie­le der gTLD und das Betriebs­mo­dell. Für die Bewer­bung selbst sind über 220 Fra­gen zu beant­wor­ten, zusätz­lich zahl­rei­che Nach­wei­se zu erbrin­gen und eine umfang­rei­che Finanz­pla­nung erstel­len. Die­se Antrags­do­ku­men­te kön­nen ab April 2026 bei ICANN digi­tal ein­ge­reicht werden.

Alle eige­gan­ge­nen Bewer­bun­gen wer­den von ICANN in meh­re­ren Pha­sen geprüft. Mit der Zulas­sung der ers­ten gTLDs ist etwa im Herbst/Winter 2027 zu rechnen.

Welche Voraussetzung müssen Bewerber mitbringen?

Neben der Beant­wor­tung der Bewer­bungs­fra­gen sind eini­ge wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen zu erfül­len: Bewer­bun­gen sind nur von Unter­neh­men, Orga­ni­sa­tio­nen und Regie­run­gen mög­lich, nicht von Pri­vat­per­so­nen. Es kön­nen auch nicht alle gewünsch­ten gTLDs bean­tragt wer­den, eini­ge sind tech­nisch nicht mög­lich, oder reserviert.

Zusam­men mit der Bewer­bung ist eine Bewer­bungs­ge­bühr über 227.000 US-Dol­lar an ICANN zu ent­rich­ten. Wei­te­re Gebüh­ren kön­nen in Abhän­gig­keit von der bean­trag­ten gTLD-Kate­go­rie anfal­len. Bei dot­Brands, die aus­schließ­lich von dem Mar­ken­in­ha­ber genutzt wer­den, gel­ten Sonderregelungen.

Welche TLD-Arten gibt es?

Anträ­ge sind für meh­re­re gTLD-Kate­go­rien möglich:

  • gTLD: Für Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen mit brei­ten Einsatzoptionen.
  • brandTLD: Für Unter­neh­men mit Mar­ken­recht zur exklu­si­ven Nutzung.
  • geoTLD: Für Städ­te, Kom­mu­nen und Regio­nen zur Stär­kung regio­na­ler Identität.
  • ccTLDs: Natio­na­le Län­de­ren­dun­gen auf Basis des ISO 3166-Stan­dard. Die­se kön­nen in der kom­men­den Bewer­bungs­run­de nicht bean­tragt werden!

Bewer­bun­gen sind also mög­lich für dot­Brands (Unter­neh­men), geoTLDs (Städte/Regionen) oder gTLDs (Unternehmen/Organisationen). Sie erwei­tern das Ange­bot neben ccTLDs und klas­si­schen Endun­gen wie .com, .net oder .org.

Technische Infrastruktur bei gTLDs

Die anspruchs­vol­le Tech­nik einer TLD (ähn­lich .com oder .de) muss nicht selbst umge­setzt wer­den – exter­ne Pro­vi­der – soge­nann­te Regis­try Backend Pro­vi­der – über­neh­men die­se Dienst­leis­tung. ICANN ver­langt aller­dings kei­ne Details zu der Tech­nik, so dass Bewer­ber aus­rei­chend Zeit für die Aus­wahl des pas­sen­den Part­ners haben. Den­noch emp­feh­len wir, recht­zei­tig die Aus­wahl des geeig­ne­ten Part­ners anzu­ge­hen, wir ste­hen hier­für bera­tend zur Sei­te und kön­nen ger­ne einen RFP durchführen.

Wann startet die nächste gTLD-Runde?

Das Bewer­bungs­fens­ter öff­net ICANN am 30. April 2026 und endet am August 2026.

Welche Kosten entstehen für eine gTLD?

Die Grund­ge­bühr für eine gTLD-Bewer­bung beträgt 227.000 USD, die wäh­rend des Bewer­bungs­fens­ters an ICANN zu über­wei­sen ist.  Für beson­de­re Kate­go­rien wie dot­Brands oder geoTLDs fal­len zusätz­li­che Gebüh­ren an. Die jähr­li­chen Betriebs­ge­büh­ren bei ICANN belau­fen sich auf 25.800 USD. Hin­zu kom­men Hono­ra­re für spe­zia­li­sier­te Bera­ter wie Dot­zon, die Sie bei der Bewer­bungs­er­stel­lung unterstützen.

Vorteile einer eigenen TLD

  • Digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät: Mit einer eige­nen Top-Level-Domain gewin­nen Sie vol­le Unab­hän­gig­keit über Ihre digi­ta­le Infra­struk­tur und redu­zie­ren die Abhän­gig­keit von Drittanbietern.
  • Sicher­heit: Sie behal­ten die kom­plet­te Kon­trol­le über Ihre Domain-Infra­struk­tur und mini­mie­ren Risi­ken durch Fremd­ab­hän­gig­kei­ten erheblich.
  • Kos­ten­ef­fi­zi­enz: Lang­fris­tig sin­ken Ihre Domain-bezo­ge­nen Kos­ten wie Moni­to­ring, defen­si­ve Regis­trie­run­gen und Auf­käu­fe, inter­ne Pro­zes­se wer­den vereinfacht.
  • Mar­ken­schutz: Die exklu­si­ve Endung stärkt Ihre digi­ta­le Iden­ti­tät und schützt effek­tiv gegen Mar­ken­imi­ta­te und Phishing-Angriffe.
  • Kun­den­bin­dung: Eine ein­präg­sa­me Mar­ken­en­dung ver­an­kert Ihre Mar­ke nach­hal­tig im Gedächt­nis Ihrer Kun­den und schafft Vertrauen.
  • Geschäfts­mo­dell: Eige­ne Domains kön­nen direkt ver­kauft oder ver­mie­tet wer­den und eröff­nen neue Einnahmequellen.

Nut­zen Sie die kom­men­den Mona­te bis zum Start des Bewer­bungs­fens­ters im April, um eine Bewer­bung zu eva­lu­ie­ren und Ihre digi­ta­le Infra­struk­tur zukunfts­si­cher aufzustellen.

Unsere Unterstützung für Ihren gTLD-Antrag

Als ICANN-Exper­ten und lang­jäh­ri­ges Mit­glied der Arbeits­grup­pen haben wir aktiv an dem Bewer­ber­hand­buch mit­ge­wirkt. Daher ken­nen wir die Anfor­de­run­gen an Bewer­ber bes­tens. Unse­re Pra­xis aus dem Betrieb eige­ner TLDs sorgt zudem für eine pra­xis­ori­en­tier­te Bera­tung. Wir füh­ren Sie von der Visi­on bis zum Start – enga­giert, erfah­ren und maß­ge­schnei­dert. Mit über 20 Jah­ren ICANN-Know-how und mehr als 30 erfolg­rei­chen Anträ­gen im letz­ten Bewer­bungs­fens­ter unter­stüt­zen wir Sie ger­ne. Bei Inter­es­se oder Fra­gen spre­chen Sie uns an: gTLDs@dotzon.com.

Erfolgsfaktoren von geoTLDs

Der Erfolg einer geoTLD hängt neben den mess­ba­ren Kri­te­ri­en wie u. a. Markt-Durch­drin­gung, Sicht­bar­keit und Nut­zungs­quo­te von wei­te­ren Fak­to­ren ab. Wir stel­len aus­ge­wähl­te Erfolgs­fak­to­ren von geoTLDs anhand kon­kre­ter Bei­spie­le vor.

Sichtbarkeit einer geoTLD

Einer der Schlüs­sel­fak­to­ren für die Attrak­ti­vi­tät einer geoTLD ist eine hohe Sicht­bar­keit. In digi­ta­len Medi­en wie Such­ma­schi­nen­er­geb­nis­sen, News­let­tern, oder sozia­len Medi­en wird die geoTLD sicht­bar. So trägt sie zur digi­ta­len Repu­ta­ti­on und Mar­ke der Stadt bei. Auch Off­line-Medi­en wie Pla­ka­te, Anzei­gen oder Beschrif­tun­gen auf Fahr­zeu­gen tra­gen zu einer hohen Nut­zungs­ra­te bei.

Ein wei­te­rer Fak­tor für den Erfolg einer geoTLD ist die Häu­fig­keit, mit der sie genutzt wird. Je öfter und selbst­ver­ständ­li­cher die geoTLD von Unter­neh­men, Orga­ni­sa­tio­nen, Bürger:innen und der Stadt selbst genutzt wird, des­to mehr wird sie zum inte­gra­len Bestand­teil der digi­ta­len Stadt.

Marketingkampagnen mit einer geoTLD

Stadt­mar­ke­ting­ver­ant­wort­li­che neh­men für orts­be­zo­ge­ne Mar­ke­ting­kam­pa­gnen ger­ne die Vor­tei­le einer kur­zen Domain in Anspruch. Dnen die­se ist unter der natio­na­len Endung oft­mals schon ver­ge­ben oder nur mit Bin­de­stri­chen noch frei. Die neu­en Adres­sen sind kurz und prä­gnant, wie bei­spiels­wei­se umweltkalender.berlin, pressefreiheit.hamburg, mail.zuerich und godman.stockholm.

Events nutzen geoTLDs

GeoTLDs sind beson­ders gut geeig­net, um loka­le Events zu kom­mu­ni­zie­ren. Sie ermög­li­chen eine sofor­ti­ge und kla­re Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der jewei­li­gen Stadt. So erken­nen Nut­zer auf einen Blick, dass es sich um ein loka­les Ange­bot han­delt, was Ver­trau­en schafft, und die Ziel­grup­pe gezielt anspricht. Für Event-Ver­an­stal­ter bie­ten geoTLDs die Mög­lich­keit, ein­präg­sa­me und the­ma­tisch pas­sen­de Web­adres­sen zu nut­zen, die noch vie­le attrak­ti­ve Key­word-Kom­bi­na­tio­nen bereit­hal­ten. Zudem eig­nen sie sich ide­al für Akti­ons­sei­ten oder Landing­pa­ges, die spe­zi­ell auf loka­le Ziel­grup­pen und Ereig­nis­se aus­ge­rich­tet sind. Die­sen Effekt nut­zen die Ver­an­stal­ter der green-connect.hamburg, icc.moscow, strong.madrid, rising.melbourne und ki-festival.berlin.

Lokale Geschäften lieben geoTLDs

Für klei­ne loka­le Geschäf­te geht es ins­be­son­de­re um ihre loka­le Sicht­bar­keit. Durch die ein­deu­ti­ge Orts­ken­nung in der Inter­net­adres­se kön­nen sich klei­ne Unter­neh­men klar vom Wett­be­werb
abhe­ben. Sie ver­mit­teln die regio­na­le Zuge­hö­rig­keit und Ver­bun­den­heit zur eige­nen Stadt, was Ver­trau­en bei Kun­den schafft, und die loka­le Iden­ti­fi­ka­ti­on stärkt. Loka­le Händ­ler in nahe­zu allen Städ­ten mit einer Digi­ta­len Stadt­mar­ke set­zen auf die­sen Effekt. Wie bei­spiels­wei­se mix.tokyo, pancakes.amsterdam, isabella.capetown, lat.london, pomad.paris, funera.sydney und urbanphysio.hamburg.

Wei­te­re Erfolgs­fak­to­ren von geoTLDs fin­den Sie in unse­ren jähr­lich erschei­nen­den Stu­di­en.

ICANN84 – Das Jahrestreffen der ICANN

Freigabe Bewerbungsverfahren 2026 durch ICANN-Board

Vom 25. bis 30. Okto­ber fand das Jah­res­tref­fen der ICANN-Com­mu­ni­ty ICANN84 in Dub­lin statt. Etwa 2.100 Teil­neh­men­de aus 128 Län­dern nah­men vor Ort und remo­te an den Bera­tun­gen teil. Sie dis­ku­tier­ten in über 100 Ses­si­ons über tech­ni­sche und recht­li­che Aspek­te der Inter­net­ver­wal­tung. In vie­len Sit­zun­gen arbei­te­ten die Tei­leh­men­den an der Wei­ter­ent­wick­lung von Internet-Policies. 

Das High­light des ICANN-Mee­tings war zwei­fels­oh­ne die Frei­ga­be des Bewer­bungs­ver­fah­rens um neue Top-Level-Domains durch das ICANN-Direk­to­ri­um. Dane­ben gab es zahl­rei­che wei­te­re Sit­zun­gen, in denen Details zu dem Bewer­bungs­ver­fah­ren vor­ge­stellt wur­den. Dane­ben war auch das Sys­tem, mit dem Inhaber­da­ten einer Domain bean­tragt wer­den kön­nen, Fokus des Mee­tings. Eben­so wie die aktu­el­len Kon­sul­ta­tio­nen zum WSIS+20-Prozess.

Neue gTLD-Runde 2026

Die Com­mu­ni­ty wur­de über den Imple­men­tie­rungs­stand des neu­en gTLD-Pro­gramms infor­miert, ein­schließ­lich Sup­port für Bewer­ber, der Vor­eva­lu­ie­rung von Regis­try-Dienst­leis­tern und dem Regis­try Agree­ment. Bei der regu­lä­ren Vor­stands­sit­zung am 30. Okto­ber haben die ICANN-Direk­to­ren das Bewer­bungs­ver­fah­ren ver­ab­schie­det – ein bedeu­ten­der Mei­len­stein auf dem Weg zur Öff­nung des Bewer­bungs­fens­ters im April 2026 und Ergeb­nis der jah­re­lan­gen Arbeit der ICANN-Com­mu­ni­ty und Orga­ni­sa­ti­on. Wir haben unse­re Erfah­run­gen aus der ver­gan­ge­nen Bewer­bungs­run­de 2012 in der Arbeits­grup­pe kon­struk­tiv seit 2015 eingebracht.

RDRS (Registration Data Request Service – Anfragedienst für Registrierungsdaten)

Die Pilot­pha­se endet Ende des Monats. Der Vor­stand beschloss daher am 30. Okto­ber, den Betrieb für bis zu zwei Jah­re fort­zu­set­zen, wäh­rend die Com­mu­ni­ty wei­ter über die Zukunft des Ser­vice bera­ten soll. Ein öffent­li­ches Kom­men­tie­rungs­ver­fah­ren wur­de ein­ge­lei­tet, um Input zu einem Fahr­plan zur Anglei­chung der Richt­li­ni­en einzuholen.

Internet Governance: WSIS+20

Die 20-Jah­res-Über­prü­fung des Welt­gip­fels zur Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft wird nächs­ten Monat bei der UN-Gene­ral­ver­samm­lung abge­schlos­sen. Der ICANN-Vor­stand emp­fing UN-Bot­schaf­ter und dis­ku­tier­te das Ergeb­nis­do­ku­ment mit Fokus auf das Mul­tistake­hol­der-Modell der Internet-Governance.

Das nächs­te ICANN-Mee­ting fin­det vom 7.–12. März 2026 in Mum­bai statt, eine Anmel­dung ist hier möglich.

Digitale Unternehmensmarken 2025

Digitale Unternehmensmarken 2025

Zum ach­ten Mal ana­ly­sie­ren wir, wel­che KPIs erfolg­rei­che dot­Brands aus­ma­chen und stel­len die Top 10 in unse­rer Stu­die „Digi­ta­le Unter­neh­mens­mar­ken 2025” vor. Den ers­ten Platz erzielt .audi, gefolgt von .schwarz und .dvag. Unter den Top 10 fin­den sich vier dot­Brands aus Deutsch­land, drei aus den USA sowie einer fran­zö­si­schen, kana­di­schen und spa­ni­schen dot­Brand. Unter den Top 10 fin­den sich durch­weg dot­Brands, die sehr aktiv genutzt wer­den – für inter­ne Anwen­dun­gen, siche­re Por­ta­le, aus­sa­ge­kräf­ti­ge Kam­pa­gnen-Domains und die siche­re E‑Mail-Kom­mu­ni­ka­ti­on.

Im Rah­men unse­rer dies­jäh­ri­gen Ana­ly­sen haben wir fest­ge­stellt, dass sich in den letz­ten Jah­ren der Fokus beim Ein­satz von dot­Brand-TLDs deut­lich von einer rei­nen Mar­ke­ting­per­spek­ti­ve hin zu sicher­heits­ge­trie­be­nen IT-Stra­te­gien ver­scho­ben hat. Immer mehr Unter­neh­men nut­zen ihre eige­ne TLD, um die Inte­gri­tät ihrer digi­ta­len Infra­struk­tur zu erhö­hen. Durch die kon­se­quen­te Umset­zung von Sicher­heits­stan­dards wie DNSSEC, DMARC und TLS 1.3 auf sämt­li­chen Sub­do­mains ent­steht eine homo­ge­ne und kon­trol­lier­te Umge­bung, die Mani­pu­la­tio­nen und unau­to­ri­sier­te Zugrif­fe effek­tiv erschwert.

Par­al­lel dazu set­zen die Unter­neh­men dot­Brand-Domains auch für inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­for­men ein. Anwen­dun­gen wie E‑Mail-Sys­te­me, inter­ne Mit­ar­bei­ter­por­ta­le oder API-Gate­ways pro­fi­tie­ren von einem geschlos­se­nen Namens­raum, der nur auto­ri­sier­ten Nut­zern zugäng­lich ist. Die­se Pra­xis för­dert nicht nur Com­pli­ance und Daten­schutz, son­dern eta­bliert die dot­Brand-TLD als zen­tra­le Platt­form für siche­re, mar­ken­in­ter­ne digi­ta­le Ökosysteme.

Die voll­stän­di­ge Stu­die ist hier abrufbar.

Wie kann ich eine dotBrand beantragen?

Wie beantragen Sie eine dotBrand

Die Inter­net-Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on ICANN hat zuletzt im Jahr 2012 eine Bewer­bungs­mög­lich­keit für neue gTLDs ange­bo­ten. Nun plant sie erneut ein Bewer­bungs­fens­ter, das von April bis August 2026 geöff­net sein soll. Wer sich bewer­ben möch­te, hat die Wahl zwi­schen einer geoTLD, gTLD und brandTLD. Mar­ken­in­ha­ber kön­nen die eige­ne dot­Brand nut­zen, um siche­rer zu kom­mu­ni­zie­ren, ihre Mar­ke zu schüt­zen und inno­va­ti­ve Geschäfts­mo­del­le auf­set­zen. Anhand unse­rer Schritt-für-Schritt-Anlei­tung erfah­ren Sie, wie Sie eine dot­Brand bean­tra­gen können.

Schritt für Schritt zur eigenen dotBrand

Sie inter­es­sie­ren sich für den Schutz und die Sicher­heit Ihrer Mar­ke durch eine eige­ne TLD. Sie möch­ten daher eva­lu­ie­ren, ob die Bewer­bung um eine dot­Brand sinn­voll ist. Wir erläu­tern Schritt für Schritt, wel­che Kri­te­ri­en und Anfor­de­run­gen ICANN an Bewer­ber stellt, und wie Sie eine Ent­schei­dung tref­fen können.

Strategie und Projektplanung

Defi­nie­ren Sie die Zie­le Ihrer dot­Brand: Möch­ten Sie die Mar­ke schüt­zen, eine siche­re digi­ta­le Infra­struk­tur auf­bau­en oder sich inno­va­tiv posi­tio­nie­ren? Pla­nen Sie die für das Pro­jekt erfor­der­li­chen Res­sour­cen – also Bud­get und Pro­jekt­team, und stel­len Sie einen Zeit- und Pro­jekt­plan auf.

Technische Planung

Der Betrieb einer eige­nen Top-Level-Domain erfor­dert kei­ne eige­ne tech­ni­sche Infra­struk­tur. Es gibt zahl­rei­che pro­fes­sio­nel­le Dienst­leis­ter, die jahr­zehn­te­lan­ge Erfah­rung im Betrieb die­ser Sys­te­me haben. Wir unter­stüt­zen Sie bei der Aus­wahl geeig­ne­ter Partner.

Bewerbungsvorbereitung

Zur Vor­be­rei­tung der Bewer­bungs­un­ter­la­gen gehö­ren die Abstim­mung der kon­kre­ten Bewer­bungs­tex­te inner­halb des Pro­jekt­teams und das Zusam­men­stel­len von Unter­la­gen. Eben­so ist die Koor­di­na­ti­on mit den exter­nen Dienst­leis­tern und Kal­ku­la­ti­on des Betriebs in Form eines Busi­ness-Plans Bestand­teil der Vorbereitung.

Bewerbungsphase

Die Bewer­bungs­run­de bei ICANN star­tet im April 2026 und läuft bis August 2026. Wir rei­chen für Sie die Bewer­bungs­un­ter­la­gen zusam­men mit dem Busi­ness-Plan, tech­ni­schen Kon­zep­ten und recht­li­chen Doku­men­ten bei ICANN ein. Die Bewer­bungs­ge­bühr bei ICANN beträgt vor­aus­sicht­lich 227.000 USD.

Genehmigung und Betrieb

Der gesam­te Bewer­bungs­pro­zess bei ICANN dau­ert vom Ende des Bewer­bungs­fens­ters bis zur Zulas­sung Ihrer dot­Brand etwa ein bis ein­ein­halb Jah­re. Nach erfolg­rei­cher Prü­fung durch ICANN wird Ihre TLD zuge­las­sen und Sie unter­schrei­ben den Ver­trag mit ICANN. Sie kön­nen die TLD ab dann aktiv nut­zen und wir küm­mern uns um den Betrieb.

Welche Vorteile bietet eine dotBrand?

Eine dot­Brand ist eine stra­te­gi­sche Inves­ti­ti­on, denn sie bie­tet lang­fris­ti­ge Vor­tei­le, indem sie die digi­ta­le Mar­ke stärkt und vor gleich­na­mi­gen Mar­ken schützt. Sie mini­miert Sicher­heits­ri­si­ken durch eine eige­ne Infra­struk­tur, bie­tet Fle­xi­bi­li­tät in der Domain-Ver­füg­bar­keit und dif­fe­ren­ziert im Wett­be­werbs­um­feld. Sie ist eine Ant­wort auf die seit Ein­füh­rung der DSGVO nicht mehr ein­seh­ba­ren Domain-Inhaber­da­ten frem­der Inhaber.

Wie können wir Sie auf dem Weg zur TLD unterstützen?

Wir ken­nen die Anfor­de­run­gen an TLD-Bewer­ber aus ers­ter Hand, denn als akti­ves Mit­glied der rele­van­ten ICANN-Arbeits­grup­pen sind wir seit dem Jahr 2015 in die Gestal­tung des aktu­el­len Bewer­bungs­ver­fah­rens invol­viert. Unse­re Exper­ti­se in der Zusam­men­ar­beit mit ICANN seit 2005 unter­stützt Sie dabei, The­men ein­zu­ord­nen und zu bewerten.

Wir bera­ten Sie bei der stra­te­gi­schen Aus­rich­tung Ihrer brandTLD und den damit ver­bun­de­nen Anfor­de­run­gen und Son­der­rech­ten für eine Mar­ken-TLD. Wir bera­ten Sie bei der Aus­wahl der tech­ni­schen Part­ner, erstel­len alle Unter­la­gen und rei­chen die Bewer­bung bei ICANN ein. Sie pro­fi­tie­ren von unse­rer Erfah­rung aus vor­he­ri­gen Bewer­bungs­ver­fah­ren, in denen wir weit über 30 Unter­neh­men und Antrag­stel­ler aus Euro­pa bei der erfolg­rei­chen Zulas­sung ihrer TLD unter­stützt haben. Wenn Sie sich für eine eige­ne dot­Brand inter­es­sie­ren oder Fra­gen zur Mach­bar­keit haben, kon­tak­tie­ren Sie bit­te unse­re Exper­ten unter marketing@dotzon.com.

DOTZON veröffentlicht Studie „Digitale Stadtmarken 2025“

DOTZON veröffentlicht Studie „Digitale Stadtmarken 2025“
  • Bereits zum neun­ten Mal ana­ly­siert DOTZON die welt­wei­ten Stadt-TLDs und ihre digi­ta­le Strahlkraft
  • Ange­führt wird das Ran­king 2025 von .ber­lin, gefolgt von .tokyo und .ham­burg
  • Sicht­bar wird die Nut­zung der Digi­ta­len Stadt­mar­ken anhand von Adres­sen wie www.wir.berlin oder www.polizei.hamburg

Ber­lin, den 12.06.2025 – .ber­lin, .tokyo und .ham­burg sind die drei füh­ren­den Digi­ta­len Stadt­mar­ken 2025. Das zeigt die aktu­el­le DOT­ZON-Stu­die „Digi­ta­le Stadt­mar­ken 2025“. Die Unter­su­chung ver­gleicht jähr­lich, wie Städ­te welt­weit ihre eige­ne Inter­neten­dung ein­set­zen und wel­che Dyna­mik sich dar­aus für Mar­ken­füh­rung und Stadt­mar­ke­ting ergibt.

Die Ana­ly­se umfasst die der­zeit ver­füg­ba­ren 40 Stadt-TLDs. Über einen Zeit­raum von zwölf Mona­ten wur­den acht mess­ba­re Kri­te­ri­en aus­ge­wer­tet – dar­un­ter die Rela­ti­on von Domains zu Ein­woh­nern, die Zahl aktiv genutz­ter Adres­sen und wirt­schaft­li­che Kenn­zah­len wie Umsatz.

„Eine Digi­ta­le Stadt­mar­ke ist weit mehr als eine Inter­net­adres­se – sie ist ein Aus­druck von Iden­ti­tät und Zuge­hö­rig­keit im digi­ta­len Raum“, erläu­tert DOT­ZON-Geschäfts­füh­re­rin Kat­rin Ohl­mer. „Gera­de in einer Zeit, in der Städ­te welt­weit um Auf­merk­sam­keit kon­kur­rie­ren, bie­ten eige­ne Endun­gen einen kla­ren Vor­teil, um Pro­fil und Bin­dung zu stärken.“

Im dies­jäh­ri­gen Ran­king behaup­tet .ber­lin erneut sou­ve­rän die Spit­zen­po­si­ti­on, wäh­rend .tokyo sei­nen zwei­ten Platz fes­tigt. Mit Platz 3 neu auf das Podi­um geschafft hat es .ham­burg, das sei­ne digi­ta­le Mar­ken­füh­rung in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich aus­ge­baut hat. Zu den wei­te­ren Auf­stei­gern zäh­len .wien auf Platz 8 und .gent auf Platz 10, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht unter den Top 10 ver­tre­ten waren.

Neben den quan­ti­ta­ti­ven Indi­ka­to­ren betrach­tet die Stu­die auch qua­li­ta­ti­ve Aspek­te, etwa den Ein­satz der Stadt-Endung durch Ver­wal­tun­gen und Insti­tu­tio­nen, die Prä­senz im öffent­li­chen Raum oder die media­le Sicht­bar­keit. Die­se Fak­to­ren tra­gen ent­schei­dend dazu bei, wie stark sich eine Stadt auch digi­tal positioniert.

Die voll­stän­di­ge Stu­die „Digi­ta­le Stadt­mar­ken 2025“ steht als PDF-Down­load zur Verfügung.

Über DOTZON

DOTZON ist eine inter­na­tio­na­le Manage­ment­be­ra­tung für digi­ta­le Iden­ti­tä­ten. Seit 2005 beglei­tet DOTZON Unter­neh­men, Städ­te und Orga­ni­sa­tio­nen bei der Ent­wick­lung, Ein­füh­rung und dem Betrieb eige­ner Top-Level-Domains. Mit ihrer Exper­ti­se in TLD-Stra­te­gien, DNS-Tech­no­lo­gien und Mar­ken­füh­rung gilt DOTZON als Vor­rei­ter auf die­sem Gebiet. Jähr­lich ver­öf­fent­licht das Unter­neh­men die Stu­di­en „Digi­ta­le Stadt­mar­ken“ (seit 2017) und „Digi­ta­le Unter­neh­mens­mar­ken“ (seit 2018).