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Key-Performance-Indikatoren für cityTLDs

KPI 2017

Mit .ber­lin, .ham­burg und .koeln fing es 2014 an – die neu­en City-Top-Level-Domains (kurz cityTLDs) gin­gen online. Mitt­ler­wei­le wur­den 44 Domain-Endun­gen für Städ­te von der Inter­net-Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on ICANN zuge­las­sen und geben den zuge­hö­ri­gen Stadt­ver­wal­tun­gen, Unter­neh­men und Bewoh­nern die Mög­lich­keit, im Netz Flag­ge zu zei­gen. Neben cityTLDs gibt es regio­na­le Endun­gen (kurz regi­onTLDs); zusam­men bezeich­net man sie auch als geo­gra­phi­sche Top-Level-Domains, sie sind orga­ni­siert in der www.geotlds.group. Was den Erfolg die­ser cityTLDs aus­macht zei­gen unse­re Key-Per­for­mance-Indi­ka­to­ren cityTLD.

cityTLDs im Vergleich zu ccTLDs

Immer wie­der wird jedoch gefragt, inwie­fern cityTLDs nütz­lich sind und wie der Erfolg sol­cher Domain-Endun­gen gemes­sen und bewer­tet wer­den kann.  Oft sehen Lai­en und Pres­se ledig­lich die Anzahl der Regis­trie­run­gen als Maß­stab für den Erfolg einer cityTLD. Sie bewer­ten ihn nega­tiv, weil die Regis­trie­rungs­zah­len weit hin­ter denen der Domain-Endung .de zurück­blei­ben. Aller­dings hinkt die­ser Ver­gleich: Die Endung .de gibt es seit 1986, hat also fast 30 Jah­re Vor­sprung. Im Gegen­satz zu cityTLDs rich­tet sie sich an sämt­li­che Inter­net­nut­zer in Deutsch­land – und nicht nur an ein loka­les Publikum.

Key-Performance-Indikatoren für cityTLDs

Um ver­läss­li­che­re Aus­sa­gen tref­fen zu kön­nen, hat Dirk Kri­schenow­ski im Rah­men sei­ner Tätig­keit als stell­ver­tre­ten­der Vor­stand des geoTLD-Ver­ban­des Kenn­zah­len zur Erfolgs­mes­sung von cityTLDs ent­wi­ckelt. Die­se soge­nann­ten Key-Per­for­mance-Indi­ka­to­ren (kurz KPIs) sol­len den Erfolg von cityTLDs objek­tiv mess­bar machen. Wir haben sie danach aus­ge­sucht, ob sie der SMART-For­mel ent­spre­chend spe­zi­fisch, mess­bar, erreich­bar, rele­vant und zeit­lich sind. Außer­dem wur­den sowohl quan­ti­ta­ti­ve als auch qua­li­ta­ti­ve KPIs einbezogen.

Folgende KPIs bestimmen den Erfolg einer cityTLD:

  1. Umsatz: Da jede cityTLD pro­fi­ta­bel wirt­schaf­ten muss, ist der Umsatz einer der wich­tigs­ten KPIs. Er setzt sich aus der Anzahl regis­trier­ter Domains und dem durch­schnitt­li­chen Ver­kaufs­preis an den Groß­han­del (hier Regis­tra­re) zusam­men. Je grö­ßer der Umsatz, des­to erfolg­rei­cher ist eine cityTLD.
  2. Anzahl akti­ver Domains: Je mehr Domains tat­säch­lich aktiv von den Inha­bern für Web­sei­ten genutzt wer­den, also im Inter­net und in Such­ma­schi­nen sicht­bar sind, des­to erfolg­rei­cher ist eine cityTLD. Hier ist der Kehr­wert der bei www.ntldstats.com ange­ge­ben „Park­ed Domains” die Mess­grö­ße. So zähl­te .nago­ya Ende des Jah­res 2016 rund 68 Pro­zent akti­ve Domains, wäh­rend bei .mel­bourne nur 28 Pro­zent der Domains aktiv betrie­ben wurden.
  3. Domains pro Ein­woh­ner: Je mehr Domains pro Ein­woh­ner regis­triert sind, des­to belieb­ter ist die cityTLD in der jewei­li­gen Stadt. Hier schwank­ten die Wer­te Ende 2016 zwi­schen einer und 45 Domains pro Einwohner.
  4. Web­sei­ten pro Domain:  Mit einer ein­fa­chen Suche bei Goog­le lässt sich fest­stel­len, wie vie­le Web­sei­ten pro regis­trier­ter Domain bei Goog­le gelis­tet sind. Unter .koeln waren ledig­lich drei Web­sei­ten pro Domain gelis­tet, wäh­rend es bei .brussels über 200 Web­sei­ten waren. Das lässt sich damit erklä­ren, dass unter .brussel gro­ße Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen (z. B. Stadt­ver­wal­tung und  Uni­ver­si­tä­ten) Domains betreiben.
  5. Ver­län­ge­rungs­ra­te: Domains sind i. d. R., wie auch Zeit­schrif­ten, ein Abo-Modell. Eine cityTLD ist damit umso erfolg­rei­cher, je höher die Ver­län­ge­rungs­ra­te ist.
  6. Gelis­te­te Domains unter den Top 1 Mil­li­on Web­sei­ten (www.alexa.com): Je mehr Web­sei­ten im Index der welt­weit meist­be­such­ten Web­sei­ten gelis­tet sind, des­to akti­ver ist eine cityTLD bzw. die Inha­ber von Domains unter der cityTLD. Spit­zen­rei­ter war hier .nyc mit 31 gelis­te­ten Domains.
  7. Län­de­ren­dung ver­sus Stadt­en­dung: Als KPI inter­es­sant ist auch, wie stark sich die cityTLD gegen­über der Län­de­ren­dung durch­set­zen konn­te. Wäh­rend die cityTLD .lon­don nur 4% des Mark­tes der Län­de­ren­dung .uk erreich­te, waren es für .istan­bul gan­ze 384% gegen­über .tr.
  8. Brut­to­so­zi­al­pro­dukt pro Domain: Die Attrak­ti­vi­tät von cityTLD-Domains ist dann hoch, wenn das Brut­to­so­zi­al­pro­dukt pro Domain gering ist, vom ver­füg­ba­ren Ein­kom­men also ver­hält­nis­mä­ßig vie­le Domains regis­triert werden.

dotcity, dotstadt, punktstadt, stadtdomain – wie heißt es denn nun richtig?

dotcity, dotstadt, punktstadt, stadtdomain – wie heißt es denn nun richtig?

Stadtdomain oder cityTLD?

Fach­sprach­lich bezeich­net der Begriff .stadt eine Top-Level-Domain, bei der sich der Name der Stadt auf der obers­ten Hier­ar­chie­stu­fe der Inter­net-Adres­se befin­det, dem Top-Level. Im Eng­li­schen nennt man den Platz­hal­ter .stadt ent­spre­chend .city oder kurz auch cityTLD. Das ist nicht zu ver­wech­seln mit der tat­säch­lich exis­tie­ren­den Endung .city, wohin­ge­gen es der­zeit noch kei­ne Endung .stadt gibt.

Bei einer Top-Level-Domain wird im deutsch­spra­chi­gen Raum syn­onym auch von einer Domain-Endung oder Inter­net-Endung gespro­chen. Sie beschreibt den ganz rechts ste­hen­den Teil der Inter­net-Adres­se. Alle Tei­le einer Inter­net-Adres­se (auch Levels genannt) sind durch Punk­te geteilt. Der so genann­te Second-Level ist z.B. das „ber­lin” in der Inter­net­adres­se berlin.de.

In Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz sind die ent­spre­chen­den Län­de­ren­dun­gen .de, .at und .ch beson­ders beliebt, aber auch die all­ge­mei­ne Endung .com. Eine Stadt-Endung wie .mün­chen wür­de auf der glei­chen Ebe­ne stehen.

Punkt oder Dot – beides ist möglich

Das „dot“ als Vor­sil­be einer Inter­net-Endung wur­de durch die soge­nann­te „dot­com-Bla­se“ bekannt, weil die meis­ten Unter­neh­men sei­ner­zeit eine .com-Adres­se – also dot­com-Adres­se – nut­zen. In Deutsch­land ist hin­ge­gen „punkt­de” als Bezeich­nung der Län­de­ren­dung .de geläufig.

Ob man nun von punkt oder dot spricht, von einer Domain, Domä­ne, URL, Inter­net­adres­se, Web­sei­te oder Top-Level-Domain – letzt­end­lich kommt es immer auch auf den Kon­text an, in dem man den Begriff ver­wen­det. Beson­ders in der Pres­se kur­sie­ren fast alle Bezeich­nun­gen, in der Fach­pres­se wir dann auch ger­ne von einer cityTLD oder dot­Ci­ty gesprochen.

Spotlight: geoTLD .tokyo

Unser Spot­light, die geoTLD .tokyo stellt die japa­ni­sche cityTLD vor. Die Top-Level-Domain .tokyo bie­tet den Bewoh­nern Toky­os seit Juli 2014 die Mög­lich­keit, die  Iden­ti­fi­ka­ti­on mit ihrer Stadt bereits über ihre Inter­net­adres­se aus­zu­drü­cken –und das in latei­ni­schen Zeichen.

Die geoTLD .tokyo

Damit wer­den Web­an­ge­bo­te, gera­de im Bereich Tou­ris­mus, deut­lich ein­fa­cher erreich­bar, denn bis­lang waren Infor­ma­tio­nen zur asia­ti­schen Metro­po­le oft weit im Netz ver­streut und oft­mals nur in japa­ni­schen Zei­chen ver­füg­bar. Mit der .tokyo-Endung sind Web­sei­ten, die Tokyo zum The­ma haben oder aus Tokyo kommen,auf den ers­ten Blick zu erken­nen. Sie ist damit eine opti­ma­le Mög­lich­keit für ziel­ge­rich­te­tes Mar­ke­ting an Ein­woh­ner und Tou­ris­ten in der Stadt, von der Ein­zel­händ­ler, Restau­rants und Dienst­leis­ter pro­fi­tie­ren. Zu den Nut­zern gehö­ren bei­spiels­wei­se Ama­zon mit www.awssummit.tokyo, der öffent­li­che Nah­ver­kehr mit www.yurikamome.tokyo und die Good Man­ners Initia­ti­ve https://goodmanners.tokyo.

Spotlight: geoTLD .eus

Baskenland .eus

Unser Spot­light geoTLD .eus stellt vor, wie die Bas­ken ihre eige­ne TLD nutzen.

Spotlight geographische Top-Level-Domain: .eus

Die .eus ist die digi­ta­le Hei­mat des Bas­ken­lan­des, der spa­nisch-fran­zö­si­schen Grenz­re­gi­on an der Atlan­tik­küs­te. Die Bas­ken nut­zen „ihre“ regio­na­le Inter­net-Endung zwei Jah­re nach Inbe­trieb­nah­me sehr aktiv. Eine aktu­el­le Stu­die des Betrei­bers ana­ly­siert u.a., in wel­chen Spra­chen die Inhal­te unter .eus-Inter­net­adres­sen ver­öf­fent­lich wer­den. Dabei liegt Bas­kisch mit 90 % klar vor Spa­nisch, Fran­zö­sisch und Eng­lisch. Wie üblich nut­zen mit 34 % über­wie­gend Unter­neh­men die neue Endung. Mit 18 % sind Reprä­sen­tan­ten der bas­ki­schen Kul­tur die zweit­größ­te Kun­den­grup­pe. Auf­fal­lend vie­le Web­sei­ten wer­den auch von poli­ti­schen Bil­dungs­trä­gern (13 %) und der öffent­li­chen Ver­wal­tung (9 %) betrieben.

Spotlight: geoTLD .hamburg

Hamburg 480px

Geo­gra­fi­sche Top-Level-Domains sind die digi­ta­le Hei­mat für Städ­te und Regio­nen. In Deutsch­land gibt es sie für .ber­lin, .ham­burg und .koeln und in Regio­nen für .saar­land, .ruhr, .nrw und .bay­ern. Unser geoTLD .ham­burg stellt die digi­ta­le Hei­mat der schöns­ten Stadt der Welt vor.

Spotlight geoTLD .hamburg

Die .ham­burg-Web­adres­sen bie­ten den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern in Ham­burg und der Metro­pol­re­gi­on seit August 2014 eine loka­le Iden­ti­tät im Inter­net. Sie unter­strei­chen die loka­le Zuge­hö­rig­keit zur Ham­bur­ger Inter­net-Com­mu­ni­ty und  unter­stüt­zen auch beim Goog­le-Ran­king. Pro­mi­nen­te Bei­spie­le zei­gen, wie eine .ham­burg-Adres­se für das loka­le Mar­ke­ting genutzt wird.Dazu gehö­ren www.stadtreinigung.hamburg, www.hafengeburtstag.hamburg, www.zweiradperle.hamburg und www.budni.hamburg. Mitt­ler­wei­le ist die .ham­burg-Endung auch bei Pri­vat­per­so­nen, loka­len Unter­neh­men, Orga­ni­sa­tio­nen, Initia­ti­ven und Ver­ei­nen beliebt. Eben­so wird sie von der Frei­en und Han­se­stadt Ham­burg direkt genutzt. Ziel ist es, .ham­burg in allen Vier­teln der Hafen­me­tro­po­le sicht­bar zu machen und als digi­ta­le Erwei­te­rung der Stadt bei allen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern zu verankern.