66. ICANN-Meeting im kanadischen Montréal: geoTLDs, DNS-Abuse und neue TLDs

66. ICANN-Meeting

Neue Empfehlungen zu Bewerbungen für geoTLDs

Die Arbeitsgruppe sprach in ihrem finalen Report aus dem Work Track 5 der ICANN- Empfehlungen aus, wie geografische Namen als Top-Level-Domain künftig beantragt werden dürfen. Sie wurde als fünfte Arbeitsgruppe des Policy-Prozesses im Rahmen der „New gTLD Subsequent Procedures Policy Development Process“ gegründet. Im Fokus der Arbeit stand, wie mit geografischen Namen für Top-Level-Domains (geoTLDs) in künftigen TLD-Bewerbungsrunden bei ICANN umgegangen werden sollte. Aufgrund der Zusammensetzung der Arbeitsgruppe und des Führungsteams gab es allerdings kaum Verbesserungen für künftige geoTLDs. Immerhin konnte eine Konsistenz zwischen den Empfehlungen aus 2007 und dem Bewerberhandbuch aus 2012 erreicht werden. Weitere Vorschläge, wie beispielsweise eine freiwillige Konsultation der Bewerber mit Regierungsvertretern vor Einreichen ihrer Bewerbung, ein verbesserter Schutz von Stadtnamen und die Berücksichtigung nationaler Rechtsrahmen für geografische Begriffe scheiterten an den unterschiedlichen Interessenlagen der Mitglieder. Der Bericht ist bei ICANN hier einsehbar.

Ausblick: Bewerbungsrunde für neue Top-Level-Domains

Nachdem der ausstehende Finale Report der Arbeitsgruppe von WT5 veröffentlicht wurde, steht nun der Abschluss der Empfehlungen aus der gesamten Arbeitsgruppe an. Als letzten Schritt hat sie die Aufgabe, neue Ideen aus öffentlichen Kommentaren und der eigenen Arbeit zu abschließenden Empfehlungen zu konsolidieren. Nach einer letzten öffentlichen Kommentierungsmöglichkeit geht der Gesamtbericht dann zunächst an das GNSO-Council, und im Anschluss an das ICANN-Board zur Freigabe. Nach der Freigabe der Empfehlungen, die ICANN derzeit für den kommenden Sommer 2020 prognostiziert, sollen dann bis zum Frühjahr 2021 die nötigen textlichen Änderungen im Bewerbungshandbuch durch die ICANN-Mitarbeiter umgesetzt werden. Eine Bewerbungsmöglichkeit für neue Top-Level-Domains gäbe es damit im Sommer 2021.

DOTZON-Präsentation „Digitale Unternehmensmarken 2019“ - Erfolgsfaktoren für eine dotBrand

Dotzon hat im November 2019 die Studie „Digitale Unternehmensmarken 2019“ herausgebracht. Die Ergebnisse präsentierte Dotzon auf dem ICANN-Meeting in Montréal. Während eines Lunches diskutierten die eingeladenen Gäste, welche Erfolgsfaktoren eine dotBrand Top-Level-Domain ausmachen. Auf Einladung der Brand Registry Group präsentierte Dotzon die Ergebnisse den Mitgliedern der Gruppe.

„DNS-Abuse“ – Umgang mit Missbrauch von Domains

Ein sicheres und vertrauenswürdiges Internet zu bewahren ist eines der Hauptanliegen von ICANN, wie auch vieler Betreiber von Top-Level-Domains und Registrare. Dennoch gibt es immer wieder Kritik, dass Endkunden und Unternehmen sehr viel Missbrauch ausgesetzt sind – von Botnetzen über Phishing-Attacken bis hin zu Malware-Links. Daher fanden auf dem ICANN-Meeting in Montréal mehrere Workshops und Diskussionsrunden mit dem Ziel statt, den Missbrauch weiter einzudämmen. Im Mittelpunkt stand dabei, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, welchen Missbrauch Betreiber von Top-Level-Domains und Registrare bekämpfen können, und welchen nur Hosting-Provider und Webseitenbaukästen. Zu den strittigen Punkten in den Debatten gehörte die Frage, welche Datenquellen für die Ermittlung von Abuse-Fällen genutzt werden, und wie ihre Daten interpretiert werden können. Das von ICANN selbst entwickelte DAAR-System scheint zumindest aus Sicht der Betreiber von Top-Level-Domains und Registrare nicht durchgehend valide Daten zu liefern. Dotzon hingegen hat mit seinem Abuse-System eine effiziente Lösung entwickelt, die umfassende und vertrauenswürdige Datenquellen berücksichtigt. Das System wurde über viele Jahre hinweg, insbesondere was die Nutzung zuverlässiger Quellen betrifft, permanent optimiert und weiterentwickelt. Heute monitort es Abuse auf Domain-Ebene nicht nur, sondern managt ihn auch.

Das nächste ICANN-Meeting - ICANN67 - findet im März 2020 im mexikanischen Cancún statt.