Neue Empfehlungen zu Bewerbungen für geoTLDs

Die Arbeits­grup­pe sprach in ihrem fina­len Report aus dem Work Track 5 der ICANN- Emp­feh­lun­gen aus, wie geo­gra­fi­sche Namen als Top-Level-Domain künf­tig bean­tragt wer­den dür­fen. Sie wur­de als fünf­te Arbeits­grup­pe des Poli­cy-Pro­zes­ses im Rah­men der „New gTLD Sub­se­quent Pro­ce­du­res Poli­cy Deve­lo­p­ment Pro­cess“ gegrün­det. Im Fokus der Arbeit stand, wie mit geo­gra­fi­schen Namen für Top-Level-Domains (geoTLDs) in künf­ti­gen TLD-Bewer­bungs­run­den bei ICANN umge­gan­gen wer­den soll­te. Auf­grund der Zusam­men­set­zung der Arbeits­grup­pe und des Füh­rungs­teams gab es aller­dings kaum Ver­bes­se­run­gen für künf­ti­ge geoTLDs. Immer­hin konn­te eine Kon­sis­tenz zwi­schen den Emp­feh­lun­gen aus 2007 und dem Bewer­ber­hand­buch aus 2012 erreicht wer­den. Wei­te­re Vor­schlä­ge, wie bei­spiels­wei­se eine frei­wil­li­ge Kon­sul­ta­ti­on der Bewer­ber mit Regie­rungs­ver­tre­tern vor Ein­rei­chen ihrer Bewer­bung, ein ver­bes­ser­ter Schutz von Stadt­na­men und die Berück­sich­ti­gung natio­na­ler Rechts­rah­men für geo­gra­fi­sche Begrif­fe schei­ter­ten an den unter­schied­li­chen Inter­es­sen­la­gen der Mit­glie­der. Der Bericht ist bei ICANN hier einsehbar.

Ausblick: Bewerbungsrunde für neue Top-Level-Domains

Nach­dem der aus­ste­hen­de Fina­le Report der Arbeits­grup­pe von WT5 ver­öf­fent­licht wur­de, steht nun der Abschluss der Emp­feh­lun­gen aus der gesam­ten Arbeits­grup­pe an. Als letz­ten Schritt hat sie die Auf­ga­be, neue Ideen aus öffent­li­chen Kom­men­ta­ren und der eige­nen Arbeit zu abschlie­ßen­den Emp­feh­lun­gen zu kon­so­li­die­ren. Nach einer letz­ten öffent­li­chen Kom­men­tie­rungs­mög­lich­keit geht der Gesamt­be­richt dann zunächst an das GNSO-Coun­cil, und im Anschluss an das ICANN-Board zur Frei­ga­be. Nach der Frei­ga­be der Emp­feh­lun­gen, die ICANN der­zeit für den kom­men­den Som­mer 2020 pro­gnos­ti­ziert, sol­len dann bis zum Früh­jahr 2021 die nöti­gen text­li­chen Ände­run­gen im Bewer­bungs­hand­buch durch die ICANN-Mit­ar­bei­ter umge­setzt wer­den. Eine Bewer­bungs­mög­lich­keit für neue Top-Level-Domains gäbe es damit im Som­mer 2021.

DOTZON-Präsentation „Digitale Unternehmensmarken 2019“ – Erfolgsfaktoren für eine dotBrand

Dot­zon hat im Novem­ber 2019 die Stu­die „Digi­ta­le Unter­neh­mens­mar­ken 2019“ her­aus­ge­bracht. Die Ergeb­nis­se prä­sen­tier­te Dot­zon auf dem ICANN-Mee­ting in Mon­tré­al. Wäh­rend eines Lun­ches dis­ku­tier­ten die ein­ge­la­de­nen Gäs­te, wel­che Erfolgs­fak­to­ren eine dot­Brand Top-Level-Domain aus­ma­chen. Auf Ein­la­dung der Brand Regis­try Group prä­sen­tier­te Dot­zon die Ergeb­nis­se den Mit­glie­dern der Gruppe.

„DNS-Abuse“ – Umgang mit Missbrauch von Domains

Ein siche­res und ver­trau­ens­wür­di­ges Inter­net zu bewah­ren ist eines der Haupt­an­lie­gen von ICANN, wie auch vie­ler Betrei­ber von Top-Level-Domains und Regis­tra­re. Den­noch gibt es immer wie­der Kri­tik, dass End­kun­den und Unter­neh­men sehr viel Miss­brauch aus­ge­setzt sind – von Bot­net­zen über Phis­hing-Atta­cken bis hin zu Mal­wa­re-Links. Daher fan­den auf dem ICANN-Mee­ting in Mon­tré­al meh­re­re Work­shops und Dis­kus­si­ons­run­den mit dem Ziel statt, den Miss­brauch wei­ter ein­zu­däm­men. Im Mit­tel­punkt stand dabei, ein gemein­sa­mes Ver­ständ­nis zu ent­wi­ckeln, wel­chen Miss­brauch Betrei­ber von Top-Level-Domains und Regis­tra­re bekämp­fen kön­nen, und wel­chen nur Hos­ting-Pro­vi­der und Web­sei­ten­bau­käs­ten. Zu den strit­ti­gen Punk­ten in den Debat­ten gehör­te die Fra­ge, wel­che Daten­quel­len für die Ermitt­lung von Abu­se-Fäl­len genutzt wer­den, und wie ihre Daten inter­pre­tiert wer­den kön­nen. Das von ICANN selbst ent­wi­ckel­te DAAR-Sys­tem scheint zumin­dest aus Sicht der Betrei­ber von Top-Level-Domains und Regis­tra­re nicht durch­ge­hend vali­de Daten zu lie­fern. Dot­zon hin­ge­gen hat mit sei­nem Abu­se-Sys­tem eine effi­zi­en­te Lösung ent­wi­ckelt, die umfas­sen­de und ver­trau­ens­wür­di­ge Daten­quel­len berück­sich­tigt. Das Sys­tem wur­de über vie­le Jah­re hin­weg, ins­be­son­de­re was die Nut­zung zuver­läs­si­ger Quel­len betrifft, per­ma­nent opti­miert und wei­ter­ent­wi­ckelt. Heu­te monitort es Abu­se auf Domain-Ebe­ne nicht nur, son­dern managt ihn auch.

Das nächs­te ICANN-Mee­ting – ICANN67 – fin­det im März 2020 im mexi­ka­ni­schen Can­cún statt.