30.06.2020
Das ICANN68-Logo

Im Fokus des 68. ICANN-Meeting standen die Themenbereiche Domain-Missbrauch, neue Bewerbungsmöglichkeit für die eigene Top-Level-Domain und Zugriff auf WHOIS-Daten. 

Das 68. ICANN-Meeting fand aufgrund der Corona-Pandemie in der vergangenen Woche erneut rein virtuell statt, statt wie geplant in Kuala Lumpur. Von Dotzon nahmen Katrin Ohlmer, Dirk Krischenowski und Matthias Pfeifer an der Konferenz teil. In den Sitzungen standen erneut die Themenbereiche Domain-Missbrauch, neue Bewerbungsmöglichkeit für die eigene Top-Level-Domain und Zugriff auf WHOIS-Daten im Fokus. 

Betreiber, Provider und Regierungsvertreter debattieren über Domain-Missbrauch

Betreiber und Provider haben sich auf eine einheitliche Abuse-Definition analog zur Formulierung im ICANN-Vertrag geeinigt. Diese sind aus Sicht von Regierungsvertretern sowie assoziierten Behörden (FBI, FTC, Europol, NCA, etc.) allerdings nicht weitgehend genug. Sie fordern daher eine Ausweitung der Definition, ICANN zu schärferen Bestimmungen auf und dass zusätzliche proaktive Maßnahmen gegen den Domain-Missbrauch in die Verträge der Registries und Provider aufgenommen werden

Mehrere Regierungsvertreter forderten mehr Möglichkeiten, um bereits bestehende vertragliche Regeln der ICANN gegen Provider und Registries auch durchzusetzen. Weiterhin wurde in den Raum gestellt, dass die Anbieter von Privacy- und Proxy-Diensten zur Preisgabe von hinterlegten Domain-Inhaberdaten gegenüber den Behörden verpflichtet werden sollten.

Neue Bewerbungsmöglichkeit für eigene TLD – Report auf der Zielgerade

Die Empfehlung von Rahmenbedingungen für Bewerbungen um neue Top-Level-Domains steht kurz vor dem Abschluss mit dem bevorstehenden “Draft final Report”. Während des 68. ICANN-Meetings fanden zwei Sitzungen der Arbeitsgruppe “New gTLD Subsequent Procedures PDP Working Group” statt. Diskutiert wurde u.a. über eine bessere Planbarkeit des Prozesses und Einwände von Regierungsvertretern. Dotzon ist seit Anbeginn das einzige deutsche Unternehmen, welches als aktives Mitglied an dem Review der bisherigen und Entwicklung neuer Rahmenbedingungen mitarbeitet. 

68. ICANN-Meeting geprägt von intensiver Debatte um Zugriff auf Inhaberdaten von Domains 

Seit Inkrafttreten der DSGVO sind Inhaberdaten von Domains nicht mehr öffentlich einsehbar. Die ICANN-Arbeitsgruppe erarbeiten seitdem Richtlinien und eine technische Lösung, wie berechtigte Parteien automatisiert Zugriff auf Inhaberdaten von Domains erhalten könnten. Eine Lösung wurde allerdings während des ICANN-Meetings nicht verabschiedet.

Aus Sicht der Registries und Provider wird die aktuelle WHOIS-Debatte allerdings durch die Corona-Epidemie missbraucht. Im Fahrwasser der Pandemie versuchen einzelne Parteien, erhöhten Missbrauch durch Corona-bezogenen Domain-Registrierungen zu belegen. Damit wollen sie Druck ausüben, die geltenden europäischen Datenschutzgesetze aufzuweichen.

Das Programm sowie die Aufzeichnungen finden sich hier. Auch das dritte Meeting in diesem Jahr, ICANN69, wird rein virtuell stattfinden. Ursprünglich sollte es in Hamburg stattfinden.

13.05.2020
Übersicht Domain-Missbrauch

Domain-Missbrauch: Aktives Management von Missbrauch dämmt Abuse ein, und hilft, finanzielle Schäden und Rufschäden zu vermeiden.

Internetnutzer sind oft sehr sorglos. Der Schaden kann groß sein. Immer wieder ist zu beobachten, dass sie unbekannte Links in E-Mails anklicken, ohne den Absender vorher zu überprüfen. Dabei können sich hinter vermeintlich harmlosen oder bekannten Internetadressen Betrüger verbergen, die es auf persönliche Daten von Internetnutzern abgesehen haben. Sie verkaufen die Daten weiter oder nutzen sie für illegale Zwecke. Das passiert nicht nur im privaten Bereich, sondern auch immer wieder am Arbeitsplatz. Welche Möglichkeiten bestehen, um diesem Domain-Missbrauch wirksam zu bekämpfen?

Was können Unternehmen und Städte gegen Domain-Missbrauch tun?

Relevant ist das Thema für alle, die ein Portfolio mit mehreren Domains besitzen, die auch für E-Mails genutzt werden. Hier den Überblick zu behalten, ist nicht immer einfach. Daher sollten sie regelmäßig alle Domains überwachen, ob sie für missbräuchliche Zwecke verwendet werden. Oftmals fällt das auf den ersten Blick gar nicht auf. Professionelle Dienste übernehmen daher das systematische und regelmäßige Monitoring. Fällt im Monitoring eine Domain auf, die vermeintlich missbräuchlich verwendet wird, heißt es aktiv werden. Konkret sollte zusammen mit dem Provider Ursachenforschung betrieben werden mit dem Ziel, den Missbrauch kurzfristig abzustellen. Mit dem Ziel: Den vorhandenen Missbrauch effektiv zu bekämpfen und damit auch künftigen Missbrauch einzudämmen. Denn Betrüger nutzen besonders gerne Domains, die nicht professionell überwacht werden.

Professionelle Unterstützung bei Domain-Missbrauch: Das DOTZON Abuse-System

Die richtigen Sicherheitsvorkehrungen können die Bedrohungen im Netz minimieren. Effektives Abuse-Management deckt etwaigen Missbrauch von Domains schnell auf. So erfahren Domain-Besitzer sofort, wenn ihre Domain unerlaubterweise in fremde Hände gerät. Dann schnell aktiv zu werden, ist wichtig. Denn Domain-Missbrauch kann für die Betroffenen nicht nur finanzielle Schäden nach sich ziehen, sondern sich auch rufschädigend auswirken.

Das DOTZON Abuse-System analysiert regelmäßig Domain-Portfolios auf Missbrauch und protokolliert die Analyseergebnisse. Im Fall von Missbrauch sorgt DOTZON in Zusammenarbeit mit Providern für dessen schnelle Beseitigung. So ist ein schnelles und effektives Handeln sichergestellt. Das Ergebnis wird dokumentiert, und kann beispielsweise für Compliance-Reports oder Jahresberichte genutzt werden.

Weitere Details und Einsatzmöglichkeiten, ausgerichtet auf Ihre Bedürfnisse, stellen wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch vor.
 

08.04.2020
Screenshot foodstarter.edeka

Im Spotlight .edeka stellen wir vor, wie der bekannteste deutsche Lebensmittelhändler seine eigene Internetendung nutzt.

In unserem Spotlight .edeka stellen wir vor, wie die in Deutschland beliebteste Supermarktkette online auftritt. Edeka ist die Abkürzung für "Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin" und bereits seit über 120 Jahren im Lebensmitteleinzelhandel tätig. Sie ist mit über 6.000 Geschäften und mehr als 350.000 Mitarbeitern vorwiegend in Deutschland tätig. Mit ihrer eigenen Internetendung ist seit dem Jahr 2016 online. Sie ergänzt die bestehenden Webadressen wie www.edeka.de, www.edekamarkt.eu und www.edeka.net. Mittlerweile gibt es über 60 Domains, die die .edeka-Endung tragen.

www.foodstarter.edeka: Portal für Food-Start-ups

Edeka begann damit, die Zusammenarbeit mit Food-Start-Ups zu verändern. Mussten in der Vergangenheit interessierte Start-Ups sich mühsam zum richtigen Ansprechpartner durchfragen, um herauszufinden, wie sie in den Edeka-Märkten gelistet werden können, reicht heute ein Besuch auf www.foodstarter.edeka. Dort können sich Start-Ups ganz einfach bei der Genossenschaft mit ihren innovativen Produkten vorstellen. Die MitarbeiterInnen bei Edeka haben einen besseren Überblick, und können sich einfacher mit den Start-Ups austauschen.

www.digital.edeka: Die digitale Projektschmiede von Edeka

Wer fragt „Kann man schon was sehen?", findet ab sofort unter www.digital.edeka eine Übersicht aller digitalen Projekte der Edeka. Der digitale Geschäftsbereich von Edeka, der auch als EDDI bezeichnet wird, präsentiert auf der Webseite Apps, Plattformen und Webseiten, an denen derzeit gearbeitet wird. 

www.stiftung.edeka: Aus Überzeugung und mit Herz

Seit Jahrzehnten unterstützt Edeka gemeinnützige Zwecke mit seiner gleichnamigen Stiftung. Seit Gründung werden bedürftige Menschen und Einrichtungen, karitative Organisationen sowie Projekte mit einmaligen oder auch laufenden Zahlungen gefördert. Auf der Webseite www.stiftung.edeka stellt Edeka vor, in welchen Bereichen sie sich engagieren, und wie Interessierte sich für eine Unterstützung bewerben können.

Ausblick: Spotlight .edeka

Neben diesen Beispiele nutzt Edeka seine eigene Internetendung für zahlreiche weitere Webseiten und Projekte. Einige davon werden auch in der Werbung kommuniziert, so wie beispielsweise www.foodstarter.edeka. Wiederum andere dienen zunächst als Adresse für interne Entwicklungsprojekte. Es bleibt spannend, wie Edeka künftig seinen eigenen Namensraum weiter ausbauen wird.
 

16.03.2020
Logo der ICANN67 Konferenz

Das 67. ICANN-Meeting fand aufgrund des Corona-Virus "virtuell" statt, im Fokus standen gTLD-Bewerbungen, WHOIS und DNS-Abuse.

Katrin Ohlmer, Dirk Krischenowski und Matthias Pfeifer nahmen vom 9.-12.3.2020 am 67. ICANN-Meeting teil. Aufgrund der Corona-Epidemie wurde es kurzfristig umgeplant, und fand ausschließlich online über Videokonferenzen statt. Trotz teilweise mehreren hundert Teilnehmern je Sitzung, lief die technische Infrastruktur einwandfrei, und belegte damit, dass auch Konferenzen durchaus “remote” stattfinden können. Natürlich fehlte die Möglichkeit, individuelle Gespräche beim Pausenkaffee zu führen, so dass die ICANN-Community sich schon heute auf das nächste persönliche ICANN-Meeting freut.Im Fokus standen drei Themenbereiche:

Entwicklung von Empfehlungen für neue gTLD-Bewerbungen 

Die Entwicklung von Rahmenbedingungen für Bewerbungen um neue Top-Level-Domains wurde fortgesetzt. Die verantwortliche Arbeitsgruppe, die “New gTLD Subsequent Procedures PDP Working Group”, in der wir seit Gründung in 2016 aktives Mitglied sind, hat drei Sitzungen abgehalten. Dort wurde u.a. diskutiert, welche Kriterien künftig Bewerber um geoTLDs, city-TLDs und gTLDs einhalten müssen. Die Diskussion wird im Laufe des Jahres mit einem Report in einer abschließenden Empfehlung der Arbeitsgruppe münden, 

WHOIS: Automatisierter Zugriff auf personenbezogene Daten 

Der zweite Schwerpunkt war die Debatte um den WHOIS-Dienst, und unter welchen Umständen künftig berechtigte Personen automatisiert Zugriff auf personenbezogene Daten von Domains erhalten. Die Arbeitsgruppe hatte im Vorfeld des ICANN-Meetings ihre Stellungnahme veröffentlicht, die nun während des ICANN-Meetings diskutiert wurde.

DNS-Abuse – Umgang mit Missbrauch von Domains

In einem dritten Schwerpunkt wurde engagiert diskutiert, wie der Domain-Missbrauch effektiver überwacht und reduziert werden kann. Die Konferenzteilnehmer tauschen Erfahrungen in der Bekämpfung von Abuse aus. Die DOTZON-Abuselösung ist eine Lösung, die über die von ICANN gerorderten Maßnahmen bereits hinausgeht, und daher als ein Vorbild für Marktteilnehmer dienen kann.

Stand heute ist noch offen, ob das nächste ICANN-Meeting - ICANN68 - im Juni 2020 real oder erneut virtuell stattfindet.

19.02.2020
Beispiele von DNS-Abuse

Unter Domain-Abuse versteht man Domains, die für Phishing, Malware, Botnets und Pharming genutzt werden. Unser Abuse-System monitort und managt den Abuse.

Was ist Domain-Missbrauch?

Unter Domain-Missbrauch versteht man Domains, die für Phishing, Malware, Botnets und Pharming genutzt werden. Am häufigsten führen diese Methoden zu unbefugtem Zugriff auf Informationen, zum Abhören des Datenverkehrs, zum Hijacking von Domänen und / oder DNS-Ressourcen, zu IP-Spoofing und zu DoS-Angriffen (Denial of Services). Eine missbräuchlich verwendete Domain betrifft Unternehmen direkt durch potentielle Gefahren ihrer IT-Infrastruktur, aber auch indirekt, indem Kunden versehentlich betrügerische Websites aufrufen. Eine missbräuchlich genutzte Domain kann für Phishing-Attacken eingesetzt werden, um Anmeldeinformationen für interne Systeme zu erhalten. Sie kann jedoch auch verwendet werden, um Verbraucher mit gefälschten Websites zu täuschen, personenbezogene Daten einzusammeln und das Vertrauen in die Marke zu untergraben. Wer ein Abuse-System nutzt, kann seine Top-Level-Domains und Domains überwachen, und erhält Informationen im Falle eines Abuse.

ICANN betreibt System zur Analyse von Domain-Missbrauch

Die Bekämpfung von Domain-Missbrauch hat weltweit Priorität, insbesondere auch bei ICANN. Jüngste Nachrichten über weit verbreitete DNS-Angriffe unterstrichen die Notwendigkeit, dass Registries, Registrare, Cybersecurity-Experten und andere ICANN-Akteure besser zusammenarbeiten, um Domain-Missbrauch zu verhindern und das Internet sicherer zu machen. ICANN hat mit seinem Domain Abuse Activity Reporting (kurz: DAAR) bereits im Jahr 2017 ein System aufgebaut, welches Meldungen über Domain-Missbrauchsaktivitäten in Top-Level-Domains (TLDs) erfasst. ICANN stellt die Ergebnisse in Form monatlicher Berichte zur Verfügung.
Auch wenn ICANN Quellen privater Dienstleister und Akteure nutzt, deren Methodiken und Daten nicht 100%ig transparent und nachvollziehbar sind, so geben sie doch Indizien, auf wie viele Akteure sich die Abusefälle aufteilen. Auffällig ist dabei die Korrelation zwischen Domain-Verkaufspreisen und der Häufigkeit von Abuse-Fällen.

Das Abuse-System von Dotzon: Professionelles Abuse-Monitoring und -Management

Cyber-Angriffe können tiefgreifende und dauerhafte Auswirkungen auf Geschäftsergebnisse, die Marke und Reputation haben. Domain-Missbrauch und DNS-Angriffe sind häufige Angriffspunkte für Angreifer und sollten bei der Entwicklung einer Cybersicherheitsstrategie berücksichtigt werden. Eine tägliche und strukturierte Cyber-Hygiene kann den Missbrauch von Domains zwar nicht verhindern, aber wesentlich eindämmen. Wir bieten Kunden mit unserem Abuse-System das Management und Monitoring an, um potenzielle Bedrohungen für Marken und Domains zu erkennen und wirksam gegen DNS-Missbrauchsfälle vorzugehen.

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Ihre Rechte stärken und von den Möglichkeiten eines professionelle Abuse-Monitoring- und -Management-Systems profitieren möchten!

27.01.2020
Dotzon-Prognosen 2020

Unsere Prognosen für das Jahr 2020: Debatte um die Einführung neuer TLDs, Reduzierung von Domain-Abuse, Nutzung von dotBrands und vieles mehr.

Unsere Prognosen für das Jahr 2019 sind weitgehend so eingetreten, wie erwartet. Eines der wichtigsten Themen unserer Industrie war sicherlich die intensiv geführte Debatte um einen besseren Schutz von Internetnutzern, Domain-Inhabern und Markeninhabern unter gleichzeitiger Berücksichtigung der DSGVO. Denn Internetnutzer und Domain-Inhaber erleben häufig DNS-Attacken wie Phishing, Botnetze und Malware, Markeninhaber haben seit Inkrafttreten der DSGVO weniger Handlungsoptionen gegen missbräuchliche Domain-Registrierungen.
Zum Jahresende hat die Übernahme der .org-Internetendung durch Ethos Capital hohe Wellen geschlagen, auch jenseits unserer Industrie. Zeit, nach einem turbulenten Jahr 2019 unsere Prognosen für das Jahr 2020 aufzustellen und einen Blick auf dieses Jahr und seine Perspektiven zu werfen.

1. Prognose: Datenschutzdebatte wird fortgesetzt, Datenschutz und -sicherheit gewinnen an Bedeutung

Viele Registries und Registrare fühlen sich für die Bekämpfung von DNS-Missbrauch verantwortlich und ergreifen umfassende Maßnahmen gegen Missbrauch. Die Branche hat begonnen, ihre Aktivitäten besser zu kommunizieren. Dennoch muss die gesamte Branche ihre Kommunikationsanstrengungen zum DNS-Missbrauch verstärken, um zu zeigen, dass sie Missbrauch ernst nimmt. Weitere Debatten sind wahrscheinlich, inclusive der Forderungen, dass Registrare und Registrare sich auch um Missbrauch wie Markenpiraterie kümmern sollten. Wir prognostizieren, dass ICANN analog zu seiner Mission diese Forderungen allerdings zurückweist.

2. Prognose: Mehr Marken und Unternehmen nutzen ihre .marke aktiv

Die Nutzung der eigenen Top-Level-Domain, die identisch ist mit Unternehmensnamen, Marken oder Produkten, ist in 2019 weiter gestiegen. Auch wenn nicht alle knapp 700 Unternehmen weltweit ihre .marke-Endungen für Marketing- und Kommunikationszwecke nutzen, wurden im Jahr 2019 eine Reihe bekannter .marke-Top-Level-Domains aktiv genutzt. Vorreiter laut unserer Studie “Digitale Unternehmensmarken 2019” ist .audi, gefolgt von .bnpparibas und .abbott.

Wir erwarten, dass diese Beispiele auch in diesem Jahr weitere Marken dazu veranlassen werden, selbst mit eigenen Kampagnen, Webprojekten und neuen Landing Pages auf sich aufmerksam zu machen.

3. Prognose: Registrierungen unter den neuen Top-Level-Domains steigen

Laut www.ntldstats.com sind im Jahr 2019 die Registrierungen unter allen neuen Top-Level-Domains um knapp fünf Millionen auf einen Jahresendstand von 31,5 Millionen Domains gestiegen. Die Registrierungen ergeben sich aus den 1.189 neuen Top-Level-Domains, von denen zum Jahresende 2019 die TLDs .icu, .top, .xyz, .site und .online zu den TOP 5 gehörten. Wir erwarten für 2020, dass sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzt und neben den geografischen insbesondere sprechende Top-Level-Domains wie .club, .shop und .app beliebt sind. Mit Spannung ist die Markteinführung der lange umkämpften Top-Level-Domain .gay zu erwarten.

4. Prognose: Wachstum der Länder-Endungen weiter auf niedrigem Niveau bis hin zur Stagnation

Der Verisign Domain Name Industry Brief vom dritten Quartal 2019 macht deutlich, dass der gesamte Markt weiter wächst – in 2019 um 17,4 Millionen Domains (bzw. 5,1%) auf 359,8 Millionen Domains. So weisen zwar .com und .net ein stabiles Wachstum von gut fünf Millionen Domains von 2018 auf 2019 (insgesamt auf 157,4 Mio.) auf, was einen jährlichen Zuwachs von knapp vier Prozent gegenüber 2017 darstellt.

Wir erwarten, dass sich die Trends auch in diesem Jahr weiter fortsetzen, da unter den neuen Top-Level-Domains viele intuitive und attraktive Adressen noch frei sind.

5. Prognose: Konsolidierung in der Branche wird weitergehen

Die Branche hat sich auch im Jahr 2019 weiter konsolidiert, sowohl was die Betreiber von Top-Level-Domains als auch ihre Vertriebspartner betrifft. Auch wenn die Übernahme von .org durch Ethos Capital sicherlich das herausragendste Ereingis des Jahres war, zählen auch die Übernahmen von Hexonet und iwantmyname durch Centralnic zu den wichtigen Ereignissen in 2019. Wir erwarten, dass sich diese Dynamik auch 2020 weiter fortsetzt und gehen von weiteren Konsolidierungen aus.

6. Prognose: ICANN gibt grünes Licht für neue Bewerbungsrunde

Die Entwicklung der Rahmenbedingungen für die nächste Bewerbungsrunde hat weiter große Fortschritte gemacht. Wir erwarten daher, dass die finalen Berichte im laufenden Jahr mindestens von der GNSO grünes Licht erhalten, eventuell auch schon von den ICANN-Direktoren und damit den Auftrag für die konkrete Ausgestaltung der nächsten Bewerbungsrunde initiieren werden.

7. Prognose: Globale Debatte um Internet Governance behält Bedeutung

Nachdem Deutschland Gastgeber des globalen Internet Governance Forums im Herbst 2019 in Berlin war, erwarten wir eine weitergehende Beschäftigung mit dem Thema Internet Governance. Die Gründung diverser Initiativen und mediale Aufmerksamkeit zeigt das Interesse an dem Thema.

8. Prognose: ICANN thematisiert Public Interest und seine Mission

Das Thema, wie ICANN bei seinen Entscheidungen das öffentliche Interesse berücksichtigen wird - nicht nur auf Board-Ebene, sondern auch innerhalb der ICANN-Community - wird eine Herausforderung sein. Mit dem vom Board ausgearbeiteten Vorschlag wurde ein erster Schritt getan, weitere Aktivitäten müssen in diesem Jahr folgen, gerade im Hinblick auf die Kritik zur Rolle von ICANN bei der Übertragung der .org-Endung.

Forderungen der Community, das sich ICANN erneut auf ihre Mission konzentriert, „den stabilen und sicheren Betrieb der einzigartigen Identifizierungssysteme des Internets sicherzustellen“, werden lauter. Das ICANN-Board wird sich damit auseinandersetzen müssen, um weiter die relevante Instanz für die globale Internetverwaltung zu bleiben.

Fazit zu unseren Prognosen für das Jahr 2020

Unseren Jahresausblick schließen wir mit einem ganz persönlicher Wunsch: Wir freuen uns darauf, im Herbst 2020 als Betreiber der geoTLD .hamburg das 69. ICANN-Meeting in Hamburg begrüßen zu dürfen.

Wir freuen uns darauf, an dieser Stelle im kommenden Jahr unsere Prognosen für das Jahr 2020 Revue passieren zu lassen.

12.12.2019
Weihnachten im Schuhkarton 2019

Statt Weihnachtsgeschenken hieß es bei uns bereits im November erneut "Geschenke packen für den guten Zweck".

Auch kleine Aufmerksamkeiten können Großes bewirken. Deshalb haben wir uns in diesem Jahr zum wiederholten Mal an der Spendenaktion „Weihnachten im Schuhkarton“ beteiligt. Bereits im November hieß es daher erneut für unser Team "Geschenke packen für den guten Zweck": Wir haben Kartons liebevoll beklebt, Karten gebastelt, Kartons gepackt und auf die Reise zu ihren kleinen Empfängern geschickt.

Weiter Weg für "Geschenke packen für den guten Zweck"

Dabei liegt zwischen den Päckchenpackern und den Beschenkten ein langer Weg: Bestimmt sind die Geschenke für die Verteilung an Kinder in benachteiligten Ländern Osteuropas und Asien, für die es durch von Armut und Entbehrung geprägte Lebensumstände nicht selbstverständlich ist, zu Weihnachten etwas geschenkt zu bekommen. 

Ein Karton voller Überraschungen

Gefüllt haben wir die Päckchen mit allerlei Nützlichem für die Schule und Zuhause, netten Kleinigkeiten und süßen Freudemachern – zum Beispiel mit Mütze und Schal, Schreibutensilien, Jojo und Papierflieger, selbst geschriebenen Grußkarten und natürlich Weihnachtsmänner und Schokolade. So hoffen wir, auch in diesem Jahr ein paar Kinderaugen zum Leuchten zu bringen und zu einem fröhlichen Weihnachtsfest beizutragen.

Weitere Informationen zur Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ gibt es hier.

In diesem Sinne wünschen wir eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

19.11.2019
66. ICANN-Meeting

Neue Empfehlungen zu Bewerbungen für geoTLDs

Die Arbeitsgruppe sprach in ihrem finalen Report aus dem Work Track 5 der ICANN- Empfehlungen aus, wie geografische Namen als Top-Level-Domain künftig beantragt werden dürfen. Sie wurde als fünfte Arbeitsgruppe des Policy-Prozesses im Rahmen der „New gTLD Subsequent Procedures Policy Development Process“ gegründet. Im Fokus der Arbeit stand, wie mit geografischen Namen für Top-Level-Domains (geoTLDs) in künftigen TLD-Bewerbungsrunden bei ICANN umgegangen werden sollte. Aufgrund der Zusammensetzung der Arbeitsgruppe und des Führungsteams gab es allerdings kaum Verbesserungen für künftige geoTLDs. Immerhin konnte eine Konsistenz zwischen den Empfehlungen aus 2007 und dem Bewerberhandbuch aus 2012 erreicht werden. Weitere Vorschläge, wie beispielsweise eine freiwillige Konsultation der Bewerber mit Regierungsvertretern vor Einreichen ihrer Bewerbung, ein verbesserter Schutz von Stadtnamen und die Berücksichtigung nationaler Rechtsrahmen für geografische Begriffe scheiterten an den unterschiedlichen Interessenlagen der Mitglieder. Der Bericht ist bei ICANN hier einsehbar.

Ausblick: Bewerbungsrunde für neue Top-Level-Domains

Nachdem der ausstehende Finale Report der Arbeitsgruppe von WT5 veröffentlicht wurde, steht nun der Abschluss der Empfehlungen aus der gesamten Arbeitsgruppe an. Als letzten Schritt hat sie die Aufgabe, neue Ideen aus öffentlichen Kommentaren und der eigenen Arbeit zu abschließenden Empfehlungen zu konsolidieren. Nach einer letzten öffentlichen Kommentierungsmöglichkeit geht der Gesamtbericht dann zunächst an das GNSO-Council, und im Anschluss an das ICANN-Board zur Freigabe. Nach der Freigabe der Empfehlungen, die ICANN derzeit für den kommenden Sommer 2020 prognostiziert, sollen dann bis zum Frühjahr 2021 die nötigen textlichen Änderungen im Bewerbungshandbuch durch die ICANN-Mitarbeiter umgesetzt werden. Eine Bewerbungsmöglichkeit für neue Top-Level-Domains gäbe es damit im Sommer 2021.

DOTZON-Präsentation „Digitale Unternehmensmarken 2019“ - Erfolgsfaktoren für eine dotBrand

Dotzon hat im November 2019 die Studie „Digitale Unternehmensmarken 2019“ herausgebracht. Die Ergebnisse präsentierte Dotzon auf dem ICANN-Meeting in Montréal. Während eines Lunches diskutierten die eingeladenen Gäste, welche Erfolgsfaktoren eine dotBrand Top-Level-Domain ausmachen. Auf Einladung der Brand Registry Group präsentierte Dotzon die Ergebnisse den Mitgliedern der Gruppe.

„DNS-Abuse“ – Umgang mit Missbrauch von Domains

Ein sicheres und vertrauenswürdiges Internet zu bewahren ist eines der Hauptanliegen von ICANN, wie auch vieler Betreiber von Top-Level-Domains und Registrare. Dennoch gibt es immer wieder Kritik, dass Endkunden und Unternehmen sehr viel Missbrauch ausgesetzt sind – von Botnetzen über Phishing-Attacken bis hin zu Malware-Links. Daher fanden auf dem ICANN-Meeting in Montréal mehrere Workshops und Diskussionsrunden mit dem Ziel statt, den Missbrauch weiter einzudämmen. Im Mittelpunkt stand dabei, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, welchen Missbrauch Betreiber von Top-Level-Domains und Registrare bekämpfen können, und welchen nur Hosting-Provider und Webseitenbaukästen. Zu den strittigen Punkten in den Debatten gehörte die Frage, welche Datenquellen für die Ermittlung von Abuse-Fällen genutzt werden, und wie ihre Daten interpretiert werden können. Das von ICANN selbst entwickelte DAAR-System scheint zumindest aus Sicht der Betreiber von Top-Level-Domains und Registrare nicht durchgehend valide Daten zu liefern. Dotzon hingegen hat mit seinem Abuse-System eine effiziente Lösung entwickelt, die umfassende und vertrauenswürdige Datenquellen berücksichtigt. Das System wurde über viele Jahre hinweg, insbesondere was die Nutzung zuverlässiger Quellen betrifft, permanent optimiert und weiterentwickelt. Heute monitort es Abuse auf Domain-Ebene nicht nur, sondern managt ihn auch.

Das nächste ICANN-Meeting - ICANN67 - findet im März 2020 im mexikanischen Cancún statt.

14.11.2019
Digitale Unternehmensmarken 2019

DOTZON hat die Studie "Digitale Unternehmensmarken 2019" veröffentlicht. Nach 2018 untersucht sie bereits zum zweiten Mal die Erfolgsfaktoren Digitaler Unternehmensmarken und bildet ab, wie erfolgreich Unternehmen ihre digitalen Identitäten nutzen. Im Gegensatz zu der Studie im vorigen Jahr, die nur die europäischen Marken analysierte, erweiterte DOTZON die Studie in diesem Jahr auf alle Marken weltweit.

Was sind digitale Unternehmensmarken?

Digitale Unternehmensmarken unterstützen Unternehmen dabei, ihre Produkt- und Unternehmensmarke auf den digitalen Raum zu erweitern: Sie unterstützen die Interaktion mit ihren Stakeholdern, machen die Marke attraktiv für Bewerber und Kunden, schaffen Vertrauen und Sicherheit und identifizieren innovative Marktteilnehmer. Für ihre Stakeholder sind sie eine sicher Kommunikationsalternative zu dem bestehenden „Domain-Zoo“.

Ergebnisse der Studie "Digitale Unternehmensmarken 2019"

Wie die Studie "Digitale Unternehmensmarken 2019" zeigt, stehen .audi und .bnpparibas auf den Plätzen eins und zwei. Den dritten Platz sichert sich die US-amerikanische Endung .abbott – und landet damit erstmals unter den Top 10. Ebenfalls zum ersten Mal in den Top 10 vertreten sind die brasilianische .bradesco auf Platz sechs, die italienische .lamborghini auf Platz acht und als zweite US-amerikanische Endung .neustar auf Platz neun. Nicht mehr in der Spitzengruppe dabei sind dagegen .aco, .bmw, .mma und .sener.

Erfolgsfaktoren für Digitale Unternehmensmarken sind neben Händlerauftritten wie www.berlin.audi und Marketingkampagnen wie www.50years.dhl eine hohe Nutzungsrate und Sichtbarkeit im Internet.

Die ausführliche Studie können Sie als PDF-Datei herunterladen.

For the English version, please click here.

11.10.2019
geoTLD Erfahrungen 1

Globaler Wettbewerb von Städten, Regionen und Destinationen

Die Globalisierung erhöht den Wettbewerbsdruck zwischen Städten, Regionen und Bundesländern auf der ganzen Welt. Um Einwohner, Touristen, Fach- und Führungskräfte, Unternehmen und Investoren für sich zu gewinnen, müssen sie sich so attraktiv wie möglich präsentieren und ein unverwechselbares und wettbewerbsfähiges Profil entwickeln. Eine geoTLD kann hier einen wertvollen Beitrag leisten.

Die geoTLD: Wie eine geografische Endung eine digitale Dachmarke schafft

Bereits zum zweiten mal - nach 2017 - haben wir uns daher mit der Frage beschäftigt, wie geoTLDs genutzt werden. In dem White Paper zeigen wir auf, wie geografische Internet-Endungen – sogenannte Top-Level-Domains – Standorte und deren Angebote unter einer einheitlichen digitalen Dachmarke vereinen und damit öffentlichkeitswirksam zugänglich machen. Wir schaffen im Theorieteil des White Papers die Grundlagen rund um das Thema und veranschaulichen im Praxisteil anhand konkreter Beispiele, wie vielfältig Städte, Regionen und Bundesländer ihre Internet-Endungen einsetzen. 

Verbesserte Kommunikation und intuitive Bürgerdienste mit eigener geoTLD

Mit einer eigenen Internet-Endung haben Städte, Bundesländer und Regionen die Möglichkeit, all ihre Angebote unter einer intuitiven digitalen Dachmarke zu bündeln. Die eigene Endung eignet sich nicht nur für das Standort- und Tourismusmarketing, sie ermöglicht auch eine deutliche Verbesserung in der Kommunikation und Auffindbarkeit von E-Government-Angeboten. denn die Auffindbarkeit ist nach wie vor eines der größten Hemmnisse bei der Nutzung von Bürgerdiensten.

Das vollständige White Paper steht hier zum Download bereit.