Einleitung

Zusammenfassung

„Digi­ta­le Stadt­mar­ken 2025“ unter­sucht die Digi­ta­len Stadt­mar­ken im inter­na­tio­na­len Ver­gleich. Das detail­lier­te Ran­king der zehn erfolg­reichs­ten Digi­ta­len Stadt­mar­ken zeigt, dass die Digi­ta­le Stadt­mar­ke .ber­lin erneut den Spit­zen­platz ein­ge­nom­men hat. Ihr fol­gen auf Platz zwei und drei .tokyo und .ham­burg. Damit schafft es die nord­deut­sche Stadt­mar­ke nicht nur unter die Top 10, son­dern erst­mals unter die Top 3. Nicht mehr in den Top 10 sind hin­ge­gen .syd­ney und .oki­na­wa, sie errei­chen in die­sem Jahr die Plät­ze 18 und 12. Wie­der in den Top 10 ver­tre­ten sind .wien und .gent, die im Vor­jahr den Platz 13 bzw. 14 erreich­ten. Fort­ge­setzt hat sich der Trend, dass sich die Digi­ta­len Stadt­mar­ken ins­be­son­de­re in euro­päi­schen Städ­ten sehr posi­tiv ent­wi­ckeln: Sie­ben Posi­tio­nen der Top 10 wer­den von Euro­pas Metro­po­len besetzt. Im Jah­res­ver­gleich wird deut­lich, wie sich die ein­zel­nen Stadt­mar­ken in den Top 10 über die Zeit ent­wi­ckelt haben.

Gegenstand der Studie

Die Entstehung Digitaler Stadtmarken

Seit 2014 wer­den in Städ­ten auf der gan­zen Welt eige­ne Inter­net-Endun­gen ein­ge­führt – bei­spiels­wei­se .ber­lin, .nyc oder .tokyo. Die­se cityTLDs ergän­zen das Ange­bot der bestehen­den län­der­spe­zi­fi­schen Inter­net-Endun­gen wie etwa .de, .us oder .jp und der all­ge­mei­nen Inter­net-Endun­gen wie .com, .net, .org und .info. Ermög­licht hat die­se Ent­wick­lung die Inter­net Cor­po­ra­ti­on for Assi­gned Names and Num­bers, kurz ICANN. Auf Basis der Idee und Initia­ti­ve von .ber­lin hat ICANN im Jahr 2012 erst­mals Bewer­bun­gen um geo­gra­phi­sche Inter­net-Endun­gen ent­ge­gen­ge­nom­men. Nach umfang­rei­cher Prü­fung der Bewer­bun­gen konn­ten ers­te Städ­te ihre Digi­ta­le Stadt­mar­ke ein­füh­ren. Ins­ge­samt fünf die­ser 35 Städ­te betrei­ben zwei cityTLDs mit unter­schied­li­chen Namen: ent­we­der mit der Abkür­zung und der Lang­ver­si­on des Namens oder dem Stadt­na­men in unter­schied­li­chen Spra­chen. Da sich die­se cityTLD-Zwil­lin­ge recht unter­schied­lich ent­wi­ckelt haben, haben wir sie in der vor­lie­gen­den Stu­die von­ein­an­der getrennt betrachtet.

Metropolen nutzen Digitale Stadtmarken

Zu den ers­ten Städ­ten mit eige­ner Digi­ta­ler Stadt­mar­ke gehör­ten euro­päi­sche Haupt­städ­te wie Ber­lin, Paris und Lon­don. Welt­weit haben sich Metro­po­len wie Tokyo, New York, Syd­ney und Rio de Janei­ro die­ser Ent­wick­lung ange­schlos­sen. Zusam­men­ge­nom­men zäh­len die cityTLD-Städ­te mehr als 110 Mil­lio­nen Ein­woh­ner und ein Brut­to­in­lands­pro­dukt von gut 12,3 Mil­li­ar­den US-Dol­lar (Quel­le: Wiki­pe­dia sowie die Inter­net­auf­trit­te der jewei­li­gen Städte).

Digitale Stadtmarken positionieren Städte im globalen Wettbewerb

Digi­ta­le Stadt­mar­ken sind die loka­le Iden­ti­tät einer Stadt im Inter­net und bie­ten aus­sa­ge­kräf­ti­ge digi­ta­le Adres­sen. Sie unter­stüt­zen die Inter­ak­ti­on mit Bür­gern, posi­tio­nie­ren die Stadt als attrak­ti­ve Desti­na­ti­on im glo­ba­len Wett­be­werb und iden­ti­fi­zie­ren loka­le Ange­bo­te und Dienst­leis­tun­gen. Für Bür­ger, Unter­neh­men und den öffent­li­chen Sek­tor sind sie eine orts­be­zo­ge­ne Alter­na­ti­ve zu Län­de­ren­dun­gen wie .de oder all­ge­mei­nen Inter­net-Endun­gen wie .com. Wel­che Rol­le die cityTLD in ihrer jewei­li­gen Stadt ein­nimmt, zeigt die Stu­die „Digi­ta­le Stadt­mar­ken 2025“.

Die Digitale Stadtmarke als Maßstab für „Digitalness“

Digitale Heimat

Die Digi­ta­le Stadt­mar­ke erwei­tert nicht nur die bestehen­de Mar­ke und schafft neue Struk­tu­ren, sie stärkt auch die emo­tio­na­le Bin­dung an die Stadt. Sie bil­det einen ver­läss­li­chen und loka­len Anker im Strom der per­ma­nen­ten Ver­än­de­run­gen durch die Digi­ta­li­sie­rung der Stadt und bie­tet damit ihren Bür­gern, Unter­neh­men, Orga­ni­sa­tio­nen und Insti­tu­tio­nen eine digi­ta­le Hei­mat. Denn die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on macht Bür­ger zwar unab­hän­gi­ger von Raum und Zeit, löst gleich­zei­tig aber Sehn­sucht nach Ver­or­tung und Zuge­hö­rig­keit aus. Der Stadt­raum befrie­digt die­se Sehn­sucht zur rea­len und digi­ta­len Begegnung.

Digitale Stadtmarke ist kritische Infrastruktur

Die Trag­wei­te von Digi­ta­len Stadt­mar­ken geht aber noch wei­ter: Stadt­ver­mark­ter set­zen cityTLDs als krea­ti­ves Werk­zeug im Stadt­mar­ke­ting und für Kam­pa­gnen ein – wie bei­spiels­wei­se www.be.brussels oder www.wir.berlin. Sie schät­zen sie als zeit­ge­mä­ße Mög­lich­keit, im glo­ba­len Wett­be­werb bes­ser auf ihren Stand­ort auf­merk­sam zu machen, etwa über gute Plat­zie­run­gen von Inhal­ten in Such­ma­schi­nen. Eine tra­gen­de Rol­le spie­len sie außer­dem im Bereich der Digi­ta­li­sie­rung und für Smart-City-Initia­ti­ven. Denn ohne die kri­ti­sche digi­ta­le Infra­struk­tur von Inter­net-Endun­gen gäbe es kei­ne digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on über Apps, E‑Mails und Web­sei­ten. Damit spie­len Stadt­mar­ken eine grund­le­gen­de Rol­le wie Ener­gie, Was­ser und ande­re öffent­li­che Güter.

Zugrundeliegende Daten der Studie

Bereits zum neun­ten Mal unter­sucht DOTZON die Erfolgs­fak­to­ren und Key-Per­for­mance-Indi­ka­to­ren von cityTLDs. Ins­ge­samt acht Para­me­ter bestim­men die Stär­ken und Wer­te der ana­ly­sier­ten Städ­te – sie sind auf der nach­fol­gen­den Sei­te detail­liert beschrie­ben. Als Daten­grund­la­ge für die Para­me­ter wur­den Daten aus öffent­lich zugäng­li­chen Daten­ban­ken sowie stadt­spe­zi­fi­sche loka­le Kenn­grö­ßen ver­wen­det, die eben­falls aus öffent­lich zugäng­li­chen Quel­len stam­men. Die Daten­ba­sis spie­gelt vor­wie­gend den öko­no­mi­schen Sta­tus-Quo einer Stadt-Top-Level-Domain wider, gemes­sen an wirt­schaft­li­chen Para­me­tern wie dem Umsatz und der akti­ven Nut­zung. Sie zeigt aber auch die Sicht­bar­keit einer Stadt-Top-Level-Domain in Form der bei Goog­le gelis­te­ten Domains und der meist­be­such­ten Domains laut Maje­s­tic und ande­ren Quel­len. Stadt­spe­zi­fi­sche Daten wie Ein­woh­ner­zahl, Brut­to­so­zi­al­pro­dukt und Anzahl der Domains pro Ein­woh­ner ergän­zen die Datenquellen.

Um den Erfolg der ein­zel­nen Stadt-Top-Level-Domains bewer­ten zu kön­nen, wur­den zunächst ihre Wer­te in jeder der acht Kate­go­rien errech­net. Auf Basis der Wer­te je Kate­go­rie wur­de eine Plat­zie­rung zwi­schen eins und 40 ver­ge­ben. Das Gesamt­ergeb­nis ent­spricht schließ­lich dem Durch­schnitt aller Ein­zel­plat­zie­run­gen – wobei eine cityTLD umso bes­ser abschnei­det, je bes­se­re Plat­zie­run­gen sie erzielt hat. Zusam­men­ge­nom­men erge­ben die erziel­ten Punkt­zah­len das Ran­king für „Digi­ta­le Stadt­mar­ken 2025“. Der Jah­res­ver­gleich zeigt, wie sich das Ran­king gegen­über dem Vor­jahr ent­wi­ckelt hat. Die ein­zel­nen KPIs wer­den unter­ein­an­der gleich­wer­tig betrach­tet und nicht gewichtet.

Nicht berück­sich­tigt wur­den Son­der­ein­flüs­se, da es an der Ver­gleich­bar­keit man­gelt. Dazu gehö­ren tem­po­rä­re Mar­ke­ting­maß­nah­men, Pro­mo­ti­ons, Preis­nach­läs­se und ähn­li­che Akti­vi­tä­ten. Wei­ter­hin konn­te nicht berück­sich­tigt wer­den, dass bei eini­gen der cityTLDs eine grö­ße­re Zahl der regis­trier­ten Domains soge­nann­te Pre­mi­um-Domains sind. Die­se wer­den i.d.R. vom Betrei­ber der cityTLD selbst regis­triert und zum Ver­kauf ange­bo­ten. Damit erhö­hen sie die Anzahl der Gesamt­re­gis­trie­run­gen, ohne dass Kun­den dahinterstehen.

„Digitale Stadtmarken 2025“ macht Erfolg von cityTLDs transparent

Die Stu­die „Digi­ta­le Stadt­mar­ken 2025“ stellt einen direk­ten Ver­gleich aller Städ­te im Hin­blick auf die zur Ana­ly­se her­an­ge­zo­ge­nen Para­me­ter her. Die Stu­die ermög­licht Städ­ten den Aus­tausch dar­über, wel­che Aus­wir­kun­gen eine cityTLD auf das Stadt­le­ben, die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und Wirt­schaft haben kann, wie sie von den Stake­hol­dern der Stadt und für ihre Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zie­le ein­ge­setzt wer­den kann und damit zur Digi­ta­len Stadt­mar­ke der Stadt wird.

In den ver­gan­ge­nen zwölf Mona­ten ist die Zahl der Domains mit Stadt-Endun­gen von 551.986 auf 463.828 gesun­ken. Maß­geb­lich dafür ist die mas­si­ve Domain-Löschung unter .tokyo, der Bestand hat sich von 180.604 auf 99.826 reduziert.